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Energie

Erneuerbare Energien Sonnenstrom schlägt Windkraft

Die erste gemeinsame Ausschreibung von Windkraft an Land und Photovoltaik ging ausschließlich an Solarprojekte. Nicht nur die Windkraftbranche tobt.
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Mit gemeinsamen Ausschreibungen  erhofft sich die Bundesregierung eine weitere Kostensenkung im Bereich der Erneuerbaren Energien. Quelle: dpa
Solarenergie vor Windkraft

Mit gemeinsamen Ausschreibungen erhofft sich die Bundesregierung eine weitere Kostensenkung im Bereich der Erneuerbaren Energien.

(Foto: dpa)

DüsseldorfIm direkten Wettbewerb zwischen Windkraft und Sonnenenergie ist die Photovoltaik der klare Sieger. Bei der ersten gemeinsamen Auktion für die Ökostrom-Förderung haben sich ausschließlich Solaranlagen durchgesetzt.

„Im Wettstreit setzt sich eben die Technologie durch, die zu den geringsten Kosten anbieten kann“, kommentierte der Präsident der Netzagentur, Jochen Homann. Den Zuschlag erhielten 32 Solarprojekte mit einer Gesamtleistung von 210 Megawatt, wie die Bundesnetzagentur am Donnerstag mitteilte.

Das erzürnt wider Erwarten aber nicht nur die Onshore-Windkraftbranche, in einer gemeinsamen Pressemitteilung kritisieren die Bundesverbände beider Technologien nicht nur das Ergebnis, sondern das Prinzip gemischter Ausschreibungen an sich. Die Energiewende erfordere einen kraftvollen Ausbau der Wind- und Solarkapazitäten auf Augenhöhe.

Gemeinsame Ausschreibungen seien dafür ungeeignet, heißt es in einer Erklärung. „Erfolgreicher Klimaschutz braucht ein Miteinander und kein Gegeneinander von Solar- und Windenergie“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft, Carsten König.

Die Bundesnetzagentur hatte erstmals eine gemeinsame Ausschreibung für Windräder an Land und Solaranlagen gestartet. Es gingen 54 Gebote ein, davon 18 für Windenergieanlagen und 36 für Solaranlagen. Für Solaranlagen wurden durchschnittlich 4,82 Cent je Kilowattstunde geboten, für Windenergieanlagen an Land waren es 7,23 Cent. Die erfolgreichen 32 Solaranlagen erhielten den Zuschlag zwischen 3,96 Cent und 5,76 Cent je Kilowattstunde.

Die gemeinsamen Ausschreibungen könnten den ohnehin bereits großen Preisdruck auf die Windbranche noch einmal erhöhen. Auch die Solarbranche hat jahrelangen harten Wettbewerb hinter sich, erholt sich aber langsam wieder. In der Windbranche, wo im vergangenen Jahr erst auf das Auktionssystem gewechselt wurde, hat der Preiskampf gerade erst begonnen.

Für Patrick Graichen, Direktor des Berliner Think Tanks Agora Energiewende, ist das Ergebnis ein Zeichen, dass die Bundesrepublik mehr Photovoltaik ausbauen sollte. „Deutschland sollte dem Beispiel von Ländern wie China, der Türkei, Australien und Japan folgen. Die im Koalitionsvertrag vereinbarten Sonderausschreibungen von je vier Gigawatt Solar- und Windkraftanlagen 2018 und 2019 müssen jetzt noch vor der Sommerpause im Gesetz verankert werden“, fordert Graichen.

Auch die Grünen fordern ein Ende der gemeinsamen Ausschreibungen. Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik der Partei im Bundestag, weist auf den Bedarf an stetigem und steigenden Ausbau beider Technologien hin. „Es ist unsinnig, Wind- und Solarstrom in einen Wettbewerb gegeneinander zu schicken. Vielmehr sind geeignete Rahmenbedingungen für einen klugen Mix aller verschiedenen Erneuerbaren Energien notwendig“, teilte die Politikerin am Donnerstag mit.

Experten gehen davon aus, dass Wind und Solar zukünftig einen Anteil von eins zu eins vertreten sein sollten, um die Energiewende zu meistern. Dafür müsste die Solarkraft allerdings erstmal noch einiges aufholen. Aktuell hat Photovoltaik nur 18 Prozent Anteil am grünen Energiemix für die Stromerzeugung. Knapp 41 Prozent hingegen stammen von der Windenergie an Land. Zählt man noch den Offshore-Anteil dazu, machen Windräder sogar fast die Hälfte des Ökostroms aus.

„Wind und Solar ergänzen sich gut, sie produzieren Strom zu unterschiedlichen Zeiten“, erklärt Graichen. In Zukunft sollten daher Wind- und Solarkombinationen ausgeschrieben werden. „So können Kosten gesenkt werden, denn die nötige Netzinfrastruktur und auch Flächen werden dann gemeinsam genutzt“, sagt der Agora-Direktor.

Das der Ausbau nicht einseitig gefördert werden darf weiß auch die Bundesnetzagentur. Die technologieoffenen Ausschreibungen war eine Vorgabe der EU-Kommission. Die Testphase soll bis 2020 laufen. Separate Ausschreibungen soll es für beide Technologien trotzdem weiter geben. In diesem Jahr will auch Frankreich technologieneutrale Ausschreibungen abhalten.

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4 Kommentare zu "Erneuerbare Energien: Sonnenstrom schlägt Windkraft"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Schauen sie sich mal die Aktien von RUN an. es könnte sein daß sie uberrascht sind

  • Zwar mag jeder Verbraucher für sich entscheiden, ob er privat eine Solaranlage auf dem Dach mag, vielleicht sogar dies mit einem Stromspeicher ergänzen - DOCH
    Der großflächige Einsatz treibt nur die Stromkosten hoch, egal ob Wind- oder Solarenergie - beide arbeiten nicht verbrauchsabhängig. Insofern wirken sie nur Stromkosten erhöhend. Wirklich etwas bringen sie nicht. Windräder verschandeln zudem die Landschaft un produzieren teuren unnützen Strom, der Wettbewerb ist sinnvoll, wird doch der sinnlose Strom dadurch günstiger. Wenn schon sinnlos, dann bitte billig!

  • Es erstaunt mich sehr, dass ein "Fachmann" wie Herr Graichen Solaranlagen in China, der Türkei, Australien und Japan mit solchen in Deutschland vergleicht. In diesen Ländern ist die Sonneneinstrahlung wegen ihrer größeren Nähe zum Äquator erheblich höher. M.E. können sich Solaranlagen in diesen Ländern lohnen, in Deutschland mit knapp 1.000 Vollbenutzungsstunden pro Jahr aber nicht

  • Faszinierend ist wohin eine nach ökoreligiösen Visionen orientierte Stromversorgung driftet. Offensichtlich hat man sich völlig von den Limitationen der Technik und Naturwissenschaft entfernt. Analog sozialistischer Wirtschaftssysteme sind Erzeugung und Verbrauch nicht auf einander abgestimmt.

    Im Stromnetz müssen Stromnachfrage und Erzeugung in jedem Augenblick gleich sein andernfalls bricht das Netz zusammen. In einer dem Verstande geschuldeten Erzeugerstruktur mit modernen Kohlekraftwerken und umweltfreundlichen Kernkraftwerken sorgen die rotativen Massen der Turbogeneratoren für den Ausgleich im Sekundenbereich, die Kesselreserven (Siedewasserreaktoren, Kohle) für den Ausgleich im Minutenbereich und Reservekapazitäten für den darüber hinausgehenden Ausgleich.

    Windmühlen und Solaranlagen speisen ihren wertlosen, umweltschädlichen Strom entsprechend den Launen des Wetters, der Tages- und Jahreszeit ein. Wenn man die Stromerzeugung ein klein wenig besser in Einklang mit dem Verbrauch bringen wollte, würden sich folgende Massnahmen anbieten:

    1. Solaranlagen produzieren die Hälfte der Jahresmenge in < 500h/Jahr grösstenteils im Sommer, Windmühlen in ca. 1200h/yr. eher im Winter. Deshalb würde man den Anteil der Windmühlen höher ansetzen.
    2. Wenn Stromerzeugung und Verbrauch örtlich weit auseinanderfallen dann ergeben sich im Netz Herausforderungen. Es würde sich anbieten Windmühlen und Solaranlagen regional auszuschreiben.
    3. Ein Teil der umweltschädlichen Solaranlagen sollte nach Osten, ein anderer Teil der Anlagen nach Westen ausgerichtet werden damit die Einspeisung ein wenig besser über den Tag verteilt wird.

    Die obigen Massnahmen würden dazu führen dass die Ökostromerzeugung ein wenig besser an den Verbrauch angepasst wird. Eine funktionierende Stromversorgung lässt sich damit natürlich nicht erreichen. Aussagen wie das eine umweltschädliche Windmühle so und so viele Haushalte versorgen kann bleiben schlicht Falschaussagen.

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