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Energie

Grüner Strom Energiespeicher stehen kurz vor dem Durchbruch

Bis vor Kurzem galten sie noch als sehr teuer. Aber die Technologien zu Energiespeichern werden immer günstiger. Für die Energiewende ist das elementar.
3 Kommentare
Energiewende: Speicher stehen kurz vor dem Durchbruch Quelle: imago/CommonLens
Energiespeicher

Ob im Haus, am Netz oder im Auto – in der Zukunft werden Speicher immer wichtiger.

(Foto: imago/CommonLens)

Düsseldorf Es ist ein altbekanntes Thema: Ohne Speicher gibt es keine Energiewende. Bislang waren solche Energiespeicher jedoch extrem teuer. Nun zeigt eine neue Studie der Bank of America, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, dass sich bei den Preisen etwas tut. Schon in den nächsten fünf Jahren sollen die Kosten für die Zukunftstechnologie um 50 Prozent fallen. Dadurch würde das Marktvolumen bis 2030 auf 27 Milliarden Dollar weltweit anwachsen.

„Energiespeicher werden in den 2020ern die zweite große Phase der Energiewende einläuten“, schreiben die Autoren der Studie. Durch den erwarteten Elektroauto-Boom würden die Kosten für Lithium-Ionen-Batterien deutlich sinken. Das könnte gleichzeitig den Durchbruch für die Speicherbranche bedeuten, die zum großen Teil ebenfalls auf die Lithium-Ionen-Technologie setzt.

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„Die Kostenreduktion geht weiter. Was wir in den letzten Jahren gesehen haben, wird sich mit größerer Dynamik fortsetzen“, glaubt auch Batterie-Experte Martin Ammon, vom Marktforschungsunternehmen EuPD Research. Auch wenn er 50 Prozent, wie die Studie es formuliert, für etwas ambitioniert hält. Bei dem rasant steigenden Anteil erneuerbarer Energien am Strommix, sind deutlich niedrigere Preise aber elementar.

Denn grüne Energiequellen wie Sonne und Wind sind nicht immer dann verfügbar, wenn man sie braucht, wie etwa Kohlestrom oder Atomenergie. Um die Gefahr einer so genannten Dunkelflaute zu umgehen, braucht es Speichertechnologien, die auch dann Strom liefern, wenn es windstill ist und keine Sonne scheint. Das können riesige Lithium-Ionen-Batterien sein, so wie der 50-Megawatt-Speicher des Kohleunternehmens Leag in der Lausitz.

Aber auch die Power-To-X-Technologie kann überschüssigen Strom in Form von Gas zwischenspeichern und bei Bedarf zurück in Strom verwandeln und wieder ins Netz einspeisen. Der bislang größte Batteriespeicher der Welt steht aktuell in Australien, hat eine Leistung von 100 Megawatt und wurde von dem kalifornischen E-Autopionier Tesla gebaut.

Der Weg zum Massenmarkt

In den nächsten zehn Jahren sollen Energiespeicher von der Randerscheinung zum Massenphänomen werden. Dabei helfen nicht nur die fallenden Preise für E-Autobatterien, sondern auch ein steigender Strompreis und die gleichzeitig immer günstiger werdenden Erneuerbaren Energiequellen. Die Autoren der Studie prognostizieren einen rasanten Preisverfall.

Von 500 Dollar pro Kilowattstunde 2018, auf unter 250 Dollar je Kilowatt die Stunde im Jahr 2025. Schon jetzt steigen auch immer mehr große Unternehmen in den Speichermarkt ein. Sei es der Ölkonzern Shell mit dem Kauf des deutschen Solarbatterieherstellers Sonnen, oder Siemens mit seiner eigenen Heimspeichermarke. „Der Markt wird sukzessive zum Massenmarkt“, prophezeit Ammon.

Auch wenn Lithium-Ionen-Batterien aktuell die am häufigsten verbreitete Speichervariante sind, sehen Experten langfristig auch andere Technologien auf dem Vormarsch. Zum Beispiel die so genannten Ultrakondensatoren. Diese Art von Speicher können im Vergleich zu herkömmlichen Akkus große Energiemengen innerhalb weniger Sekunden aufnehmen und genauso schnell wieder abgeben.

Der Schlüssel für all das ist der Grundstoff Graphen, ein Kohlenstoff-Produkt. Während der US-Hersteller Tesla erst vor kurzem das Ultrakondensatoren-Start-up Maxwell Technologies aus Nordamerika gekauft hat, sitzt ein weiteres vielversprechendes Unternehmen direkt in Deutschland: Skeleton. Mit seinen Ultracaps will der Vorreiter aus Dresden Lastspitzen abfedern und so die Lebensdauer herkömmlicher Stromspeicher erhöhen.

Auch Feststoffbatterien gelten als aussichtsreich. Anders als Lithium-Ionen-Akkus kommen sie ohne flüssigen Elektrolyt aus. Das macht sie sicherer, temperaturstabiler und erlaubt eine höhere Energiedichte.

Aber genauso wie bei der zurzeit gehypten Wasserstoff-Alternative Power-To-X, oder Redox-Flow-Batterien kann es bis zum Eintritt in den Massenmarkt noch ein paar Jahre dauern. „Wenn wir über das Thema 2025 hinausgehen, werden andere Technologien dazu kommen“, ist Ammon überzeugt. Das größte Potenzial sieht er aktuell in der Power-To-X-Technologie.

Mehr: Wärme, Steine und Dampf – viel mehr braucht der neuartige Energiespeicher in Hamburg nicht. Die Technologie soll effizienter sein als Power-To-X.

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3 Kommentare zu "Grüner Strom: Energiespeicher stehen kurz vor dem Durchbruch"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ihre Überschrift ist sehr ambitioniert. Ich pfeife auf all die Gutachten, weil sie in vielen Fällen die Meinung des Bestellers bedienen oder einfach handwerklich schlecht sind.
    Bei einem so großen Zeitraum von „ kurz vor dem Durchbruch „ zu reden, ist einfach nicht seriös.

    Dass sich viel bewegt, was Speichertechnologien betrifft, ist auch meine Meinung.
    Nur wir zäumen das Pferd wie so oft von hinten auf. Es fehlt, wie so oft in der BRD, an einem durchdachten Konzept und Risikobereitschaft seitens des Staates u. der Industrie. Wo sind die Subventionen?!

  • Zitat:
    "Zum Beispiel die so genannten Ultrakondensatoren. Diese Art von Speicher können im Vergleich zu herkömmlichen Akkus große Energiemengen innerhalb weniger Sekunden aufnehmen und genauso schnell wieder abgeben."
    Die in Ultrakondensatoren gespeicherte Energiemenge ist relativ gering. Dagegen können solche Kondensatoren relativ hohe Leistungen über kurze Zeitspannen bereitstellen.

  • Das Wort zum Sonntag. Ohne Infrastruktur für Strom geht nichts. Und diese wird noch auf Jahre hinaus fehlen. Vor Umweltschäden, Ausbeutung von Menschen und Zerstörung ganzer Industrien schließen wird die Augen. Leider bin ich zum Auswandern zu alt.
    Wo sind die Menschen mit Hang zum Realismus?