Energie

Erneuerbare Energien Kanada stoppt deutsche Millionen-Investition für Windpark

Kanada gilt als Paradies für Investoren. Der Windparkentwickler WPD aus Bremen macht gerade andere Erfahrungen. Ontario stoppt ein Projekt im Wert von 54 Millionen Euro.
Kommentieren
WPD: Kanada stoppt deutsche Millionen-Investition für Windpark Quelle: Reuters
Windpark

Die neue Regierung in Ontario hat mit der Ablehnung von Windkraft Wahlkampf gemacht.

(Foto: Reuters)

BerlinIm aktuellen Doing-Business-Index der Weltbank belegt Kanada Platz 18 unter 190 Staaten. Das Land liegt damit deutlich vor Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz. Der Index umschreibt die Bedingungen, unter denen Unternehmen in den jeweiligen Ländern Geschäfte betreiben können – von der Dauer von Genehmigungsverfahren über die Rechtssicherheit bis hin zu Regeln zum Schutz von Investoren.

Doch auf das gute Abschneiden Kanadas fällt ein Schatten. Der Windparkentwickler und -betreiber WPD aus Bremen muss in diesen Tagen feststellen, dass es keineswegs unproblematisch ist, in Kanada wirtschaftlich aktiv zu werden. Das Unternehmen sieht sich also Opfer eines Regierungswechsels in der Provinz Ontario.

In einer Pressemitteilung vom 10. Juli teilt die neue Provinzregierung mit, dass sie drei Punkten besondere Priorität in ihrer Arbeit beimisst. Einer davon ist es, das Windpark-Projekt „White Pines“ von WPD abzublasen. Die neue Regierung, die am 7. Juni gewählt worden war, hatte im Wahlkampf zwar angekündigt, keine neuen Windparkprojekte mehr genehmigen zu wollen. Dass aber auch Projekte betroffen sein würden, die bereits im Bau sind, stellte sich erst nach der Wahl heraus.

Für WPD ist das ein herber Rückschlag. Das Projekt war zunächst auf 29 Windturbinen angelegt, im Laufe des Genehmigungsprozesses wurde die Zahl auf neun reduziert. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 53 Millionen Euro. Anlagenlieferant ist der deutsche Hersteller Senvion.

Der Kanada-Chef von WPD sagte gegenüber regionalen Medien, die Steuerzahler müssten mit Kosten von mehr als 100 Millionen Kanadischen Dollar rechnen. Die neue Regierung hatten sich Bürgerprotesten gegen Windparks angeschlossen, die den negativen Einfluss von Windparks auf das Landschaftsbild beklagen.

„Wir arbeiten seit fast zehn Jahren an dem Projekt 'White Pines'. Alle notwendigen Genehmigungen liegen vor und sind bestandskräftig, der Netzanschluss ist gesichert, ein Einspeisevertrag für die Stromlieferung ist unterzeichnet und die Finanzierungsverträge sind abgeschlossen“, sagte WPD-Vorstand Hartmut Brösamle dem Handelsblatt.

„In unseren Augen war Kanada bislang ein Standort mit höchster Investitionssicherheit. Dass die neue Regierung von Ontario nun ein bereits genehmigtes Projekt, das kurz vor der Fertigstellung steht, verhindern will, hat uns sehr überrascht. Wir hoffen, dass die neue Regierung ihre Meinung noch ändert und uns den Vertrauensschutz gewährt, den alle Investoren in Kanada erwarten“, sagte Brösamle.

WPD ist nicht allein betroffen. Die Finanzierung des Projektes stammt von der KfW, auch die Stadtwerke München sind an dem Projekt beteiligt.

Handelsblatt Energie Briefing
Startseite

Mehr zu: Erneuerbare Energien - Kanada stoppt deutsche Millionen-Investition für Windpark

0 Kommentare zu "Erneuerbare Energien: Kanada stoppt deutsche Millionen-Investition für Windpark"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%