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Energie

Energiewende Das deutsche Stromnetz ist besser geworden

Aktuelle Zahlen der Bundesnetzagentur belegen, dass sich die Lage im Stromnetz im vergangenen Jahr leicht entspannt hat. Doch der Ausbaubedarf bleibt bestehen.
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Das deutsche Stromnetz hält inzwischen offenbar mehr aus, als es Experten bislang angenommen haben. Quelle: dpa
Hochspannungsleitung bei Sonnenaufgang

Das deutsche Stromnetz hält inzwischen offenbar mehr aus, als es Experten bislang angenommen haben.

(Foto: dpa)

BerlinDas Stromnetz in Deutschland steht unter Stress. Der schnelle Ausbau der Erneuerbaren Energien hat es an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht. Immer wieder muss mit hohem technischen Aufwand und hohen Kosten in den Betrieb des Netzes eingegriffen werden, um es stabil zu halten und die Stromversorgung nicht zu gefährden. Seit Jahren lauten so die zentralen Botschaften über den Zustand des Stromnetzes.

Doch nun tut sich etwas. Der „Quartalsbericht zur Netz- und Systemsicherheitsmaßnahmen“, Ende vergangener Woche von der Bundesnetzagentur veröffentlicht, gibt Anlass zur Hoffnung. Der Bericht, der das vierte Quartal 2018 und das Gesamtjahr 2018 beleuchtet, enthält eine Reihe positiver Botschaften.

Im Jahr 2018 konnten dem Bericht zufolge 97,4 Prozent der insgesamt vermarkteten Energiemenge aus erneuerbarer Erzeugung ins Netz eingespeist werden, nur knapp 2,6 Prozent wurden demnach aufgrund von Engpässen abgeregelt. Die absoluten Abregelungsmengen lagen 2018 trotz des Zubaus von Windparks und Solaranlagen um 2,1 Prozent unter denen des Vorjahres, schreibt die Netzagentur.

Seit Jahren müssen im Norden Deutschlands immer wieder Windräder abgestellt werden, weil die Netze an die Grenze ihrer Kapazität kommen und den Windstrom nicht mehr aufnehmen können. Die Anlagenbetreiber erhalten dafür unter bestimmten Umständen einen Teil der Vergütung, die sie bekommen hätten, wenn der Strom hätte genutzt werden können.

Allein diese Entschädigungszahlungen beliefen sich 2017 auf 600 Millionen Euro. Gleichzeitig müssen im Süden Deutschlands konventionelle Kraftwerke eingeschaltet werden, um den Strom zu produzieren, der nicht aus dem Norden in den Süden geliefert werden konnte. Auch für diese Netzreservekraftwerke müssen Jahr für Jahr mehrere hundert Millionen Euro aufgewendet werden, die letztlich den Stromverbrauchern über die Netzentgelte in Rechnung gestellt werden.

2017 beliefen sich die Gesamtkosten aller sogenannten „Netz- und Systemsicherheitsmaßnahmen“ auf 1,51 Milliarden Euro. Den jüngsten Zahlen der Netzagentur zufolge ist dieser Wert im vergangenen Jahr auf 1,438 Millionen Euro gesunken.

Ist das schon die ersehnte Trendwende? Zeigen damit die Bemühungen beim Ausbau der Netze Wirkung? Die Grünen sehen die Entwicklung positiv. „Das Argument der Bundesregierung, der Ausbau der Erneuerbaren müsse aufgrund fehlender Netzkapazitäten gebremst werden, entpuppt sich einmal mehr als fadenscheinige Ausrede“, sagte Ingrid Nestle, Sprecherin für Energiewirtschaft der Grünen-Bundestagsfraktion, dem Handelsblatt. Trotz höherer Stromproduktion aus erneuerbaren Energien seien die Abschaltmengen gesenkt worden und die Kosten für Netzeingriffe gefallen.

„Das Problem in Deutschland sind nicht die Erneuerbaren Energien, das Problem ist das eklatante Nichtstun der Bundesregierung in puncto Klimaschutz. Anstatt immer wieder den alten Gassenhauer fehlender Netze zu bemühen, sollte die Bundesregierung endlich den Einbruch bei den Erneuerbaren Energien korrigieren und Klimaschutz vorantreiben“, sagte Nestle. Tatsächlich ist der Ausbau erneuerbarer Energien zuletzt ins Stocken geraten.

Nach Nestles Überzeugung lässt sich die positive Entwicklung bei den Netzen zumindest zum Teil durch Fortschritte beim Bau neuer Stromleitungen erklären. „Die Fertigstellung der Thüringer Strombrücke wirkt und leistet einen wichtigen Beitrag zur Stromversorgung in Deutschland“, sagte sie. Gleichzeitig verdeutliche der Bericht der Netzagentur, wie wichtig die Fertigstellung weiterer Leitungen sei. „Einmal mehr zeigt sich, dass leistungsfähige Stromnetze das Rückgrat der Energiewende sind“, sagte Nestle.

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