Erneuerbare Energien: Deutschland muss bis Ende 2029 täglich sechs Windräder bauen
Ohne ausreichend Ökostrom wird Deutschland laut Expertinnen und Experten nicht nur die Klimaziele verfehlen – auch die Industrie könnte abwandern.
Foto: dpaBerlin, Düsseldorf. Mehr als 20 Jahre hat es gedauert, bis sich in Deutschland Windräder an Land mit einer Gesamtleistung von 56 Gigawatt drehten. Innerhalb von nur sieben Jahren müsste nun noch einmal mehr als die gleiche Menge installiert werden, nämlich 59 Gigawatt, damit die Bundesregierung ihr für 2030 gesetztes Windkraft-Ziel von 115 Gigawatt erreicht.
Das ist kaum zu schaffen, wie eine Auswertung nahelegt, die das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) für das Handelsblatt erstellt hat. Es droht eine Lücke in der Stromversorgung.
Laut EWI müssten von 2023 bis Ende 2029 täglich 5,8 Windräder mit einer durchschnittlichen Leistung von je 4,2 Megawatt hinzukommen. Mögliche Rückbauten alter Anlagen sind dabei einberechnet. Wie gewaltig die Aufgabe ist, zeigt der historische Vergleich: Im Mittel der Jahre 2010 bis 2021 wurden pro Tag rund 3,5 Windenergieanlagen errichtet, mit einer Nennleistung von im Schnitt lediglich 2,8 Megawatt.
Windenergie nicht ausreichend ausgebaut: Verfehlt Deutschland seine Ziele für erneuerbare Energien?
Für das Vorhaben von 115 Gigawatt bis 2030 müssten jährlich fast neun Gigawatt installiert werden. Selbst im bisherigen Boomjahr 2017 hat es eine so hohe Ausbaugeschwindigkeit nicht gegeben. Damals wurden 5,3 Gigawatt neu installiert.