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Energie

Genie Holding Auch die Mutter des Billigstromanbieters BEV ist insolvent

Die Schweizer Genie Holding hat Konkurs beantragt. Für Gläubiger des ebenfalls insolventen Billigstromanbieter BEV ist das eine schlechte Nachricht.
Update: 20.02.2019 - 16:17 Uhr Kommentieren
BEV hatte im Januar Insolvenz angemeldet Quelle: dpa
Stecker wird eingestöpselt

BEV hatte im Januar Insolvenz angemeldet

(Foto: dpa)

MünchenSchlechte Nachrichten für 250.000 Kunden des insolventen Billigstromanbieters BEV: Auch die BEV-Muttergesellschaft in der Schweiz hat jetzt Insolvenz beantragt.

„Der Konkursantrag der Genie Holding AG bedeutet für die Gläubiger der BEV, dass sich ihre Aussichten auf eine Befriedigung ihrer Forderungen leider erheblich verschlechtern“, sagte BEV-Insolvenzverwalter Axel Bierbach am Mittwoch in München.

Wie das Konkursamt des Kantons Thurgau mitteilte, wurde das Insolvenzverfahren der Genie Holding am Montag eröffnet. Bierbach sagte: „Es bestehen Forderungen von mehr als 100 Millionen Euro der BEV gegen ihre Muttergesellschaft.“

Der Stromanbieter BEV hatte Ende Januar in München Insolvenz angemeldet. Rund 250.000 Kunden in Deutschland fordern jetzt 50 Millionen Euro an bereits geleisteten Vorauszahlungen zurück. Außerdem steht die Auszahlung von 30 Millionen Euro an zugesagten Boni offen.

Unter den Gläubigern befinden sich auch die Übertragungsnetzbetreiber Amprion, Tennet, TransnetBW und 50 Hertz, sowie 800 Lokalnetzbetreiber. Wie hoch die Forderungen der Betreiber ausfallen, könne man zwar noch nicht sagen, „aber auch hier gehen wir von mehreren Millionen aus“, sagte Bierbach.

BEV hat mit billigen Tarifen und hohen Boni Verlust gemacht. Nach einer Preiserhöhung hatten im Dezember auf einen Schlag 200.000 Kunden gekündigt. Die zuletzt noch verbliebenen 350.000 BEV-Kunden wurden durch die kommunalen Grundversorger ohne Unterbrechung mit Strom und Gas beliefert.

Mehrere Pleiten von Billigstromanbietern

Begründet hatte der Energieversorger seine Insolvenz mit den gestiegenen Strompreisen. Aber schon seit Jahresende hatte es bei der BEV massenhaft Beschwerden gegeben, weil die monatlichen Grundpreise teilweise um hundert Prozent angezogen werden sollten. Das Geschäftsmodell des Strom-Discounters funktionierte nicht mehr.

Das Münchner Unternehmen ist nur der jüngste Fall in einer Reihe von Pleiten unter Billigstromanbietern. Auch CareEnergy, Flexstrom, Eveen und Teldafax hatten dem massivem Preiskampf nicht mehr standhalten können.

Weil Vergleichsportale wie Verivox und Check24 diesen ruinösen Preiskampf befeuern, hatte das Bundeskartellamt bereits Ende 2017 eine Untersuchung eingeleitet. In einem Zwischenbericht kritisieren die Wettbewerbshüter, dass die Kriterien für die Reihenfolge in der Anbieter auf den Seiten auftauchen, oft undurchsichtig sind. Der Abschlussbericht steht noch aus.

Mehr: Im Handelsblatt-Interview erklärt Insolvenzverwalter Axel Bierbach, was die BEV-Kunden nun erwartet.

Handelsblatt Energie Briefing
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  • dpa
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