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Energie

Energiewende Linde baut in Leuna den weltweit größten Wasserstoff-Elektrolyseur

Der Gasekonzern will den Umsatz mit dem Energieträger auf längere Sicht vervierfachen. Die neue 24-Megawatt-Anlage soll 2022 in Betrieb gehen.
13.01.2021 Update: 13.01.2021 - 14:48 Uhr 2 Kommentare
Die neue Anlage von Linde soll mit zertifiziertem Ökostrom und später mit in der Nähe erzeugten Erneuerbaren Energien betrieben werden. Quelle: Linde
Chemiestandort Leuna

Die neue Anlage von Linde soll mit zertifiziertem Ökostrom und später mit in der Nähe erzeugten Erneuerbaren Energien betrieben werden.

(Foto: Linde)

München Der Gasekonzern Linde will in Leuna im großen Stil grünen Wasserstoff produzieren. Bis 2022 solle auf dem Chemiekomplex der größte PEM-Wasserstoff-Elektrolyseur der Welt mit 24 Megawatt Leitung in Betrieb genommen werden, teilte Linde am Mittwoch mit. Die Anlage könne zum Beispiel etwa 600 Brennstoffzellen-Busse im Jahr versorgen, die 40 Millionen Kilometer fahren.

Linde sieht sich schon heute als größter Wasserstofferzeuger der Welt. Aktuell macht der Konzern mehr als zwei Milliarden Dollar Umsatz mit der Produktion, dem Vertrieb, der Speicherung und der Anwendung von Wasserstoff.

Auf längere Sicht will Linde den Wasserstoff-Umsatz vervierfachen. „Grüner Wasserstoff kann uns auf eine neue Flughöhe bringen“, sagte Chairman Wolfgang Reitzle dem Handelsblatt im vergangenen Jahr.

Die neue Anlage in Leuna soll mit zertifiziertem Ökostrom und später mit in der Nähe erzeugten erneuerbaren Energien betrieben werden. Das Produktionsvolumen liegt bei bis zu 3200 Tonnen grünem Wasserstoff im Jahr. Die Inbetriebnahme ist für die zweite Jahreshälfte 2022 geplant. Neben der Anlage wird auch ein neuer Wasserstoff-Verflüssiger errichtet.

Weltweit sind auch schon größere Projekte in Planung. Doch setzen diese teilweise nicht auf die PEM-Technologie, zudem werden viele Projekte erst später fertiggestellt.

Die Energiekonzerne Total und Engie kündigten am Mittwoch den Bau einer Wasserstoff-Anlage in Frankreich mit einem 40-Megawatt-Elektrolyseur an. Diese soll 2024 in Betrieb genommen werden und könnte dann die größte der Welt werden.

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Die PEM-Technologie im Leuna-Projekt stammt von Lindes Joint-Venture-Partner ITM Power. Der Wasserstoff soll zum Beispiel in die Pipelines auf dem Gelände eingespeist und an Tankstellen geliefert werden. „Für Leuna sprechen das gut ausgebaute Rohrleitungsnetz und die hervorragende Infrastrukturanbindung“, sagte Linde-Manager Jens Waldeck am Mittwoch.

Wasserstoff gilt bei der Energiewende als Schlüsseltechnologie. Denn damit kann zum Beispiel überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien zwischengespeichert werden.

Das Marktpotenzial ist groß. Laut einer Studie im Auftrag der EU-Kommission könnten bis 2050 in der europäischen Wasserstoffindustrie mehr als 5,4 Millionen Arbeitsplätze entstehen – bei einem Umsatz von mehr als 800 Milliarden Euro im Jahr.

Die Elektrolyse gibt es schon lange. Sie könnte jetzt aber den Durchbruch schaffen, auch weil die Bundesregierung und die EU die Technologie im Kampf gegen den Klimawandel massiv fördern. Unternehmen wie MAN Energy Solutions und Siemens Energy wollen davon profitieren. Die neue Linde-Anlage in Leuna wird im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ von Sachsen-Anhalt und dem Bund gefördert.

Mehr: Deutschland investiert 700 Millionen Euro in Wasserstoff-Projekte.

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2 Kommentare zu "Energiewende : Linde baut in Leuna den weltweit größten Wasserstoff-Elektrolyseur"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Irreführender Artikel, falls damit jemand zur Investition bei Linde ermutigt und Glauben gemacht werden soll, es handele sich hierbei um den nennenswerten Beitrag einer energetischen Verwendung von Wasserstoff. Allein die Hochkomprimierung von Wasserstoff bedeutet den sofortigen Ausschluß aus einer energetisch wie wirtschaftlich tragbaren Energiespeicheroption oder der Treibstoffproduktion. Bei Linde, den Erfindern der Sauerstoffverflüssigung, sollte das aber eigtl klar sein. Ich mein, oke, wenn sich jemand von Kindergartenanlagen zur Erprobung von Brennstoffzellen neppen lassen möchte, kann er das gern als das nächste Tesla werten. Die Distribution von flüssigem Wasserstoff oder Wasserstoff-Erdgasgemischen wird immer sinnfrei bleiben. Die deutsche Industrie sollte sich schleunigst von der Veröffentlichung derartiger Kleinstprojekte distanzieren, wenn nicht der Eindruck enstehen soll, man sei tatsächlich imstande 600 Busse zu tanken. Die mit dieser Anlage natürlich niemals getankt werden. Akkumulatoren bleiben als Treibstoffspeicher energetisch wie wirtschaftlich und unter Umweltgesichtspunkten immer unschlagbar und hätten schon vor Jahrzehnten mit gigantischen Beträgen in ihrer Entwicklung vorangetrieben werden müssen. Als Brennstoffspeicher jedoch kommen Wasserstoff und Sauerstoff sehr wohl in Frage und die Tatsache, dass sich beispielsweise die Autobauer noch heute lancierte Artikel leisten, die der Kundschaft und den Investoren suggerieren sollen, es gäbe einen Wettlauf zwischen der Akkutechnik und der Brennstoffzellentechnik in ihren Fahrzeugen, der ihr unterlassenes Investment in keine der beiden Technologien mit einer schwebenden Entwicklungsphase überspielen soll, lässt Werte wie Tesla durch die Decke schnellen und Dummschwätzer wie Wasserstoff-LKW-Produzenten - ohne den geringsten Marktanteil und ohne nichtmal einen Prototyp - zweistellige Milliardenbeträge wert sein.

  • Eine sehr gute Absicht. an muss aber dabei sehen, dass der Wirkungsgrad nach meiner groben Abschätzung nur wenig mehr als 60% beträgt, einen 24/7 Betrieb an 300 Tagen im Jahr vorausgesetzt.
    Im Klartext: Um 100 kWh Energie aus dem Wasserstoff herauszuholen, mus man erst 167 kWh Strom hineinstecken.

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