Energie

Erneuerbare Energien Konkurrenz beim Bau von Windparks wird immer schärfer

Beim Bau neuer Windparks verschärft sich laut Bundesnetzagentur der Wettbewerb. So ist der Zuschlagswert um über einen Cent pro Kilowattstunde gesunken. Die Subvention für jede Kilowattstunde liegt nun bei 4,28 Prozent.
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Die Branche setzt darauf, dass die Baukosten für die Windparks immer günstiger werden und die Strompreise an der Börse womöglich steigen, so dass sich der Betrieb auch ohne Subventionen lohnt. Quelle: dpa
Windräder in Mittelsachsen

Die Branche setzt darauf, dass die Baukosten für die Windparks immer günstiger werden und die Strompreise an der Börse womöglich steigen, so dass sich der Betrieb auch ohne Subventionen lohnt.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Wettbewerb beim Bau neuer Windparks nimmt an Schärfe zu. Die Bundesnetzagentur gab am Dienstag die Ergebnisse der zweiten Ausschreibungsrunde für Windenergieprojekte an Land bekannt. „Der durchschnittliche Zuschlagswert ist im Vergleich zur ersten Runde um über einen Cent pro Kilowattstunde gesunken“, sagte der Präsident der Behörde, Jochen Homann.

Der Durchschnittswert, also die Subvention, die der Betreiber für jede Kilowattstunde Strom bekommt, liege nun bei 4,28 Cent je Kilowattstunde. Die Bundesnetzagentur habe insgesamt 67 Geboten den Zuschlag zum Bau von Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1000 Megawatt erteilt. Dies entspricht etwa der Leistung eines Atomkraftwerks.

Das sind die größten Windkraft-Konzerne der Welt
Platz 14: XEMC (China)
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Nirgendwo auf der Welt werden jährlich mehr Windräder ans Stromnetz angeschlossen als in China. XEMC profitiert zwar von diesem Boom, hat aber durch einen etwas schwächeren Windmarkt an Bedeutung verloren. Der chinesische Elektrokonzern hat im Jahr 2009 die niederländische Energiefirma Darwind gekauft und sich so wertvolles Know-how für die Herstellung von Windturbinen und Rotorblättern gesichert, den wichtigsten Komponenten von Windenergieanlagen. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma FTI Intelligence brachte es XEMC 2017 auf fast tausend verkaufte Turbinen und einen Marktanteil von 1,8 Prozent.

Marktanteil 1,8 Prozent.  

Platz 13: Sewind (China)
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Im vergangenen Jahr fand sich auf diesem Platz noch der chinesische Staatskonzern Dongfang, im Ranking 2017 wird er von seinem ebenfalls chinesischen Konkurrenten Sewind zwei Plätze nach hinten verwiesen. Die Windkraftsparte des chinesischen Staatskonzerns Shanghai Electric produziert in zwei Fabriken jährlich mehr als 3.000 Windräder. Besonders erfolgreich ist das Unternehmen mit seinen Anlagen auf hoher See. Im Segment Offshore-Wind zählt Sewind zu den drei größten Herstellern weltweit. In Deutschland sind die Chinesen zudem am Maschinenbauer Manz AG beteiligt.

Marktanteil: 2,1 Prozent.  

Platz 12: CSIC Haizhuang (China)
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Unter den 15 führenden Windkraftkonzernen der Welt befinden sich gleich acht Unternehmen aus China. Der Grund ist simpel: Im Reich der Mitte wurden alleine 2017 mehr als 45 Prozent der weltweit neu installierten Windräder ans Stromnetz angeschlossen. Ausländische Firmen kommen in China kaum zum Zug, der Markt ist weitgehend abgeschottet. Dieser Heimatbonus beflügelt Konzerne wie CSIC Haizhuang – sie prägen verstärkt den Weltmarkt.

Marktanteil: 2,3 Prozent.

Platz 11: United Power (China)
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Der chinesische Windkraft-Konzern, United Power, bekommt die gedämpfte Entwicklung auf dem Heimatmarkt stark zu spüren. Vom siebten geht es auf den elften Platz und der Marktanteil schrumpft um ganze 1,2 Prozent. Die Tochtergesellschaft des staatlichen Stromversorgers China Guodian produziert Turbinen für Windräder an Land und auf hoher See in beinahe allen Leistungsklassen.

Marktanteil: 2,6 Prozent.

Platz 10: Suzion (Indien)
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Dank eines Boom-Jahres auf dem heimischen Markt, hat der indische Windturbinenhersteller Suzion es in die Top 15 geschafft. Das ist allerdings auch der Markt, auf den fast 40 Prozent des Geschäfts von Suzion entfallen. Im laufenden Jahr wird aufgrund von der Umstellung auf offene Ausschreibungen erst einmal mit einem Einbruch des indischen Marktes gerechnet, dann muss auch der Windradbauer zunächst mit einem Auftragseinbruch rechnen.

Marktanteil: 2,6 Prozent.

Platz 9: Senvion (Deutschland)
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Deutschlands viertgrößter Windkraftkonzern Senvion hat es auch global wieder unter die Top 10 geschafft. Ganze drei Plätze brachte ihn ein Rekordjahr auf dem deutschen Markt nach vorne. In der Bundesrepublik wurde noch nie soviel Windkraftleistung installiert wie im vergangenen Jahr: Ganze 6,5 Megawatt. Im nächsten Jahr könnte das aber wieder ganz anders aussehen. Die Hamburger kämpfen mit schwindenden Subventionen, massiven Preiskampf und sinkenden Umsätzen.

Marktanteil: 3,7 Prozent.

Platz 8: Mingyang (China)
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Chinas drittgrößter Windkraftkonzern will sich vom Maschinenbauer zum Service-Unternehmen wandeln. Zwar soll die Produktion von Turbinen, Gondeln und Rotorblättern weiterhin eine wesentliche Säule des Geschäfts bleiben, aber die Wartung und Instandhaltung von Windrädern verspricht höhere Renditen. Im Gegensatz zu den meisten anderen chinesischen Windkonzernen, konnte Mingyang seinen Marktanteil 2017 sogar vergrößern.

Marktanteil: 4,7 Prozent.

Die Bundesregierung hat bei Förderung von Windstrom Ausschreibungen eingeführt, um die Kosten zu senken. Den Zuschlag bekommt, wer die niedrigste Subvention fordert. Die jetzt erteilten Zuschläge gab es der Bundesnetzagentur zufolge für Gebote mit staatlich garantierten Abnahmepreisen zwischen 3,50 Cent je Kilowattstunde und 4,29 Cent. Die Projekte lägen vor allem in Ostdeutschland. Zum Zuge seien viele Bürgerenergiegesellschaften gekommen.

Bei der Energiewende spielen Windprojekte neben Solaranlagen eine Schlüsselrolle. Bei einer Ausschreibung für Windenergie auf See hatte im April mit dem Karlsruher Versorger EnBW erstmals ein Betreiber den Zuschlag für einen Windpark erhalten, der ganz ohne Subventionen auskommen will.

Die Branche setzt darauf, dass die Baukosten für die Windparks immer günstiger werden und die Strompreise an der Börse womöglich steigen, so dass sich der Betrieb auch ohne Subventionen lohnt.

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3 Kommentare zu "Erneuerbare Energien: Konkurrenz beim Bau von Windparks wird immer schärfer"

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  • @Herrn Holger Narrog: Das ist eine ausgesprochen geistreiche Art der Provokation, die Sie hier offenbaren. "...dreckiger Windstrom..." und "...umwelfreundliche Kernkraft..."?!? Hierzu zwei Schlagworte für Sie als Gedächtnisstütze: Tschernobyl und Fukushima.

    Andererseits beweisen Sie mit Ihrem Kommentar einen durchaus ausgezeichneten Humor, Danke dafür.

    Welch' armseeliger Akt der Verzweiflung eines Befürworters dieser rückständigen und aussterbenden Industrie...

  • Zur Klarstellung: Die Vergütung beträgt maximal 4,29 ct/kWh auf einen theoretischen 100 %-Referenzstandort. Die Vergütung wird um einen Korrekturfaktor angepasst, der sich anhand der Standortgüte im Vergleich zum 100 %-Referenzstandort errechnet, d.h. die tatsächlich ausgezahlte Vergütung wird nach oben oder nach unten angepasst - je nach Standortgüte. Für einen wenig windhöffigen 70 %-Standort mit dem höchstmöglichen Korrekturfaktor von 1,29 - dies entspricht i.Ü. einer Auslastung von ca. 33 % - beträgt die tatsächliche Vergütung z.B. 4,29 ct/kWh x 1,29 = 5,53 ct/kWh. Selbst in diesem Fall beträgt die Subvention mitnichten 5,53 ct/kWh. Subventioniert wird die Differenz zwischen dem Börsenstrompreis, in der Regel um 3,0 ct/kWh und den vergüteten 5,53 ct/kWh, sprich ca. 2,5 ct/kWh. Die Vergütung wird über 20 Jahre garantiert und nicht an die Inflation oder steigende Börsenstrompreise angepasst.

    Zum Vergleich: das sich im Bau befindliche AKW Hinkley Point in Großbritannien erhält eine Vergütung von über 10 ct/kWh über 35 Jahre, die dazu jährlich an die Inflation angepasst wird.
    Kein neues AKW, kein neues Braunkohlekraftwerk, kein neues Gaskraftwerk kann zu annährend ähnlichen Konditionen Strom produzieren, wie die Windenergie.

    Die Umweltschädlichkeit: die "externen Kosten" der vorgenannten Kraftwerke sind immens. Die dauerhafte Endlagerung von atomaren Abfällen ist nicht geklärt. Die Region um Fukushima ist unbewohnbar, ebenso um Tschernobyl. Der Abbau von AKWs dauert Jahrzehnte. Windenergieanlagen können in wenigen Tagen abgebaut und zum sehr, sehr großen Teil dem Recycling zugeführt werden. AKWs können das nicht. Steinkohle wird zum großen Teil aus Ländern mit sehr fraglichen Sicherheitsstandards und vielen Opfern bei der Förderung importiert. Bei Katastrophen mit Öltankern sterben Millionen Seevögel. Die Braunkohle frisst Landschaften und Dörfer, dazu kommt CO2. Die Liste lässt sich fortführen.

    Die perfekte Energie ist die, die erst gar nicht verbraucht wird.

  • Der Satz "Gesamtleistung von rund 1000 Megawatt erteilt. Dies entspricht etwa der Leistung eines Atomkraftwerks." ist bewusst missverständlich bzw. Qualitätspresse.
    Ein modernes Kernkraftwerk kann eine durchschnittliche Stromerzeugung von >90% der Nennleistung erreichen. Umweltschädliche Windmühlen erreichen ca. 17%. Damit liegt die Stromabgabe eines umweltschädlichen Windstromparks von 1000 MW bei 20% eines umweltfreundlichen Kernkraftwerks.

    Die Annahme, dass dreckiger Windstrom irgendwann wirtschaftlich wird, ist abwegig. Grund ist, dass die Einspeisung entsprechend der Launen des Wetters erfolgt. Solcher Strom ist wertlos.

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