Energiewende: Die US-Ölindustrie entdeckt Wasserstoff und CO2-Speicherung
Im texanischen Ector County baut Oxy zusammen mit dem kanadischen Start-up Carbon Engineering im Joint Venture „1Point Five“ die größte DAC-Anlage der Welt.
Foto: OxyNew York. „Hydrogen“ ist das neue Buzzword auf der Ceraweek. Kaum ein Panel auf dem größten Branchentreffen der Ölindustrie im texanischen Houston, auf dem nicht das Thema Wasserstoff zur Sprache kommt. Kein Flur- oder Tischgespräch geht daran vorbei, wer wo in Wasserstoff investiert, wie man Wasserstoff herstellen, transportieren oder zerlegen kann. Und gerade die Podiumsdiskussionen zu „Hydrogen“ sind so überlaufen, dass viele Teilnehmer stehen müssen und sich bis vor die Türen drängeln.
Die Ceraweek gilt als wichtiges Stimmungsbarometer für die Energiebranche. Noch vor einem Jahr waren Russland und der Angriff auf die Ukraine das alles beherrschende Thema auf der Konferenz von S&P, auf der sich die CEOs der Ölkonzerne, Opec-Vertreter, Start-ups und Regierungsvertreter zusammenfinden.
Vor einem Jahr feierten sich die lange geprügelten Ölkonzerne als Retter in der Krise, die die Welt nach den Sanktionen gegen Russland mit dringend benötigten fossilen Brennstoffen versorgen.
Seitdem hat die Energiekrise den Ölkonzernen Milliardengewinne beschert und zugleich die Investitionen in alternative Energien von öffentlicher und privater Seite massiv beschleunigt. Die US-Regierung steckt mit ihrem Anreizprogramm, dem „Inflation Reduction Act“, insgesamt 369 Milliarden Dollar in klimabezogene Programme. Und so schaut die Branche in diesem Jahr nach vorn – und da vor allem auf Wasserstoff als Hoffnungsträger sowie auf das Einfangen und Speichern von Kohlendioxid.