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Energie

Gasversorgung RWE sichert sich Kapazitäten für deutsches Flüssiggas-Terminal

Der Essener RWE-Konzern sichert sich Kapazitäten für das in Brunsbüttel geplante LNG-Terminal. Das Projekt kommt damit einen entscheidenden Schritt voran.
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Auch die Standorte Wilhelmshaven und Stade sind noch im Rennen. In Branchenkreisen heißt es allerdings, Brunsbüttel habe die Nase vorn. Quelle: dpa
LNG-Gas in Brunsbüttel

Auch die Standorte Wilhelmshaven und Stade sind noch im Rennen. In Branchenkreisen heißt es allerdings, Brunsbüttel habe die Nase vorn.

(Foto: dpa)

BerlinDeutschland verfügt bislang über kein Terminal für verflüssigtes Erdgas (liquefied natural gas, kurz LNG). Doch das könnte sich bald ändern. Denn das Interesse an dem im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel geplanten LNG-Terminal wächst.

Am Donnerstag gab der Essener RWE-Konzern bekannt, man habe mit der der German LNG Terminal GmbH „eine langfristige Einigung über eine beträchtliche LNG-Kapazität des zukünftigen Terminals erzielt“.

Die Gesellschafter der German LNG Terminal GmbH sagten, damit sei nun „ein beträchtliches Kapazitätsvolumen“ des Terminals gesichert. Sie sprachen von einem „bedeutenden Meilenstein in der Realisierung des Terminals“.

Absolute Zahlen über die bereits kontrahierten Mengen nannten die Beteiligten auch auf Nachfrage nicht. Das Terminal soll eine Gesamtkapazität von fünf Milliarden Kubikmetern LNG umfassen.

Mit dem Deal rückt das Projekt einer Realisierung deutlich näher. Auch die Standorte Wilhelmshaven und Stade sind noch im Rennen. In Branchenkreisen heißt es allerdings, Brunsbüttel habe die Nase vorn. Auch die Bundesregierung hat immer wieder betont, sie habe Interesse an einem deutschen LNG-Terminal. Im Bundeswirtschaftsministerium hält man das Projekt in Brunsbüttel für besonders aussichtsreich.

„LNG wird eine wichtige Rolle im Gasmarkt Nord- und Westeuropas spielen“, sagte Andree Stracke von RWE Supply & Trading. Bislang erfolgt die Erdgasversorgung in Deutschland über Pipelines. Wichtigste Lieferländer sind Russland, Norwegen und die Niederlande. Allerdings haben die Niederländer die Erdgasförderung nach massiven Problemen im Gasfeld Groningen massiv gedrosselt und werden sie mittelfristig ganz einstellen.

Gleichzeitig dürfte die Erdgasnachfrage weiter steigen, weil Erdgas in der Stromerzeugung mit dem in Deutschland vorgesehenen Kohleausstieg an Bedeutung gewinnen wird. Aus energiewirtschaftlicher Sicht erscheint es daher sinnvoll, sich mit einem LNG-Terminal neue Bezugsquellen zu sichern.

LNG-Lieferanten stehen bereit. So sagte Saad Al Kaabi, Chef des weltgrößten LNG-Produzenten Qatar Petroleum (QP), im Gespräch mit dem Handelsblatt, man sei „sehr ernsthaft an einer Beteiligung an einem deutschen LNG-Terminal interessiert“. Qatar Petroleum ist bereits an Terminals in Italien und Wales beteiligt und liefert nach Holland, Spanien, Polen und Frankreich.

Ein LNG-Terminal würde auch die Kritik von US-Seite entkräften, Deutschland mache sich abhängig von russischen Erdgaslieferungen. Gerade US-Präsident Donald Trump hat mit diesem Argument seine ablehnende Haltung gegenüber der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 begründet, die russisches Erdgas bis an die Küsten Mecklenburg-Vorpommerns bringen soll.

Dahinter steckt allerdings auch das massive Interesse der USA, selbst LNG nach Deutschland zu liefern. Durch den Fracking-Gas-Boom sind die Amerikaner von Gas-Importeuren zu Gas-Exporteuren geworden.

Gesellschafter der German LNG Terminal GmbH sind die niederländischen Konzerne Gasunie und Vopak sowie eine Tochter des Hamburger Unternehmens Marquard und Bahls.

Nach Angaben des Gemeinschaftsunternehmens, das derzeit noch mit weiteren Interessenten verhandelt, machen die technischen Vorarbeiten für die Genehmigung des Terminals gute Fortschritte. Für Ende 2019 sei die endgültige Investitionsentscheidung vorgesehen. Der Bau könnte den Aussagen zufolge 2020 beginnen und das Terminal 2022 in Betrieb gehen.

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