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Energie

Energiewirtschaft EU-Kommission billigt RWE-Teil des großen Energiedeals mit Eon

RWE darf die erneuerbaren Energien des Konkurrenten übernehmen. Die größte Hürde bei ihrem Tauschgeschäft müssen die beiden Konzerne aber noch nehmen.
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Die beiden Versorger müssen bei ihrem geplanten Tauschgeschäft noch zwei weitere wichtige Hürden nehmen. Quelle: dpa
Eon-Chef Teyssen (l.) und RWE-Chef Schmitz

Die beiden Versorger müssen bei ihrem geplanten Tauschgeschäft noch zwei weitere wichtige Hürden nehmen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf, Brüssel RWE und Eon kommen bei ihrem milliardenschweren Tauschgeschäft voran. Die EU-Kommission wird wohl schon bald einen ersten Teil der Transaktion billigen. RWE dürfe wie geplant die Aktivitäten von Eon und der eigenen Tochter Innogy bei den erneuerbaren Energien übernehmen, erfuhr das Handelsblatt aus Branchenkreisen.

Die Kommission werde diesen Teil des Mega-Deals, mit dem Eon und RWE die Kräfteverhältnisse auf dem deutschen Energiemarkt neu verteilen wollen, ohne Auflagen billigen. Ein Sprecher der Kommission wollte dies nicht kommentieren. Die Frist für die Prüfung läuft am Dienstag ab. Zuerst hatte die Nachrichtenagentur Reuters über die erwartete Freigabe berichtet.

Allerdings stehen die beiden Konzerne noch vor zwei weiteren Hürden – vor denen zumindest eine wesentlich höher ist. Eon will im Gegenzug das Kerngeschäft von RWEs Tochter Innogy übernehmen, die Sparten Netz und Vertrieb. Der Konzern würde damit zu einem der größten Versorger Europas aufsteigen, der rund 50 Millionen Kunden versorgt und mehr als 1,5 Millionen Kilometer an Strom- und Gasnetzen betreibt.

Die Prüfung dieses Teils läuft noch und ist sehr komplex. In Branchenkreisen wird fest damit gerechnet, dass die EU-Kommission hier in eine vertiefte Prüfung einsteigen wird, die bis zum Sommer dauern dürfte. Auch dürfte der Deal nur unter Auflagen freigegeben werden. Die neue Eon erlangt in einzelnen Märkten eine so starke Marktstellung, dass die Abgabe von einzelnen Aktivitäten zu erwarten ist, beispielsweise in der Slowakei. Das wäre für Eon zu verschmerzen.

Mit Spannung wird aber erwartet, wie die EU-Kommission die Marktmacht der neuen Eon in Deutschland betrachtet. Der Konzern würde hier 12,5 Millionen Strom- und 2,1 Millionen Gaskunden versorgen und in großen Teilen Deutschlands das Verteilnetz betreiben. Eon argumentiert, dass das Netzgeschäft reguliert ist und der Marktanteil im Vertrieb mit rund einem Fünftel nicht marktbeherrschend sei.

Es haben sich aber Konkurrenten – unter anderem der Ökostromanbieter Lichtblick und zahlreiche Stadtwerke – positioniert, die gegen die Fusion opponieren. Sie argumentieren, dass Eon in den betreffenden Regionen, in denen der Konzern aktiv ist, sehr wohl eine marktbeherrschende Rolle habe. Die EU-Kommission hat einen umfangreichen Fragebogen mit 119 Seiten und 228 Fragen an die Marktteilnehmer geschickt, um deren Bedenken abzuklären.

Eon-Chef Johannes Teyssen und RWE-Chef Rolf Martin Schmitz hatten ihre Pläne im vergangenen März veröffentlicht und damit nicht zuletzt auch Innogy überrascht. Das Unternehmen, an dem RWE noch knapp 77 Prozent hält, soll im Rahmen des Deals zerschlagen werden. RWE will eben die erneuerbaren Energien und Eon die Sparten Netz und Vertrieb. Zudem soll RWE 1,5 Milliarden Euro erhalten und mit 16,7 Prozent an Eon beteiligt werden.

Auch dieser Teil der Transaktion ist noch nicht gebilligt. Hierfür ist das Bundeskartellamt zuständig.

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