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Energie

Energiewende Deutschland braucht laut Bundesnetzagentur eine vierte Stromautobahn

Derzeit sind drei große Stromtrassen in Deutschland in Planung. Die Bundesnetzagentur fordert jetzt eine weitere von Schleswig-Holstein nach NRW.
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Eine Gleichstrom-Verbindung zwischen Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen sei erforderlich, teilte die Regulierungsbehörde am Dienstag in Bonn mit. Quelle: dpa
Strommasten

Eine Gleichstrom-Verbindung zwischen Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen sei erforderlich, teilte die Regulierungsbehörde am Dienstag in Bonn mit.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Energiewende stockt, der Netzausbau kommt kaum voran und der Protest gegen die geplanten Stromtrassen wird immer größer. Trotzdem hat die Bundesnetzagentur sich nun für den Bau einer weiteren, insgesamt vierten Stromautobahn ausgesprochen. 

Die zusätzliche Gleichstromleitung soll von Schleswig-Holstein nach Nordrhein-Westfalen verlaufen. Die Übertragungsnetzbetreiber hatten die Zusatz-Trasse eigentlich bis nach Baden-Württemberg bauen wollen, die Bundesnetzagentur plädiert aber für eine kürzere Strecke, die nur bis NRW reicht. Das teilte die Behörde am Dienstag in Bonn mit. 

Bislang waren drei große Stromleitungen von Nord- nach Süddeutschland geplant. Ultranet soll in einigen Jahren auf 340 Kilometern von Osterath in Nordrhein-Westfalen bis Philippsburg in Baden-Württemberg Strom – vor allem aus Windenergieparks – vom Norden in den Süden Deutschlands bringen. Die zwei anderen Projekte durch die Mitte und den Osten Deutschlands heißen SüdLink und Süd-Ost.  

Die Trassen gelten als wichtiger Baustein für das Gelingen der Energiewende. Weil ein Großteil des erneuerbaren Stroms im windigen Norden entsteht, braucht es nach Einschätzung der Bundesnetzagentur den geplanten Ausbau, um den Ökostrom auch dahin zu bringen, wo er gebraucht wird – ohne dabei das Netz zu überlasten.

Aktuell sind den Angaben der Behörde zufolge rund 7700 Kilometer neue Stromleitungen in Deutschland geplant. Davon befinden sich 4600 Kilometer in Planungsverfahren und lediglich 1800 Kilometer davon sind genehmigt. Von den genehmigten Leitungen wiederum wurden bisher erst 950 Kilometer gebaut. 

Proteste und Klagen verzögern das Projekt

Für alle drei großen Trassen laufen derzeit Genehmigungs- und Planfeststellungsverfahren. Gebaut wird nur an kleineren Zubringertrassen und nicht an den drei großen Stromautobahnen. Wo genau sie verlaufen werden, ist noch völlig offen. Bisher stehen nur grobe Korridore fest. Ungeachtet der genauen Standorte: Proteste und Klagen verhindern, dass das Projekt schneller vorankommt. Der Widerstand könnte sogar noch größer werden. 

Nach aktuellem Stand hält die Bundesnetzagentur 96 von 164 der von den Übertragungsnetzbetreibern vorgeschlagenen Maßnahmen bis zum Jahr 2030 für erforderlich. Damit steigt die Zahl der im Bundesbedarfsplan festgelegten Projekte um 56 zusätzliche Ausbaumaßnahmen. Das ändere sich auch nicht bei einem vollständigen Kohleausstieg bis 2038. 

Am Dienstag hat die Bonner Behörde mit der Bekanntgabe des neuen Netzentwicklungsplans eine Reihe öffentlicher Veranstaltungen gestartet, in denen Firmen, Verbände und Vertreter der Zivilgesellschaft sich bis Mitte Oktober zu Wort melden können. Bis Jahresende will die Bundesnetzagentur dann einen Plan festlegen. 

Mehr: Bundestag verabschiedet Gesetzespaket für schnelleren Stromtrassenbau.

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