Energie

Energiewende Studie wirft Energieversorgern Verschlafen vor

Eine Studie der Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigt: Noch immer tragen die großen Spieler verschwindend wenig zur Energiewende bei. Die Versorger haben zu spät auf die Wende reagiert, lautet der Vorwurf.
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Kohlekraftwerke statt Windanlagen: „Die Energieversorger haben zu spät auf die Energiewende reagiert“ urteilt Greenpeace. Quelle: dpa

Kohlekraftwerke statt Windanlagen: „Die Energieversorger haben zu spät auf die Energiewende reagiert“ urteilt Greenpeace.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Marktmacht der großen Energieversorger ist noch immer beeindruckend groß: Die zehn größten Unternehmen dominieren 59 Prozent des Energiemarktes in Europa - unter den wichtigsten auch die deutschen Unternehmen RWE und Eon mit einem Anteil von je sieben und sechs Prozent. Ganz klein werden die Zahlen dagegen wieder, wenn man auf den Anteil der vier größten Energieversorger in Deutschland RWE, Vattenfall, EnBW und Vattenfall an den Erneuerbaren Energien schaut: Gerade einmal 4,9 Prozent der Erzeugungskapazität gehören ihren, der Rest wird von Banken, Bauern oder Privatpersonen getragen.

Greenpeace hat in einer Studie, die am Donnerstag vorgestellt wird, aufgedröselt, welchen Anteil die Versorger an der Energiewende haben - und wie sie sich bisher angepasst haben. Das Urteil ist vernichtend.

Demnach erzeugten die größten zehn Versorger in der Europäischen Union 2012 mehr als die Hälfte des Stroms, aber nur vier Prozent davon stammten aus Erneuerbaren Energien exklusive Wasserkraft. RWE hat laut der Studie einen Anteil von insgesamt vier Prozent erneuerbarer Energie in der EU-weiten Stromproduktion, Konkurrent Eon sogar nur drei Prozent.

Geld genug jedenfalls wäre dagewesen, um in Windkraft und Co. zu investieren. Denn im vergangenen Jahrzehnt ging es den Versorgern so gut wie nie, zeigt die Studie. Im Zeitraum von 2002 bis 2012 verdoppelten die größten europäischen Energieversorger ihre Umsätze und ihre Gewinne, seit der Finanzkrise sind die Investitionen stark gestiegen. Doch das Geld wurde offenbar in das klassische Geschäft gesteckt. „Die Energieversorger haben zu spät auf die Energiewende reagiert“, urteilt Gyorgy Dallos, Autor der Studie. „Auch als bereits die Nachfrage nach Strom sank und die Kapazitäten bei Wind und Solar stiegen, haben sie noch weiter ihre Kapazitäten bei den konventionellen Kraftwerken ausgebaut.“

Er rechnet damit, dass sie in den nächsten fünf bis sechs Jahren 80 Prozent ihrer Einnahmen aus dem Bereich konventionelle Stromerzeugung verlieren werden. Bereits jetzt haben die acht größten Energieversorger Europas, zu denen neben RWE und Eon auch der spanische Konkurrent Iberdrola und das französische Unternehmen Edf gehören, seit 2007 insgesamt 800 Milliarden Dollar an Marktwert verloren.

Die Versorger fällt es zudem schwerer, sich frisches Geld zu beschaffen. Die Ratingagenturen Moodes und Standard & Poors stuften viele Unternehmen bereits herunter.

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8 Kommentare zu "Energiewende: Studie wirft Energieversorgern Verschlafen vor"

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  • Greenpeace, gibt es die auch noch? Lange nichts mehr von ihnen gehoert, dacht die sind schon alle in Pension. Oder haben sie eine neue Geldquelle ausgemacht? Koennte vielleicht Putin dahinterstecken?

  • @shrinkhead: Warum schreiben Sie Ihre Zahl mit vielen Nullen? a) Sie kennen den Ausdruck Milliarde nicht? oder b) Sie wollen Propaganda machen, weil die Zahl so schön lang und groß aussieht?

    Deutschland importierte 2013 Güter im Wert von fast 900 Mrd. EUR, davon gut 10% für Energierohstoffe. Und? Wollen Sie demnächst auch Bananen in Deutschland anbauen, weil Sie sie nicht importieren wollen? Würde sicher gehen, nur dass dann die Bananen so teuer werden wie Strom. Wir geben jedes Jahr über 20.000.000.000 EUR pro Jahr für ein bisschen unregelmäßigen Ökostrom aus...Tendenz stark steigend...

  • Ja, die Energieriesen haben die Wende verschlafen. Zumindest hätten sie die "Chancen" ergreifen können. Wirtschaftlich wäre es wohl sinnvoller gewesen, Projekte wie Riffgat in die Nordsee zu stellen. Die hätten dann zwar lange Zeit keinen Strom geliefert, aber wenigstens sicher, vom Verbraucher alimentierte Einnahmen beschert. Und es war auch sicher ein Fehler, nach dem Ausstieg aus dem Ausstieg die KKW zu modernisieren und dafür Milliardenbeträge in die Hand zu nehmen und in Gaskraftwerke in Deutschland zu investieren, die nun allesamt abgeschrieben werden können. Jetzt sind die Konzerne verschuldet und das Wenden nicht mehr so einfach zu finanzieren. Von der Versorgungssicherheit einmal abgesehen.
    Wenn die Prognose stimmt, das die Versorger in den nächsten Jahren bis 80% ihrer Einnahmen verlieren, werden wir die Entwicklung der Versorgungssicherheit ja bald erleben. Und die Auswirkungen der deutschen Wende spüren mittlerweile wohl alle Konzerne in Europa:

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/energiekrise-in-europa-gdf-schreibt-15-milliarden-euro-ab/9545798.html

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/energiemarkt-versorger-iberdrola-sucht-heil-im-ausland/9505916.html


    Irgendwie kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, daß wir "interessanten Zeiten" entgegen gehen.

  • Deutschland gibt pro Jahr ca. 100.000.000.000 Euro für Brenn- und Heizstoffimporte aus, Tendenz steigend.
    Die volkswirtschaftliche Zweckmäßigkeit möchte ich gern näher erläutert haben.

    @Riesener
    Der Spiegel und pro Ökostrom - nicht wirklich oder?
    Und eine Expertenkommission für Innovationspotenzial auf eine für Investitionssicherheit gedachte Maßnahme anzuwenden, ist absurd. Die Beschränkung des Betrachtungszeitraums auf bis 2005 bzw. 2009 ist mehr als dreist und durchaus Ideologisch zu vermuten.

    Die Innovationskommission wäre bei den Förderkosten der Biokraftstoffe richtig gewesen. Hier lassen wir Tesla + Solar City mit Batterietechnik für Mobiliät und Stromnetzintegration den Vortritt und werfen das Geld für teures low tech auf den Acker.

  • Deutschland gibt pro Jahr ca. 100.000.000.000 Euro für Brenn- und Heizstoffimporte aus, Tendenz steigend.
    Die volkswirtschaftliche Zweckmäßigkeit möchte ich gern näher erläutert haben.
    @Riesener
    Der Spiegel und pro Ökostrom? - also bitte.
    Und eine Expertenkommission für Innovationspotenzial auf eine für Investitionssicherheit gedachte Maßnahme anzuwenden, ist absurd. Dann noch den Betrachtungszeitraum auf bis 2005 bzw. 2009 beschränken ist mehr als dreist.

    Die Innovationskommission wäre bei den Förderkosten der Biokraftstoffe richtig gewesen. Hier lassen wir Tesla + Solar City mit Batterietechnik für Mobiliät und Stromnetzintegration den Vortritt und werfen das Geld für teures low tech auf den Acker.

  • Greenpiece (sic!), das sind Spinner.

    In der konventionellen Energieversorgung stecken milliardenschwere Investitionen, deren Abschreibungsdauer (Nutzungsdauer) im Bereich von 30 bis 50 Jahren liegt. Soll eine Änderung des Geschäftsmodells erfolgen (was ja grundsätzlich erwünscht ist), so dauert das logischerweise eine mittlere Abschreibungsdauer. Anders werden Milliardenwerte schlicht vernichtet, dennn ein Kraftwerk kann nicht wie ein Auto einfach abgestossen und gebraucht verkauft werden. Die Geschäftslage der Energieversorger (RWE, e.on) spiegelt das Dilemma bereits anschaulich wider. Bezahlt wird das durch die Volkswirtschaft auf die eine oder andere Weise. Wir sind ja sooo reich!.

    Der Politik ist vorzuwerfen, daß sie bei EEG diese Zusammenhänge weder erkannt noch geprüft hat, sondern den Sirenengesängen der grünen Spinner erlegen ist. Hier hilft nur mehr die volle Kehrtwendung, bevor der Schaden irreparabel wird.

  • Selbst der eher rot-grüne Spiegel steht nicht mehr 100%ig hinter der Energiewende:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fleischhauer-kolumne-zu-den-kosten-der-energiewende-a-954503.html

  • Guten Tag Frau Heide,

    Greenpeace liegt an der einen Ecke des Spektrums, die Ökostromhasser auf der anderen. Aber schauen Sie mal, was Leute denken, die frei von Ideologien sind:

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/oekostrom-regierungsberater-wollen-eeg-abschaffen-12820227.html

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