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Energie

Fördergelder für Zellproduktion Zahlreiche Interessenten für Altmaiers Batterie-Milliarde

Mit so viel Ansturm auf die Fördergelder zum Batteriezellfabrik-Bau hatte das Wirtschaftsministerium nicht gerechnet. Das führt zu Verzögerungen.
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Erst nach der Ankündigung von Fördergeldern kamen erste Pläne für eine eigene Zellproduktion aus der deutschen Wirtschaft. Quelle: dpa
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Erst nach der Ankündigung von Fördergeldern kamen erste Pläne für eine eigene Zellproduktion aus der deutschen Wirtschaft.

(Foto: dpa)

Berlin, Düsseldorf Die Bildung von Konsortien für die Batteriezellfertigung lässt noch auf sich warten. Nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungskreisen wird es eine Festlegung nicht mehr wie geplant bis Ende März geben. Ursprünglich wollte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bis Ende des ersten Quartals in Abstimmung mit den beteiligten Unternehmen zu Ergebnissen kommen.

Grund für die Verzögerung ist, dass es mittlerweile deutlich mehr Interessenten für den Aufbau einer Batteriezellfertigung gibt als vor einigen Monaten angenommen. Noch im vergangenen Jahr ließ sich die deutsche Industrie von Altmaiers Vorstoß, in Deutschland eine Batteriezellfertigung aufzubauen, nicht recht begeistern. Mittlerweile hat sich in den Chefetagen von Auto- und Chemiekonzernen, Zulieferern und Technologieunternehmen ein Sinneswandel vollzogen.

Ein Auslöser für die wachsende Bereitschaft der Industrie, über den Aufbau einer Batteriezellfertigung nachzudenken, könnte Altmaiers Ankündigung sein, den Aufbau der Fertigung mit bis zu einer Milliarde Euro fördern zu wollen. Auf die entsprechende Ausschreibung waren bis zum Fristende Mitte März sieben Bewerbungen eingegangen. Hinter jeder Bewerbung stecken jeweils mehrere Unternehmen.

Altmaier übernimmt Rolle des Vermittlers

Das Bestreben des Ministers ist es, aus den sieben eingereichten Konzepten zwei oder höchstens drei Konsortien zu schmieden. Damit das gelingt, übernimmt er die Rolle des Vermittlers. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen steht Altmaier in engem Austausch mit den beteiligten Unternehmen. Es gehe darum, „vernünftige Lösungen“ zu finden.

Das bezieht sich auch auf die Höhe der Förderung: Brüssel genehmigt Förderungen in Höhe von bis zu 20 Prozent der Investitionskosten.

Statt kleinere Beträge auf ein halbes Dutzend oder mehr Projekte zu verteilen, erscheint es vielen Beobachtern als sinnvoll, sich mit der Förderung auf zwei oder höchstens drei Projekte zu beschränken. Branchenkenner weisen allerdings darauf hin, dass die Projekte inhaltlich weit auseinander liegen.

Nur ein Teil beschäftigt sich mit der Produktion von Lithium-Ionen-Batteriezellen für Elektroautos. Eine Gruppe von Bewerbern um Fördermittel, angeführt von CMBlu und Mann+Hummel, plant eine Batteriezellfabrik für organische Redox-Flow-Batterien (Großspeicher). BASF dagegen soll eine Produktion von Kathoden für Lithium-Ionen-Batterien planen. Auf Anfrage wollte sich das Unternehmen dazu jedoch nicht äußern.

Der Autokonzern Volkswagen bestätigte hingegen bereits, dass man sich um die Fördergelder beworben habe. Allerdings wollen die Wolfsburger nicht in die Produktion gehen, sondern zusammen mit dem schwedischen Batteriehersteller Northvolt und Partnern aus weiteren europäischen Ländern eine Forschungsallianz aufbauen.

Es verbleiben vier Konsortien, die sich zum Ziel gesetzt haben, eine Zellfabrik in Deutschland aufzubauen. Darunter auch der schwäbische Batteriezellenhersteller Varta. Dazu kooperiert das baden-württembergische Unternehmen nach eigenen Angaben mit Partnern aus fünf europäischen Ländern „entlang der Wertschöpfungskette für Lithium-Ionen-Zellen, um die Industrialisierung der Batteriezellenproduktion in Europa voranzutreiben“.

Auch das Start-up Northvolt bemüht sich um die Steuergelder, ebenso wie der Batteriehersteller BMZ-Group, gemeinsam mit der Deutschen-Post-Tochter Streetscooter. Zu dem letzten Konsortium sind noch keine Informationen bekannt.

Aus Verhandlungskreisen heißt es allerdings, nicht alle Unternehmen seien glücklich über die „Zwangszusammenführung“ durch den Wirtschaftsminister. In den nächsten Wochen könnte auf Altmaier also noch einiges an Arbeit zukommen.

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