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ErdgasErstes LNG-Terminal in Wilhelmshaven soll schon Ende 2022 fertig werden

Wilhelmshaven hat im Rennen um Deutschlands erstes LNG-Terminal die Nase vorn. Aber auch in Stade und Brunsbüttel gehen die Dinge voran.Kathrin Witsch und Klaus Stratmann 07.04.2022 - 14:00 Uhr Artikel anhören

Die Stadt im Norden wird zu einem regelrechten Energieknotenpunkt.

Foto: dpa

Berlin, Düsseldorf. Im Nordwesten Deutschlands könnte schon Ende des Jahres das erste Terminal für die Anlandung von verflüssigtem Erdgas (LNG) ans Netz gehen. Mithilfe einer schwimmenden Anlage will der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper importiertes LNG an der Nordseeküste bereits ab dem kommenden Winter anlanden und umwandeln. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit. 

Wilhelmshaven ist aufgrund seiner Infrastruktur ein wichtiger Knotenpunkt für die zukünftigen Flüssigerdgaslieferungen. Nur 28 Kilometer entfernt liegen Erdgasübertragungsleitungen mit freien Transportkapazitäten, außerdem steht in Etzel einer der größten Erdgasspeicher Europas, der ebenfalls von Uniper betrieben wird. Der Anschluss des geplanten Terminals an beide Infrastrukturpunkte wird zur Zeit von dem Fernleitungsnetzbetreiber Open Grid Europe geplant (OGE). 

Jahrelang hatte Uniper an den Plänen für das schwimmende LNG-Terminal gearbeitet, 2021 aber beschlossen, das Projekt aufzugeben. Nach Ausbruch des Krieges zwischen Russland und der Ukraine und auf Bitten der Bundesregierung hat der Energiekonzern das Vorhaben nun wieder auf die Agenda gesetzt.

Weil Deutschland mehr als die Hälfte seines Erdgases aus Russland importiert, sucht die Politik unter hohem Druck nach Wegen, um sich aus der Energieabhängigkeit zu befreien. Liquefied Natural Gas (kurz LNG) aus Katar, den USA und anderen Ländern ist dabei die wichtigste Alternative. 

Anders als die Niederlande, Spanien, Italien und Frankreich besitzt Deutschland bislang allerdings kein eigenes LNG-Terminal. Die Lieferungen kommen bislang über einen Anlandeplatz in Rotterdam nach Deutschland. Das soll sich nun ändern. Aktuell sind gleich mehrere Terminals hierzulande in Planung.

Terminal in Stade und Brunsbüttel geplant

In Stade will die Hanseatic Energy Hub GmbH (HEH) ein Terminal bauen, über das in der ersten Ausbaustufe jährlich zwölf Milliarden Kubikmeter Gas importiert werden können. Neben dem Hamburger Hafen- und Schifffahrtslogistiker Buss Group sind bisher der belgische Pipeline- und Flüssiggasterminal-Betreiber Fluxys und der Schweizer Private-Equity-Kapitalmarktexperte Partners Group an dem Konsortium zum LNG-Terminal-Bau beteiligt.

Zugleich versucht in Brunsbüttel die German LNG Terminal GmbH seit vier Jahren, den Bau eines Terminals voranzutreiben. Das Projekt bekam vor wenigen Wochen deutlichen Rückenwind: Der Bund wird sich über die staatliche Förderbank KfW an dem Vorhaben beteiligen, ebenso der niederländische Gasnetzbetreiber Gasunie, der zu 100 Prozent dem niederländischen Staat gehört. Einen kleineren Teil übernimmt der RWE-Konzern.

Ebenfalls in Wilhelmshaven plant die belgische Investorengruppe TES ab 2024 einen Anlandeplatz für verflüssigtes Erdgas aufzubauen. 

Bislang gebe es drei Projekte von Unternehmen, die den Import über Terminals in der Stadt organisieren wollen, hatte Niedersachsens Energieminister Olaf Lies kürzlich gesagt. „Wenn wir sie alle drei umsetzen würden, würden wir wirklich auf eine nennenswerte Leistungsfähigkeit kommen. Wir könnten damit die Hälfte des importierten russischen Gases über die Küste Wilhelmshavens importieren“, sagte Lies. Insgesamt gehe es um 25 Milliarden Kubikmeter.

Import von LNG bis 2023

Hinsichtlich der Terminals müsse nun geschaut werden, wie und in welcher Reihenfolge die drei Projekte umgesetzt werden können, um das anvisierte Ziel, den Import von LNG bis 2023, zu erreichen. Auch Uniper wartet noch auf die offizielle Genehmigung durch die Politik. Vonseiten des Unternehmens sei alles so weit vorbereitet. 

Neben dem LNG-Terminal will Uniper den Standort Wilhelmshaven zu einem nationalen Knotenpunkt für Wasserstoff machen, unter anderem mit einem Importterminal für grünes Ammoniak. Das klimaneutral erzeugte Gas soll in einem sogenannten Ammoniak-Cracker zu Wasserstoff verarbeitet werden können. Gleichzeitig ist der Bau einer Elektrolyse-Anlage zur Produktion von Wasserstoff mit einer Größenordnung von 410 Megawatt (MW) geplant.

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Importterminal und Elektrolyse gemeinsam könnten den Angaben zufolge jährlich rund 295.000 Tonnen Wasserstoff produzieren und damit rund zehn Prozent des Bedarfs für ganz Deutschland im Jahr 2030 decken. Der so erzeugte grüne Wasserstoff soll der Versorgung der lokalen Industrie dienen, aber auch in das geplante nationale Wasserstoffnetz eingespeist werden.

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