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Energie

Energiewirtschaft Ex-Uniper-Chef Klaus Schäfer ist gestorben

Der 53-Jährige hatte den Stromproduzenten an die Börse gebracht und musste bei der Übernahme durch Fortum zusehen. Jetzt ist er einem Krebsleiden erlegen.
27.08.2020 - 13:59 Uhr Kommentieren
Der Manager war der erste Vorstandschef von Uniper nach der Abspaltung von Eon. Quelle: dpa
Klaus Schäfer

Der Manager war der erste Vorstandschef von Uniper nach der Abspaltung von Eon.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Im August 2018, als Uniper mitten im Abwehrkampf gegen die Übernahme durch den finnischen Energiekonzern Fortum steckte, verbreitete der Stromproduzent eine schockierende Nachricht: Vorstandschef Klaus Schäfer musste mitten in dieser für ihn fordernden und für Uniper schwierigen Zeit sein Amt ruhen lassen. Aber es ging nicht anders. Schäfer war schwer an Krebs erkrankt. Am Mittwoch nun ist der 53-Jährige seiner Krankheit erlegen, wie das Unternehmen mitteilte.

„Wir trauern um Klaus Schäfer, Unipers Gründungs-CEO, langjährigen Gestalter unseres erfolgreichen Unternehmens und bleibendes Vorbild für viele Wegbegleiter und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, würdigte Schäfers Nachfolger als CEO, Andreas Schierenbeck, den verstorbenen Energiemanager.

Schäfer war ein kurzer, aber überraschender Höhenflug mit Uniper gelungen. Als Mutterkonzern Eon am ersten Januar 2016 die Kohle- und Gaskraftwerke und den Energiehandel abspaltete und sich selbst auf das Geschäft mit der Energiewende konzentrierte, übernahm Schäfer, zuvor Finanzvorstand bei Eon, die Führung des neuen Unternehmens.

Damals war Uniper als „Resterampe“ beschimpft worden. Eon hatte in das neue Unternehmen das alte, aber inzwischen notleidende Geschäft ausgelagert. Die Kohle- und Gaskraftwerke wurden zunehmend von Wind- und Solarenergie aus dem Markt gedrängt.

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    Tatsächlich gelang Schäfer aber der Turnaround. Das Unternehmen, das sich als Garant für Versorgungssicherheit positionierte, wurde an der Börse gut angenommen, landete im MDax und legte in den Folgemonaten deutlich zu.

    Schäfers Haltung und Führungsstil sind „beispielhaft und prägend“

    Aber gerade als das Uniper-Management eine Zukunftsstrategie entwickeln wollte, wurde dem Newcomer die Selbstständigkeit schon wieder genommen. Im Herbst 2017 verkaufte Eon den restlichen Anteil von knapp 47 Prozent an Fortum. Schäfer fühlte sich übergangen, betrachtete den Einstieg als feindlichen Übernahmeversuch und fühlte sich von seinem langjährigen Weggefährten, Eon-Chef Johannes Teyssen, verraten.

    In der Folgezeit wehrte sich Uniper gegen die Übernahme der Mehrheit und konnte diese auch lange blockieren. Anfang des Jahres gelang es Fortum aber, weitere Anteile zu kaufen. Inzwischen halten die Finnen 75 Prozent – und die Fronten haben sich beruhigt. Schierenbeck und der neue Fortum-Chef Markus Rauramo arbeiten an einer gemeinsamen Strategie.

    Schäfer war schon im Sommer vergangenen Jahres offiziell abgetreten. An eine Rückkehr auf seinen Posten war ohnehin nicht mehr zu denken. Zu schwer war er erkrankt.

    „Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, der wir alle unser aufrichtiges Beileid aussprechen“, sagte Schierenbeck: „Gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen hat Klaus Schäfer Uniper zu dem entwickelt, was es heute ist – ein starkes Unternehmen mit engagierten Mitarbeitern und einer besonderen Kultur, dem ‚Uniper Way‘. Seine Haltung und sein Führungsstil sind für uns alle beispielhaft und prägend.“

    Schäfer habe eine Unternehmenskultur gestaltet, geprägt und vorgelebt, die Uniper von anderen Unternehmen unterscheide, sagte Aufsichtsratschef Klaus-Dieter Maubach: „So hat er zusammen mit seinen Vorstandskollegen sowie dem gesamten Uniper-Team Großartiges geleistet und ein Unternehmen, dem man zu Beginn wenig zutraute, zu einem der erfolgreichsten Unternehmen im MDax gemacht.“

    Nach einem internationalen Wirtschaftsstudium in Passau, Paris, Oxford und Berlin hatte Schäfer seine Karriere als M&A-Analyst bei Morgan Stanley in London gestartet. 1996 trat er als Referent Controlling in die damalige Viag AG ein, die später im Eon-Konzern aufging. Für Eon führte Schäfer später unter anderem die Geschäfte in Italien und den Gasgroßhändler Ruhrgas.

    Mehr: Fortum hält jetzt 75 Prozent an Uniper.

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