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Energie

Erneuerbare Energien Solar Start-up Enpal schließt Vertrag mit dem größten Photovoltaik-Konzern der Welt

Mitten in der Coronakrise kann sich Enpal über Auftragsmangel nicht beschweren. Nun schließt das Start-up einen Liefervertrag mit Longi Energy aus China.
24.08.2020 Update: 24.08.2020 - 14:48 Uhr Kommentieren
Photovoltaikmodule in einem Solarpark im Südwesten der Provinz Guizhou. Quelle: dpa
Photovoltaik in China

Photovoltaikmodule in einem Solarpark im Südwesten der Provinz Guizhou.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Während die europäischen Solarkonzerne alles daransetzen, die Photovoltaik-Industrie wieder zurück in ihre Ursprungsregion zu holen, orientiert sich das Berliner Start-up Enpal Richtung China.

Anfang August unterzeichnete das junge Solarunternehmen einen Liefervertrag mit dem chinesischen Konzern Longi Energy. Der Geschäftspartner ist mit einem jährlichen Umsatz von mehr als drei Milliarden Dollar der größte Hersteller von Solarmodulen auf der Welt. Mehr als 40 Prozent der globalen Produktionskapazitäten gehen auf das Unternehmen mit Sitz in Xi’an zurück. 

„Gerade in Zeiten einer Pandemie sind stabile Lieferketten unglaublich wichtig. Daher haben wir die Entscheidung getroffen, uns direkt mit Herstellern zur Produktentwicklung und Produktion auf strategischer Ebene zu verbinden“, erklärte Henning Rath, Chief Supply Chain Officer von Enpal, jetzt im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Nicht nur die Module sollen aus den Werken des chinesischen Konzerns kommen, sondern auch alle anderen Komponenten – vom Gerüst bis zum Wechselrichter. „Nächstes Jahr wollen wir bis zu 12.000 Anlagen in Deutschland verkaufen. Dafür brauchen wir Material, und China hat sich in den letzten Jahren an der Weltspitze etabliert“, sagte der Manager. Und das hat das Start-up auch vor. 

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    Vor drei Jahren war Aroundhome-Gründer Mario Kohle mit seiner Idee für das deutsche Jungunternehmen gestartet: Enpal will Solaranlagen nicht nur verkaufen, sondern auch vermieten. Sein Konzept ist klar: Interessierte Hausbesitzer können sich online ein Angebot erstellen lassen und direkt sehen, wie viel eine Solarmiete auf dem eigenen Hausdach kosten würde. Nach 20 Jahren gehört die Photovoltaik-Anlage gegen einen Obolus dann dem Mieter. Die Stromrechnung soll dadurch nicht höher werden.

    Eine Idee, die zwar nicht neu ist, aber schon viele namhafte Investoren gefunden hat. Rocket-Internet-Gründer Alexander Samwer hat schon in das Solar-Start-up investiert, genauso wie Circ-Gründer Lukasz Gadowski. Über den E-Scooter-Hersteller kam auch Rath im April 2020 zu Enpal. Der 33-Jährige hatte Circ mit Gadowski gemeinsam gegründet und leitet nun die Geschäfte für Enpal von China aus.

    Comebackversuch in Europa

    „Preise können innerhalb Chinas gut verhandelt werden, und wir sind sehr gut vernetzt“, sagte Rath. Warum man keine deutschen Module einkaufe, beantwortet der gebürtige Westfale mit der gewonnenen Liefersicherheit, weil Enpal nun direkt an der Quelle sitze, wie der Manager betont.

    Die Argumentation dürften die Hersteller von Solarzellen und -modulen, die derzeit versuchen, wieder eine Produktion in Europa aufzubauen, nicht gerne hören. Nachdem die Branche in Europa groß geworden war und dann durch die Anbieter aus China an den Rand gedrängt wurde, gibt es aktuell wieder Versuche, in Europa ein Comeback zu starten. Dazu haben sich mehrere Unternehmen und Verbände auf EU-Ebene zusammengetan.

    Die Initiative mit dem Namen Solar Manufacturing Accelerator will allein mit den ersten zehn Projekten bis zu sechs Milliarden Euro investieren. Erste konkrete Projekte gibt es schon, beispielsweise vom Schweizer Unternehmen Meyer Burger, das eine Fünf-Gigawatt-Modulproduktion in Ostdeutschland aufbauen will.

    Dabei müssen die Hersteller aber mit den günstigen Preisen in China konkurrieren. Die dürften Enpal am meisten überzeugt haben, den Liefervertrag zu schließen. Denn Enpal ist auf Wachstumskurs. Zum Vorjahr ist das Geschäft mit der Solaranlagenvermietung um satte 300 Prozent gewachsen – wenn auch noch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.

    Insgesamt wird Enpal bis Ende des Jahres nur etwas mehr als 6500 Anlagen deutschlandweit installiert haben – für das kommende Jahr hat sich das Unternehmen aber ehrgeizige Wachstumspläne gesetzt. Und noch dazu will das Start-up Ende nächsten Jahres auch schon in einige ausländische Märkte expandieren.

    Bislang ist die Vermietung ein Nischengeschäft

    Experten sehen das Geschäft mit der Solarmiete in Deutschland bislang eher als Nische. Während das Leasingmodell in Ländern wie den USA lange etabliert und auch erfolgreich ist, tun sich die Deutschen mit der Miete-statt-Kauf-Mentalität eher schwer.

    Durch die viele Jahre lang üppige Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetzt (EEG) war für viele Hausbesitzer die eigene Solaranlage auch eine gute Anlagemöglichkeit. Inzwischen ist die Vergütung aber gesunken, die Anlagen werden immer mehr zur Deckung des eigenen Stromverbrauchs eingesetzt, und Mietmodelle werden attraktiver.

    Unternehmen wie DZ-4 aus Hamburg und auch einige Stadtwerke haben sich – meist mithilfe von Dienstleistern wie Greenergetic oder Trianel – zwar schon an dem Konzept versucht. Aber der große Durchbruch blieb bislang aus. Für Rath steht aber außer Frage, dass Enpal mit seiner Vorgehensweise Erfolg haben wird. Schließlich wolle man „das größte Solarunternehmen Europas werden“.

    Mehr: Der Traum von der Rückkehr der deutschen Solarindustrie.

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