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Energie
Protest gegen Bau weiterer Windkraftanlagen

Mehrere hundert Einwohner aus den Gemeinden von Mecklenburg-Vorpommerns protestieren gegen den weiteren Ausbau der Windkraft. Das Aktionsbündnis Freier Horizont hatte zu einem Sternmarsch aufgerufen.

(Foto: dpa)

Erneuerbare Energien CDU-Energieexperte fordert bundesweite Abstandsregelung für Windkraft

Eine Arbeitsgruppe aus CDU, CSU und SPD soll Lösungen für den wachsenden Protest gegen den Ausbau der Windkraft suchen. Ein CDU-Politiker fordert nun drastische Maßnahmen.
1 Kommentar

Düsseldorf Immer mehr Bürger wehren sich gegen Windrädern in ihrer Nachbarschaft – auch vor Gericht. Die Klagen gegen die mittlerweile 200 Meter hohen Anlagen häufen sich, der Ausbau droht ins Stocken zu geraten. Jetzt fordern CDU-Politiker eine bundesweite Abstandsregelung nach dem Vorbild Bayerns.

„Wir fordern einen pauschalen Abstand von 1000 bis 2000 Metern zwischen einem Windrad und der nächsten Wohnsiedlung“, sagte CDU-Politiker Jens Koeppen dem Handelsblatt. Man müsse die Sorgen der Bürger ernstnehmen und darauf reagieren, „sonst kommen wir nicht weiter“, warnte der Abgeordnete aus Brandenburg.

Koeppen ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Akzeptanz, die im vergangenen Jahr auf Bundesebene ins Leben gerufen wurde, um unter anderem Lösungen für die Probleme beim lahmenden Windkraftausbau in Deutschland zu finden.

Der war zuletzt eingebrochen, unter anderem, weil unzählige Windparks beklagt werden. Und zwar nicht nur von Naturschutzverbänden, sondern zunehmend auch von betroffenen Anwohnern, die sich gegen geplante Anlagen in ihrer Nachbarschaft wehren. Laut einer Analyse der Fachagentur Windenergie an Land (FA Wind) ist die Ausbausituation im ersten Quartal 2019 so schlecht wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. 

Um der steigenden Zahl von protestierenden Bürgern entgegenzukommen, schlägt Koeppen einen Abstand von 10H, also zehn mal so weit wie die Höhe der Anlage, vor. Bei den neuen Windanlagen heißt das teilweise bis zu 2000 Meter Abstand zu Siedlungen. In Bayern wird genau diese Regelung bereits seit 2014 umgesetzt und hat dort faktisch zum Ausbaustopp geführt. 

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Das Umweltbundesamt warnt in einer erst kürzlich veröffentlichten Studie vor pauschalen Mindestabständen. Bereits 1000 Meter würden die aktuell verfügbare Fläche für den Bau von Windrädern teilweise um bis zu 50 Prozent reduzieren. 

Der Vorschlag einer pauschalen Abstandsregelung stößt auch bei der SPD auf Widerspruch. „Wir haben im Koalitionsvertrag das Ziel von 65 Prozent erneuerbaren Energien bis 2030 beschlossen. Jetzt flächenbegrenzende Maßnahmen zu beschließen, steht diesem Ziel entgegen. Dem werden wir nicht zustimmen“, sagte der energiepolitische Sprecher der SPD, Bernd Westphal, dem Handelsblatt.

„Was man sicherlich in Erwägung ziehen kann, ist eine Abstandsregelung aufgrund der in einem bestimmten Radius nachweisbaren Lärmbelästigung durch Windräder. Aber hier reden wir von einem technisch begründbaren Abstand, nicht pauschal von 1000 Metern oder mehr“, so Westphal, der ebenfalls an den Beratungen in der AG Akzeptanz teilnimmt.  

Der SPD-Politiker sieht stattdessen Ausbaupotenzial bei der Beteiligung von Bürgern an Windprojekten oder wirtschaftlichen Anreizen, wie einen geringeren Strompreis für betroffene Kommunen. 

„Wir müssen einen Kompromiss finden und das wollen wir bis zum Herbst auch schaffen“, so Westphal. Eigentlich sollte die Berliner Expertenrunde bis Ende Mai erste Ergebnisse liefern. Bislang konnten sich die Vertreter von CDU, CSU und SPD allerdings nicht einigen. Bereits im vergangenen Jahr war es zu Streit zwischen den Koalitionspartnern gekommen, als die Union größere Abstände von Windrädern zu Wohnhäusern sowie die Abschaffung von Privilegien der Windkraft im Baurecht durchzusetzen versuchte. 

Mehr: Immer mehr Deutsche setzen sich gegen Windräder in ihrer Nachbarschaft ein – auch vor Gericht. Dabei soll Windenergie einen immer größeren Anteil am Strommix ausmachen.

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1 Kommentar zu "Erneuerbare Energien : CDU-Energieexperte fordert bundesweite Abstandsregelung für Windkraft"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hallo
    jeden der gegen Erneuerbare Energie Windkraft, PV oder Leitungsbau ist, konsequent vom Strombezug ausschließen. Es wird Zeit das sich der schweigende teil der Bevölkerung ( die schweigende Mhrheit ) gegen die Egoisten in unserem Land wehrt. Alles haben wollen aber nicht bereit sein dafür Einschränkungen hinzunehmen.