Energie

Energiewende Steag nimmt Groß-Kraftwerk vom Netz

Der Stromproduzent Steag leidet unter dem Boom der erneuerbaren Energien. 2016 verbuchte das Unternehmen einen deutlichen Verlust – und muss jetzt einen der größten Standorte schließen.
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Der Stromproduzent Steag nimmt das Kraftwerk vom Netz. Quelle: dpa
Kohlekraftwerk Voerde

Der Stromproduzent Steag nimmt das Kraftwerk vom Netz.

(Foto: dpa)

VoerdeDen Hauptsitz hat Stromproduzent Steag dort, wo auch die größten deutschen Energiekonzerne Eon, RWE und Innogy angesiedelt sind: in Essen. Für die Präsentation des Jahresberichts lud Geschäftsführer Joachim Rumstadt aber in die Provinz – nach Voerde am Niederrhein. Und dann auch noch an einen ungewöhnlichen Ort: In die Turbinenhalle des dort ansässigen Steinkohlekraftwerks.

Der Veranstaltungsort war aber nicht nur ungewöhnlich, sondern auch symbolbeladen: Er spiegelt die schwierige Lage wider, in dem sich das Unternehmen seit langem befindet. Am vergangenen Freitag hatte Steag den Kraftwerksstandort, einen der größten in Deutschland, offiziell still gelegt – nach 47 Jahren. Betroffen waren die Blöcke Voerde A und B mit 1500 Megawatt und West 1 und 2 mit 712 Megawatt – zusammen entspricht das der Leistung von zwei großen Kernkraftwerken.

„Wir haben das Kraftwerk stillgelegt, weil die Energiewende einen wirtschaftlichen Betrieb nicht mehr zulässt“, erklärte Rumstadt, „weil wir nicht nur kein Geld mehr verdienen, sondern sogar verlieren.“ Dabei sei das Kraftwerk im europäischen Maßstab effizient gewesen und habe vergleichsweise wenig Schadstoffe ausgestoßen.

Steag ist damit ein Opfer der Energiewende. Die Kohlekraftwerke des Unternehmens, die noch vor der Reaktorkatastrophe von Fukushima und der Verschärfung der Energiewende hohe Gewinne abwarfen, sind kaum noch rentabel zu betreiben. Der deutsche Energiemarkt wird mit immer mehr Wind- und Solarenergie geflutet, der Vorrang im Netz hat. Die konventionellen Kraftwerke müssen deshalb um einen immer geringeren Anteil am Markt kämpfen. Im vergangenen Jahr kostete eine Megawattstunde Strom im Großhandel im Schnitt nur noch 27 Euro. Vor Fukushima waren es mehr als 50 Euro.

Lange konnte sich Steag dem Druck zwar entziehen, weil der Konzern früh die Kraftwerke optimierte. Vor allem hatte der Konzern langfristige Verträge mit Großkunden zu auskömmlichen Bedingungen geschlossen – vor allem mit RWE. Solche Verträge laufen aber jetzt im großen Stil aus.

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7 Kommentare zu "Energiewende: Steag nimmt Groß-Kraftwerk vom Netz"

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  • Wehe ,wehe ,wenn ich an das Ende sehe !

  • Ich gehe doch davon aus, daß der zugekaufte Strom aus Tschernobyl ausreicht um die grünen Steckdosen am Leben zu erhalten.

  • Ja, ich bin auch dafür, alle Kohle- und Kernkraftwerke auf einmal abzuschalten, denn der Strom muss sauber sein, kommt aus der Steckdose und Sonne und Wind schicken keine Rechnung, also was soll´s, alles abschalten, die machen doch ohnehin keinen Gewinn mehr und in unserer Gesellschaft gehts doch eh nur um´s Geld.

  • Find ich gut...um so mehr Kraftwerke vom Netz gehen um so schneller kommt der große Blackout...da macht Sommer oder Winter dann keinen Unterschied mehr...der Stromausfall kann jederzeit und unerwartet zuschlagen...Launisch wie das Wetter eben.

  • Was man nie übersehen darf: alle Kraftwerksbetreiber und Energieversorger hatten in den letzten Jahren teils massive Ausfälle durch Abenteuer im Ausland. Auch Steag musste eine Abschreibung in Höhe des Vorjahresgewinnes ausweisen für Spekulationen im Ausland.

    Und welche eine Überraschung: Der Rückbau der Kraftwerke kostet Geld! Das war nicht zu erwarten. Kunden abzocken, Gewinn maximieren und an Spekulanten auszahlen und jetzt, wenns nicht so läuft, dem Volk den schwarzen Peter zuwerfen.

  • man sollte mal alle "dreckigen", konventionellen Kraftwerke eine Woche abschalten, dann würde man recht deutlich sehen, was vom "Boom der erneuerbaren Energien" übrig bleibt.....

  • Umweltschädliche Windmühlen und Solaranlagen produzieren Strom entsprechend den Launen des Wetters, der Tages- und Jahreszeit. 1/2 des Windstroms wird in < 1000h und die 1/2 des Solarstroms in etwa 600 Stunden produziert. Dieser wertlose Ökostrom geniesst gesetzlichen Vorrang und wird unendlich subventioniert.

    Einem modernen Grosskraftwerk fehlen diese Betriebsstunden womit es schwierig ist ein solches wirtschaftlich zu betreiben. Andererseits gibt es einige 1000h im Jahr in denen die Stromeinspeisung umweltschädlicher Windmühlen/Solaranlagen nahe 0 liegt.

    Mit der Stilllegung moderner Grosskraftwerke wird nicht nur sinnlos Kapital vernichtet, sondern auch die Stabilität des Stromnetzes reduziert. Ein jedes moderne Kraftwerk das fehlt, bringt Deutschland dem grossen Blackout ein kleines Stück näher.

    Ein Blackout in Deutschland hätte sehr schnell Schäden in 2-stelliger Milliardenhöhe, ggf. auch zahlreiche Tote zur Folge. Das dürfte jedoche den Propagandisten der Ökoreligion, den Politikern des Systems ziemlich egal sein.

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