Erneuerbare Energien: Milliardeninvestitionen im Meer: Schwimmende Windkraftwerke stehen vor dem Durchbruch
Drei „Floating Offshore“-Windkraftanlagen vor der Küste von Portugal.
Foto: imago images/ZUMA WireDüsseldorf. Es war bislang die weltweit größte Auktion für schwimmende Windkraftwerke. Für fast eine halbe Milliarde Euro sicherten sich unter anderem Shell, Iberdrola, Vattenfall, Orsted und Baywa vor wenigen Tagen die Rechte zum Bau von sogenannten „Floating Offshore“-Anlagen vor der schottischen Küste. Für den Bau der Windparks werden die erfolgreichen Bieter einen zweistelligen Milliardenbetrag investieren.
„Die erfolgreiche Vergabe von rund 15 Gigawatt schwimmender Kapazität an verschiedene Bieter aus der ganzen Welt lässt keinen Zweifel daran, dass die Branche bereit ist, den Ausbau der schwimmenden Offshore-Windenergie in vollem Umfang in Angriff zu nehmen“, sagte der Geschäftsführer des Weltverbands Offshore Wind, Gunnar Herzig.
Tatsächlich könnte das den Durchbruch für die neuartigen Windplattformen bedeuten. Noch stehen die allermeisten Windanlagen im Meer auf einer zehn Meter breiten Stahlröhre, die mit einem Gewicht von 1600 Tonnen im Meeresboden verankert wird. Aber die „XXL-Monopiles“, wie sie im Fachjargon genannt werden, bekommen Konkurrenz.
Windturbinen auf schwimmenden Fundamenten, „Floating“ genannt, könnten die Offshore-Windindustrie komplett neu aufrollen. Denn rund 80 Prozent der weltweiten Windressourcen liegen über Gewässern, die tiefer als 60 Meter sind. Das Potenzial, das die Floating-Technologie freisetzen könnte, ist enorm.