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Energie

Erneuerbare Energien Trump wütet gegen deutsche Windkraft

Subventionsfresser, Vogelmörder, „ästhetisches Desaster“: Donald Trump hasst Windräder. Jetzt wetterte der künftige US-Präsident gegen Anlagen von Herstellern wie Siemens. Die deutsche Ökostrombranche reagiert gelassen.
23.11.2016 - 18:45 Uhr 27 Kommentare
Trump ist seit Jahren ein erklärter Gegner von Windrädern. Bereits 2012 twitterte er, dass Windturbinen aus seiner Sicht ein „ökologisches und ästhetisches Desaster“ seien. Quelle: Reuters
Donald Trump

Trump ist seit Jahren ein erklärter Gegner von Windrädern. Bereits 2012 twitterte er, dass Windturbinen aus seiner Sicht ein „ökologisches und ästhetisches Desaster“ seien.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Donald Trump verabscheut Windräder. Bei einem Besuch in der Redaktion der amerikanischen Tageszeitung New York Times wetterte der künftige Präsident der Vereinigten Staaten erneut gegen Ökostromanlagen. „Ich habe ein Problem mit Wind“, sagte Trump. „Windmühlen töten Vögel und Windmühlen benötigen massive Subventionen.“ Der Immobilienunternehmer ist davon überzeugt, dass sich Windenergieanlagen, die teils 200 Meter hoch in den Himmel ragen, ohne staatliche Fördergelder überhaupt nicht rechnen würden.

„Das stört mich, und sie töten all die Vögel“, erklärte Trump. Zudem würden die Anlagen „aus enormen Mengen Stahl hergestellt, das in die Atmosphäre geht“, sagte Trump. Was den politischen Quereinsteiger aber offenbar am meisten empört: „Wir stellen die Windmühlen nicht in den Vereinigten Staaten her. Sie werden in Deutschland und Japan gefertigt“, so Trump.

Auf den Hinweis des New York Times-Kolumnisten Thomas L. Friedman, dass beispielsweise der US-Industriekonzern General Electric in einer großen Fabrik in South Carolina Windturbinen herstellt, erklärte Trump: „Das ist gut. Aber […] Siemens und die Chinesen machen die meisten davon.” Trump betonte, dass er Windmühlen nicht subventionieren will – und wohl schon gar keine Anlagen aus Deutschland.

Siemens wollte sich auf Handelsblatt-Anfrage nicht zu den Aussagen von Trump äußern. Siemens-Chef Joe Kaeser betonte nach dem Wahlerfolg von Trump aber, dass er sich „auf eine weiterhin vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der neuen US-Administration“ freue. Der Münchner Dax-Konzern beschäftigt in Amerika mehr als 50.000 Mitarbeiter, dazu zählen auch hunderte Beschäftigte im Windenergiebereich. Siemens fertigt etwa Rotorblätter in Fort Madison und Iowa sowie Maschinenhäuser für Windkraftanlagen in Hutchinson und Kansas.

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    Deutsche Unternehmen zählen insgesamt zu den führenden Herstellern von Windkraftanlagen. Neben Siemens könnten deswegen nun auch für die beiden Hamburger Turbinenbauer Nordex und Senvion in Amerika schwierige Zeiten anbrechen. Laut der Unternehmensberatung Ernst & Young sind die Vereinigten Staaten derzeit noch das attraktivste Land für Investitionen in Ökostrom weltweit. Unter Trump als Präsident könnte sich das allerdings schnell ändern.

    Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands Windenergie, gibt sich betont gelassen. „Präsident Trump ist noch in der Findungsphase. Warten wir ab, wer ihn energiepolitisch beraten wird“, sagte Albers dem Handelsblatt. „Die Erneuerbaren sind heimische Energien, die sein Ziel einer Stärkung der US-Wirtschaft und der Beschäftigung eigentlich stützen. Das sollten wir mit den Amerikanern besprechen“, erklärte Albers.

    Handelsblatt Energie Briefing
    Warum Analysten skeptisch sind
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    27 Kommentare zu "Erneuerbare Energien: Trump wütet gegen deutsche Windkraft"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Herr Per Andersson24.11.2016, 14:35 Uhr

      "Windkraft kann man gut vorhesagen und sie kann eine Menge CO2 einsparen. "

      Vorhersagen oder vorhersehen? Geschieht dies durch den Wetterbericht?

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

    • @MHammermann: Das Wind eine ökonomische, erneuerbare Energiequelle ist steht ausser Zweifel. Ein beliebter Fehler ist doch die Diskussion om billiger als Kraftwerkstyp xy. Konventionelle Kraftwerke liefern eine anderes Produkt: Strom auf Knopfdruck und nicht nach Wetterlage. Windkraft kann man gut vorhesagen und sie kann eine Menge CO2 einsparen. Trotzdem darf man in der Gesamtbetrachtung nicht das Pumpspeicherkraftwerk oder Gas-undDampfkraftwerk vergessen was zum Back-Up dastehen muss. Eine Lösung wird immer einen Energiemix benötigen.

    • Siehe Fraunhofer ISE Studie aus dem Jahr 2013, in dem wikipedia-Artikel Stromgestehungskosten die Literaturstelle 10. Beide um die 5 Cent/kWh bei guten Lagen für die Windräder. In den USA hat man sehr gute Lagen. Man kann jetzt natürlich auch das Fraunhofer ISE als nicht neutral anzweifeln. Ich sage nur: Es wird der Tag kommen, an dem Strom aus Windkraft billiger ist als aus allen anderen Quellen. Und das Problem der Speicherung ist lösbar, aber eben im Moment noch teuer.
      Das Problem wird sich sowieso dadurch lösen, dass in China aufgrund der Luftverschmutzung in den Städten sowohl Autos als auch Heizungen als auch Kraftwerke Maßnahmen erfordern, und das geht am billigsten mit Windkraft plus Elektroautos oder Kernenergie plus Elektroautos.

    • @Herr Hammermann
      "Wenn ich die Zahlen in Wikipedia richtig interpretiere, dann ist Strom aus Windkraft onshore heute nicht teurer als Strom aus Braunkohle."
      Theoretich. In der Praxis werden in Deutschland immer noch überhöhte Preise gezahlt, so letztens 19,4Cent für Offshore-Windparks. Vattenfall bekommt den gleichen Offshore-Park hin - mit einer Vergütung von 4,99 Cent.

      Quelle: HB Artikel "Es geht deutlich günstiger", 14.11.16 Seiten 4 und 5 Printausgabe

    • Trump steicht die Wohlstandsvernichtende und Arbeitsplatzvernichtende CO2-Verbots-Klimapolitik von seiner politischen Agenda.
      Er führt die Klimawissenschaft wieder in die Wissenschaft zurück und schafft damit in Zukunft die Basis für Arbeitsplätze und Wohlstand auf Basis des lebenswichtigen CO2.

      Trump macht bis dato alles richtig. Zum Wohl des US Volk. Glückliches Amerika, Glückliches England!

    • Wenn ich die Zahlen in Wikipedia richtig interpretiere, dann ist Strom aus Windkraft onshore heute nicht teurer als Strom aus Braunkohle. Nur die Speicherung ist das Problem. Das bedeutet, dass die Speicherung quasi nichts kosten darf. Oder man kann es so sehen: Wenn die Staatengemeinschaft aufgrund der Erkenntnisse eines Kreises von ausgewählten Wissenschaftlern zu dem Ergebnis kommt, dass es für die Gesamtheit der Menschheit besser ist, weniger CO2 auszustoßen, und dies auch beschließt, warum sollte sich ein einzelner Staat davon ausnehmen? Sind wir Menschen oder Tiere? Menschen sollten ein Gesamtsystem verstehen und nicht nur für sich selbst leben. Tiere kaufen sich SUVs und fahren auf der Autobahn 180 km/h. Menschen denken an ihre Mitmenschen und sparen Strom, Energie und verringern ihren CO2-Ausstoß. SIe sind auch bereit, für die Speicherung von Strom Geld zu bezahlen. Davon abgesehen wird auf jeden Fall die Windkraft samt Speicherung eines Tages billiger sein, weil man nämlich keine Ortschaften umsiedeln muss, Kohle über weite Entfernungen transportieren oder auch weil Kohle nun mal wie alle Rohstoffe in der Erde endlich ist. Lassen Sie es mi Jahr 2050 oder 2100 oder auch 2200 sein. Ich persönlich glaube an die Erkenntnisse von Wissenschaftlern und passe mein Verhalten an. Sie brauchen es ja nicht zu tun.

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • Ja klar, aber Fracking ist natürlich eine ästhetische Augenweide.

      Und was gehen Trump deutsche Windräder an? Gar nichts.

      Mir ist natürlich klar, das die USA kein Interesse daran haben, dass andere Länder sich von fossilen Energieträgern unabhängig(er) machen könnten. Aber eben dieses EIgeninteresse sollte man bei Trump nie aus dem Auge verlieren. Trump geht es zuerst um sein eigenes Wohl, dann um das Wohl Amerikas und danach um gar nichts mehr. Wettert er gegen deutsche Windräder, stehen dahinter massive wirtschaftliche Interessen der USA.

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