Energie

Gewinneinbruch bei Eon Der nächste Energieriese schwächelt

Der Gewinn des Versorgers Eon ist 2013 deutlich zurückgegangen. Vor allem in der Stromerzeugung belastet die Öko-Konkurrenz das Ergebnis. Im Gasgeschäft mit Russland wähnt sich Eon dagegen auf der sicheren Seite.
Update: 12.03.2014 - 11:19 Uhr 9 Kommentare
Konzernzentrale von Eon in Düsseldorf: Die Energiewende macht dem Riesen zu schaffen. Quelle: dpa

Konzernzentrale von Eon in Düsseldorf: Die Energiewende macht dem Riesen zu schaffen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Energiewende wird dem Stromriesen Eon noch länger zu schaffen machen. „Richten wir den Blick nach vorne, müssen wir nüchtern feststellen, dass es wenig Anzeichen dafür gibt, dass sich das Marktumfeld schnell und spürbar verbessern wird“, sagte Vorstandschef Johannes Teyssen am Mittwoch bei der Vorlage des Geschäftsberichts 2013. Vor allem das wegen der Konkurrenz des Ökostroms schwächelnde Erzeugungsgeschäft ließ den operativen Gewinn (Ebitda) um 14 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro schrumpfen. Analysten hatten allerdings etwas weniger erwartet, so dass die Aktie im vorbörslichen Handel um 1,5 Prozent zulegte.

Trotz aller Anstrengungen werde es auch künftig Rückschläge geben, sagte Teyssen. Im laufenden Jahr werde der operative Gewinn wohl weiter auf 8,0 bis 8,6 Milliarden Euro zurückgehen. Bereits jetzt müssen die Aktionäre mit einer auf 60 Cent von 1,10 Euro gekürzten Dividende auskommen. Eon macht in Deutschland wie RWE, EnBW, Vattenfall und zahlreichen Stadtwerke die Konkurrenz durch den Ökostrom zu schaffen. Diese lässt die Börsenpreise purzeln und drängt die Gas- und Kohlekraftwerke aus dem Markt.

Im Gegensatz zum Konkurrenten RWE erzielte Eon noch einen Nettogewinn von 2,1 Milliarden Euro. RWE-Chef Peter Terium hatte in der vergangenen Woche nach hohen Abschreibungen auf Kohle- und Gaskraftwerke einen Verlust von fast drei Milliarden Euro vorgelegt. Bei Eon sahen die Zahlen auch deshalb besser aus, weil der Konzern bereits 2011 hohe Abschreibungen vorgenommen hatte, die damals zu einem Verlust von gut zwei Milliarden Euro führten.

Anders als RWE sucht der größte deutsche Versorger Eon sein Heil auch in neuen Märkten außerhalb Europas. Dabei wachsen die Bäume aber nicht in den Himmel. In den Nicht-EU-Ländern schrieb Eon einen operativen Verlust von 154 Millionen Euro. In der Türkei machte dem Konzern ebenfalls die schwache Landeswährung zu schaffen. In Brasilien verhagelten unter anderem Verzögerungen bei der Inbetriebnahme neue Kraftwerke die Bilanz.

In Russland fiel das operative Ergebnis vor allem wegen des zum Euro schwachen Rubel um sechs Prozent auf 687 Millionen Euro. Eon sieht trotz der Krim-Krise keine Auswirkungen auf sein Geschäft. Unabhängig von politischen Krisen unterhalte Eon seit vielen Jahren stabile Geschäftsbeziehungen zu Russland, sagte Vorstandschef Johannes Teyssen. „Und ich sehe auch in der aktuellen Situation keine Anzeichen dafür, dass sich daran etwas ändern wird.“

Eon hat seit 2007 rund sechs Milliarden Euro in den Aufbau des Russland-Geschäfts gesteckt und zählt in dem Land mit rund 5000 Beschäftigten zu den großen Energieversorgern. Auch für 2014 sind dort trotz der deutlich knapper gewordenen Mittel Investitionen in Kraftwerksneubauprojekte geplant. Gaslieferungen zur Unterstützung der Ukraine von Westen nach Osten seien zwar technisch möglich, es gebe dazu aber keine Anfrage aus Kiew, sagte Teyssen.

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9 Kommentare zu "Gewinneinbruch bei Eon: Der nächste Energieriese schwächelt"

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  • ES gibt keine Ökokonkurrenz, weil es keinen Wettbewerbsmarkt mit diesen asozialen und perfiden EEG in der Energiewirtschaft in Deutschland mehr gibt!
    Mit massiven EEG-Subventionen werden Windmühlen, Solarmodule und Faulgasbehälter von uns Steurzahlern und Endverbraucher zwangsunterstützt und dabei drängen die sog. Erneuerbaren Energien die wirtschaftlichen und ohne Subventionen auskommenden Kraftwerke (Kohle, Gas und Uran) in Deutschland in die Verlustzone (Insolvenz).

  • Der Russe hat immer pünktlich geliefert. Was wollen Sie also?

    Gut, daß eon und rwe nicht auch noch diesen Bullshit in die Leitungen drücken.

  • @Paula_F:

    Die Geschichte vom fehlenden Wettbewerb ist ein oft wiederholtes Ammenmärchen aus der Zeit VOR der Liberalisierung des Strommarktes.

    Der Wettbewerb im Strom-Großhandel funktioniert großartig. Beweis: Die Großhandelspreise (Börse) sind drastisch gefallen. Deshalb schwächeln ja die Energieriesen.

    Am Wettbewerb für den Privatjunden ist auch nichts auszusetzen. Beweis: Klicken Sie doch mal ein Vergleichsportal an und zählen Sie die Anbieter unter denen Sie wählen können. Es gab sogar Anbieter, die UNTER dem Einkaufspreis Strom verkauft haben. Die sind jetzt allerdings pleite.

    Und dann schauen Sie mal auf Ihre Stromrechnung und finden heraus, warum Ihr Preis (25-30 ct pro Kwh) und der Großhandelspreis (unter 5 ct/KWh = das bekommen die Kraftwerke der Energieriesen) so stark voneinander abweichen!

  • Merken Sie nicht, wie wir verblödet werden?

    Wieso ist Atommüll nur in Deutschland ein Problem?
    Wissen Sie nicht, daß Solarstrom und Windstrom praktisch wertlos sind?
    Daß wir dankbar sein müssen, daß eon und rwe diesen Mist nicht auch noch in die Leitungen drücken?
    Daß Vattenfall zu Recht entschädigt wurde?
    Daß die zwangsweise Stillegung der Kernkraftwerke eine Enteignung ist?
    Die nur deshalb nicht entschädigt wird, weil Deutsche Versorger nicht klagen dürfen?
    Daß mittlerweile der Rest der Welt über uns lacht?

  • na ja Sie bringen da möglicherweise etwas durcheinander. Wettbewerb entsteht ja gerade durch viele unterschiedliche Anbieter. Es ist dann auch nicht so einfach Ansprachen zu machen. Heute sind es ja nur zwei drei wichtige Leute die fast alles kontrollieren.

  • @Paula_F:

    Sie gehen von der (leider falschen) Voraussetzung aus, dass man mit Erneuerbaren Energien Werte bzw. Gewinne erwirtschaftet. Wir können nur froh sein, dass die Energieriesen nur wenig in Erneuerbare Energien investiert haben - ansonsten würden unsere Subventionen noch viel, viel höher ausfallen.

  • Das passiert, wenn man sich auf uralte Geschäftsmodelle und nur auf aggressives Lobbying verläßt.

    RWE, EON u.a. hätten sich mal besser intensiver auf regenerativen und dezentralen Energieerzeugungs-Kapazitäten konzentriert, anstatt der Politik und den Bürgern ihre Lieblings-Atomtechnik andauernd unter die Nase zu reiben.

    Mit der Krim-Krise und dem möglichen Lieferstopp russischer Energieträger wird diese assoziale Lobbyarbeit gegen den Volkeswillen wieder massiv zunehmen.

    Ändert lieber mal Euch selbst, anstatt andere ändern zu wollen.

  • wir müssen aufpassen, dass wir den Verlockungen der Bauern mit ihrer "lokalen Energieautonomie" für einzelne Dörfer nicht in die Falle gehen. Denn wenn einmal die Bauern für jedes Dorf seinen "eigenen" Strom erzeugen, sind wir wieder bei der Feudalherrschaft, wo der Bauer (Lehnsherr) diktiert, was der Strom kostet, denn ein Wettbewerb existiert dann nicht mehr. Es ist das gleiche, wie mit den selbsternannten "guten" Biobauern, die auch gerne den Wettbewerb ausschalten würden, um die Welt (oder ihren Profit?) zu retten. Leider lassen sich viele Gutmenschen vor diesen Karren spannen und merken nicht, wie sie benutzt werden.

  • starre Strukturen und Machtpositionen in diesen Saurierkonzernen verhindern die Anpassung. Alle Möglichkeiten standen offen - wurden aber nicht genutzt. Wenn man am Ende Geld auf dem Wege der Klage "verdient" bzw. "erpresst" werden soll, wie etwa durch Vattenfall, dann ist das die Kapitulation des Managements. Frühere "Gewinne" wurden übrigens auch auf Kosten der Allgemeinheit erwirtschaftet, denn wer hat die Luft verpestet (an Filtern und Abgasreinungssytemen gespart) oder woher kommt der zukünftig sehr teuere Atommüll. Schlimm ist, dass diese Konzerne auch viel Geld ausgeben um gegen erneuerbare Energien Stimmung zu machen - so wie es in den hier folgenden Kommentaren geschehen wird.

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