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Energie

Eurobattery Minerals Schwedisches Unternehmen will „grüne Mineralien“ für E-Autos fördern

Die Autoindustrie braucht für ihre Transformation dringend Rohstoffe aus zertifizierten Quellen. Eurobattery Minerals will die künftig in Europa abbauen.
21.01.2021 - 04:00 Uhr Kommentieren
Das schwedische Unternehmen will die für die Herstellung der Batterien notwendigen Rohstoffe wie Nickel, Kobalt, Kupfer und Seltene Erden ausschließlich in Europa abbauen. Quelle: Eurobattery Minerals
Eurobattery Minerals

Das schwedische Unternehmen will die für die Herstellung der Batterien notwendigen Rohstoffe wie Nickel, Kobalt, Kupfer und Seltene Erden ausschließlich in Europa abbauen.

(Foto: Eurobattery Minerals)

Stockholm Die Produktion von Lithium-Batterien für Elektroautos ist in die Kritik geraten. Den Herstellern werden Umweltzerstörung und menschenunwürdige Produktionsbedingungen bei der Gewinnung der notwendigen Mineralien vor allem in Afrika und Asien vorgeworfen. Dass die Herstellung von Stromspeichern auch nachhaltig geschehen kann, will das kleine Stockholmer Bergbauunternehmen Eurobattery Minerals (EBM) beweisen.

Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, die für die Herstellung der Batterien notwendigen Rohstoffe wie Nickel, Kobalt, Kupfer und Seltene Erden ausschließlich in Europa abzubauen. Dazu hat EBM mehrere Bergbauprojekte in Finnland, Nordschweden und Spanien gestartet.

„Sowohl in unserem Projekt in Finnland als auch in Spanien haben wir eine lange Bohrkampagne durchgeführt, bei der die erzielten Ergebnisse unsere Erwartungen übertroffen haben“, sagte EBM-Chef Roberto Garcia Martinez dem Handelsblatt. Er spricht von einer „nachhaltigen und ethischen Produktion“. Besonders betont er die Rückverfolgbarkeit. Der Kunde soll jederzeit über die genaue Herkunft der Mineralien informiert sein.

Der Spanier leitet das Unternehmen, für das rund 60 Personen arbeiten, seit 2019. Zuvor führte der 50-Jährige mehrere Bergbauunternehmen in Europa und Afrika und kennt deshalb die teilweise verheerenden Produktionsbedingungen für Menschen und Umwelt.

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    Martinez rechnet mit guten Marktchancen für sein Unternehmen. Unter anderem die deutsche Autoindustrie will bei ihrer Transformation hin zu Elektrofahrzeugen die für die Batterieproduktion notwendigen Mineralien möglichst von zertifizierten Unternehmen einkaufen. „In weniger als drei Jahren“ sei man in der Lage, die ersten Mineralien an Batteriehersteller zu liefern, versichert der EBM Chef.

    Der EBM-Chef sieht gute Chancen für das Unternehmen. Quelle: Eurobattery Minerals
    Roberto Garcia Martinez

    Der EBM-Chef sieht gute Chancen für das Unternehmen.

    (Foto: Eurobattery Minerals)

    Eines ist aber auch klar: Batterien, die nachhaltig ohne Kinderarbeit und umweltschonend produziert werden, haben einen höheren Preis. Doch das macht Martinez keine Sorgen. „Der Markt ist bereit, mehr für ein Produkt zu zahlen, das alle notwendigen Anforderungen erfüllt“, sagt er.

    Einen Markt für umweltfreundlich hergestellte Batterien gibt es, ist sich der EBM-Chef sicher. Denn seinen Berechnungen zufolge werden derzeit nur zwei bis vier Prozent der Batterien, die die europäische Autoindustrie benötigt, auch in Europa produziert. Mehrere Autohersteller hätten bereits Interesse angemeldet. Sie wollen sich die Mineralien direkt bei einem Bergbauunternehmen sichern.

    Martinez nennt als Beispiel BMW. Die Münchener hätten im vergangenen Jahr eine Vereinbarung über die Lieferung von Rohstoffen mit einem australischen Bergbauunternehmen getroffen.

    Wenig ernsthafte Konkurrenten

    Eurobattery Minerals ist nicht das einzige Unternehmen, das sich Nachhaltigkeit bei der Batterieproduktion auf die Fahnen geschrieben hat. So spricht das ebenfalls schwedische Unternehmen Northvolt davon, die „grünste Batterie der Welt“ produzieren zu wollen.

    Das Unternehmen, das auch ein Joint Venture mit Volkswagen eingegangen ist und in Salzgitter eine Batteriefabrik aufbauen will, ist allerdings kein direkter Konkurrent von EBM. Denn Northvolt ist ein Batteriehersteller, während EBM nur die Mineralien für die Produktion der Stromspeicher liefert. Northvolt will außerdem ausgediente Batterien wieder recyceln. Produziert werden soll zudem mit Ökostrom.

    Um näher an die potenziell wichtigsten Kunden in Deutschland zu rücken, will EBM noch im ersten Quartal dieses Jahres ein Büro in Berlin eröffnen. Zudem kann die Aktie des Unternehmens seit Ende vergangener Woche auch an der Börse in Stuttgart gehandelt werden. EBM ist seit Langem an der Stockholmer Börse Nordic Growth Market notiert.

    Die Analysten von Mangold Fondkommission in Stockholm sehen gute Chancen für EBM. Durch den Erwerb des finnischen Bergbauunternehmens Hautalampi könne EBM zum größten Lieferanten von „grünen Mineralien“ für die europäische Autoindustrie werden.

    Ein erfahrenes Managementteam und wenige ernsthafte Konkurrenten böten in einem stark wachsenden Markt gute Entwicklungschancen, schreiben die Analysten. Allerdings sehen sie auch deutliche Schwächen: Noch befindet sich kein einziges Projekt in der Produktionsphase, Umsatz ist noch nicht vorhanden. Zwischen Januar und September 2020 machte EBM einen Verlust von 3,5 Millionen Kronen, umgerechnet etwa 340.000 Euro.

    Außerdem ist EBM stark von Rohstoffpreisen abhängig und benötigt weitere Finanzierungsrunden. EBM-Chef Martinez ist dennoch zuversichtlich. Man wolle „ein wichtiger Akteur bei der Versorgung des europäischen Automobilmarktes sein“.

    Mehr: Deutschland wird zum Batteriezentrum Europas – Das sind die fünf Gründe

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