Energie

Envision-Chef Felix Zhang „Europa kann von uns profitieren“

Der Envision-Geschäftsführer Felix Zhang sieht in den Investments chinesischer Firmen keine Gefahr für europäische Konzerne, sondern Vorteile.
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Der Manager leitet den chinesischen Energiekonzern Envision. Quelle: scmp.com
Felix Zhang

Der Manager leitet den chinesischen Energiekonzern Envision.

(Foto: scmp.com)

Herr Zhang, Ihr Unternehmen Envision hat Deutschland mal als sein Labor bezeichnet. Was hat es damit auf sich?
Viele schauen darauf, wie Deutschland die Energiewende bewältigt. Davon können wir viel lernen. Deswegen komme ich so oft nach Berlin, um von den Deutschen zu lernen.

Das hört sich an, als würden Sie Innovationen für die Heimat mitnehmen wollen. Stichwort geistiges Eigentum.
Es gibt eine große Debatte über geistiges Eigentum. Die Europäische Union beschwert sich auf der einen Seite über die USA, auf der anderen Seite über China. Aber wissen Sie noch, wie Seide nach Europa oder Tee nach Indien kam? Das ist geistiges Eigentum, das seinen Ursprung in China hatte. Natürlich ist geistiges Eigentum wichtig, aber viel wichtiger ist es doch, Innovationen zu fördern und die Herausforderungen unserer Welt gemeinsam anzugehen.

Aber Sie verstehen die Bedenken der deutschen Regierung? Beispiel: 50Hertz und State Grid.
Ich denke, das ist zu kurz gedacht. Betrachtet man das ganze System, ist es sinnvoll, das Netz global zu denken und nicht mehr nur deutsch oder europäisch. Und da könnten internationale Partnerschaften wie die zwischen 50Hertz und State Grid sehr nützlich sein.

Sie können nicht nachvollziehen, dass jemand die Beteiligung eines chinesischen Energieversorgers an kritischer Infrastruktur bedenklich findet?
Ich kann verstehen, woher die Sorgen kommen. Aber wenn eines der weltweit führenden Energieunternehmen wie State Grid mit europäischen Konzernen zusammenarbeiten will, ist das in meinen Augen etwas Gutes. Portugals Regierung sieht das genauso, während man in Brüssel noch debattiert, ob Three Gorges EDP kaufen darf. Das geht in meinen Augen aber an dem eigentlichen Thema vorbei – dass nämlich auch Europa vom Wissen und Können aus Fernost profitieren kann.

Herr Zhang, vielen Dank für das Interview.

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