Energie

EU-Projekt Nabucco verliert Gas-Poker gegen Trans-Adria-Pipeline

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Neue Marktchancen durch alternative Gasquellen?

Dagegen hält es das Konsortium einer Mitteilung zufolge weiter für möglich, anhand alternativer Gasquellen neue Marktchancen entwickeln zu können. „Der Diversifizierungsbedarf bleibt nach wie vor eine Herausforderung für den europäischen Markt, vor allem aber für die Länder Zentral- und Südosteuropas. Unserer Überzeugung nach bietet die Nabucco-Route die einzige Möglichkeit, diesen Bedarf zu decken.“

Nabucco sollte von der türkisch-bulgarischen Grenze über Wien nach Europa liefern. Die nun vom Shah-Deniz-II-Konsortium gewählte Leitung verläuft vom Kaspischen Meer über Griechenland, Albanien durch die Adria bis zum Süden Italiens - und von dort weiter nach Westeuropa.

An der TAP sind die Energiekonzerne Axpo (Schweiz) und Statoil (Norwegen) mit je 42,5 Prozent sowie der deutsche Konzern E.ON Ruhrgas mit 15 Prozent beteiligt. Künftig soll auch noch das belgische Unternehmen Fluxys Anteile übernehmen. In einem ersten Schritt sollen durch die TAP jährlich rund 10 Milliarden Kubikmeter Gas fließen, später dann maximal 20 Milliarden Kubikmeter Gas oder fünf Prozent des europäischen Verbrauchs. Die Kosten für die rund 900 Kilometer lange Leitung liegen aserbaidschanischen Medien zufolge bei rund 2,5 Milliarden Euro.

Freude herrschte nach dem Zuschlag für die TAP in Athen. Der griechische Regierungschef Antonis Samaras nannte die Entscheidung „die wichtigste positive Wirtschaftsentwicklung, die es für Griechenland in den letzten zehn Jahren gegeben hat“. Das hoch verschuldete Land steckt seit mehreren Jahren tief in der Krise. Der Bau der Pipeline werde Tausende Arbeitsplätze schaffen.

Handelsblatt Energie Briefing
  • dpa
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