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Energie

Entsorger Erneuter Übernahmeversuch: Suez steht Milliardenangebot von Veolia ablehnend gegenüber

Der französische Entsorger bemüht sich erneut um den direkten Konkurrenten. Veolia bietet für die Anteile des Energiekonzerns Engie, Suez wehrt sich.
31.08.2020 Update: 31.08.2020 - 20:31 Uhr Kommentieren
Der französische Konzern will den Konkurrenten Suez übernehmen. Quelle: AFP
Veolia

Der französische Konzern will den Konkurrenten Suez übernehmen.

(Foto: AFP)

Düsseldorf In Frankreich zeichnet sich eine Milliardenfusion ab, die einen starken Marktführer im weltweiten Geschäft mit Müllent- und Wasserversorgung schaffen würde: Veolia Environment greift nach dem Konkurrenten Suez.

Veolia hat zunächst eine Offerte für den 29,9-Prozent-Anteil abgegeben, den der französische Energiekonzern Engie an Suez hält. Veolia bietet 15,50 Euro je Aktie in Bar. Der Anteil von Engie wird damit mit 2,9 Milliarden Euro bewertet. Sollte das Engie-Management die Offerte akzeptieren, will Veolia nach den Worten von Konzernchef Antoine Frerot dann ein öffentliches Angebot für die restlichen Aktien machen. Inklusive Schulden würde Suez dann mit rund 20 Milliarden Euro bewertet.

Die Engie-Führung kündigte an, die Offerte prüfen zu wollen. Der Energiekonzern hatte am 30. Juli angekündigt, die Beteiligung an Suez – neben anderen Aktivitäten – auf den Prüfstand zu stellen. Jetzt bietet Veolia nach eigenen Angaben einen Aufschlag von 50 Prozent auf den damaligen Kurs. Gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag beträgt der Aufschlag auch noch 27 Prozent.

Veolia startet damit den zweiten Versuch, den französischen Konkurrenten zu übernehmen. Der erste Versuch vor acht Jahren war gescheitert. Zum einen konnten sich die damaligen Manager nicht einigen. Zum anderen gab es kartellrechtliche Bedenken.

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    Auch jetzt dürfte die Freigabe der Fusion nicht einfach werden. Das neue Unternehmen käme auf einen Umsatz von 40 Milliarden Euro und würde zum einen die gesamte Palette in der Entsorgung und im Recycling abdecken und wäre zum anderen auch im Wassergeschäft stark. Beide Unternehmen sind unter anderem auch in Deutschland in jeweils großen Landesgesellschaften vertreten.

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    Die Aktien von Suez stiegen nach Bekanntgabe der Übernahmeofferte sprunghaft. Im Pariser Börsenhandel legten sie um knapp 18 Prozent zu und schlossen auf einem Sechsmonatshoch von 14,42 Euro. So stark war die Aktie in ihrer Geschichte noch nie geklettert. Allerdings blieb der Kurs deutlich unter der Offerte. Analysten werten das als Anzeichen, dass viele große Investoren nicht an einen Erfolg der Offerte glauben.

    „Im weltweiten Wettbewerb ist Größe entscheidend, um die nötigen Investitionen stemmen zu können, die es für den nachhaltigen Umbau von Kommunen und Unternehmen benötigt“, erklärte Veolia-Chef Frerot in einem Call zur Erläuterung des Deals: „Die beiden Unternehmen ergänzen sich sehr gut.“

    Engie könnte das Veolia-Geld gut gebrauchen

    Vincent Ayrel, Analyst bei JP Morgan, geht davon aus, dass das Management von Engie die Offerte rasch akzeptieren wird. Der Energiekonzern könne das Geld gut für die eigenen Pläne gebrauchen: „Die strategische Logik für eine Verbindung von Veolia und Suez ist sehr groß“, schrieb Ayrel. Es würde ein unumstrittener Weltmarktführer im Geschäft mit Umweltdienstleistungen entstehen – und das in einer Zeit, in der die Energiewende an Fahrt aufnehme.

    Die Führung des Traditionsunternehmens Suez steht der Offerte ablehnend gegenüber. Der Konzern teilte am Montagabend mit, seine Unabhängigkeit bewahren und an seiner eigenen Strategie festhalten zu wollen. Die Umweltsparte war 2008 bei der Fusion der Suez-Gruppe mit Gaz de France ausgegliedert und an die Börse gebracht worden. Der Mutterkonzern GDF Suez selbst firmierte dann 2015 in Engie um.

    Bei der Übernahme wird aber auch die französische Regierung mitsprechen. Der Staat ist mit knapp 24 Prozent an Engie beteiligt. Die Regierung werde die Offerte prüfen und Engies Interessen abwägen, erklärte Finanzminister Bruno Le Maire. Die Regierung werde sich aber auch die Logik des Deals anschauen und die Auswirkungen auf den Wettbewerb. Schon beim ersten Versuch 2012 hatte die Regierung Bedenken über die Zukunft der Mitarbeiter geäußert.

    Veolia will dieses Mal offenbar geschickter vorgehen. Nach Angaben des Unternehmens wäre der französische Investmentfonds Meridiam bereit, das Wassergeschäft von Suez in Frankreich zu kaufen. Insbesondere die erwartete Dominanz der beiden Unternehmen bei der Wasserversorgung in Frankreich hatten den ersten Versuch zu Fall gebracht.

    Ansonsten stünden die beiden Unternehmen noch bei der Entsorgung in Frankreich und einer Handvoll an Fällen in anderen Märkten im Wettbewerb, erklärte Veolia. Die potenziellen Synergien bezifferte Veolia mit 500 Millionen Euro.

    Die Papiere des Großaktionärs Engie kletterten in einer ersten Reaktion um mehr als sechs Prozent. Die Titel von Veolia legten knapp vier Prozent zu.

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