Energie

Ex-Manager Konsortium will Urenco-Anteile kaufen

Eon, RWE und auch die britische Regierung wollen sich von ihren Anteilen an der Atomfirma Urenco trennen. Für einen Teil davon interessiert sich nach Angaben eines früheren Managers ein Firmenkonsortium.
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Blick in das Lager von Urenco. Quelle: dpa

Blick in das Lager von Urenco.

(Foto: dpa)

Paris/BerlinDie Energiekonzerne E.ON und RWE stoßen beim Verkauf ihrer Anteile an der europäischen Atomfirma Urenco offenbar auf das Interesse eines Firmenkonsortiums. Der frühere Urenco-Manager Patrick Upson sagte am Dienstag, eine Gruppe wolle ein Gebot für 66 Prozent der Anteile abgeben, wenn von deutscher und britischer Seite ein Verkaufsverfahren eröffnet werde.

Er deutete zudem an, dass sich in der Gruppe Partner aus der Industrie und Finanzwirtschaft zusammengetan haben. Namen nannte er nicht. Die Bundesregierung müsste einer Änderung der Anteilsstruktur zustimmen und stellte dafür Bedingungen.

Wegen des Atomausstieges in Deutschland wollen sich RWE und E.ON von ihren Urenco-Anteilen trennen. Sie halten über die gemeinsame Tochter Uranit 33 Prozent. Die übrigen Anteile kontrollieren die Niederlande und Großbritannien. Urenco beliefert Atomkraftwerke mit angereichertem Uran.

Die niederländische Regierung will ihre Anteile bislang nicht verkaufen. Sollte sich die Regierung in Den Haag doch anders entscheiden, sei auch die komplette Übernahme durch das Konsortium denkbar, sagte der frühere Urenco-Technikdirektor Upson.

Der Manager bewertet das Unternehmen nach eigenen Worten mit etwa zehn Milliarden Euro. Er erwarte, dass die Ausschreibung Ende März beginne. Britische Medien hatten im August vergangenen Jahres berichtet, dass Upson ein Konsortium zum Kauf von Urenco bilden wolle.

Als Interessenten werden in Branchen- und Finanzkreisen neben dem französischen Atomkonzern Areva auch die Finanzinvestoren CVC und KKR gehandelt. Aus Industriekreisen war zudem verlautet, dass auch der japanische Toshiba -Konzern ein Gebot erwäge.

Toshiba habe derzeit aber keine Kaufpläne, sagte dagegen am Dienstag ein ranghoher Vertreter des Konzerns der Nachrichtenagentur Reuters. Vor der Atomkatastrophe von Fukushima 2011 habe es solche Erwägungen gegeben. Urenco sei nun schlicht zu teuer. Sollten sich Partner finden, sehe die Lage womöglich anders aus.

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