Energieversorgung: Warum längere Laufzeiten für Atomkraftwerke aktuell nicht helfen
Noch dampft es aus dem Kühlturm des Atomkraftwerks.
Foto: imago stock&peopleMünchen. Noch dampft es aus dem Kühlturm des Kernkraftwerks Isar 2 in Essenbach bei Landshut, aber spätestens Ende des Jahres dürfte sich die Nebelwolke verziehen. Dann soll Isar 2 genau wie die beiden anderen deutschen Atomkraftwerke Emsland und Neckarwestheim 2 vom Netz gehen und das Ende der Atomenergie in Deutschland markieren. So sieht es das deutsche Atomgesetz vor.
Doch mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine und Diskussionen um Energiesicherheit wurde zuletzt wieder heftig um den Ausstiegstermin gestritten. Mit Blick auf die Klimaziele mehrten sich schon seit einigen Jahren die Forderungen, das Ende der Kernkraft noch einmal zu überdenken.
Dass die Bundesregierung einem Comeback der Atomkraft nun eine Absage erteilt hat, stößt deswegen auf Kritik.
Weniger Abhängigkeit von russischem Gas erfordere „kurzfristig Verlängerungen von Kohlekraftwerken und AKWs, bis hinreichend Gas aus anderen Quellen und mehr Erneuerbare“ verfügbar sein, erklärte zuletzt der Chef des Ifo-Instituts Clemens Fuest. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach sich „in dieser Notsituation“ für einen Weiterbetrieb von drei bis fünf Jahren aus, „um billigen Strom zu produzieren, der keine Klimabelastung“ bringe.