Energie

Harter Preiskampf Zukauf rettet Solarworlds Quartalsbilanz

Solarworld schreibt schwarze Zahlen. Noch scheint der Erfolg vergänglich, er resultiert aus der Übernahme der Bosch-Solarsparte und macht den Preiskampf der Branche nicht wett. Doch Europas Marktführer sieht Chancen.
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Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzender der Solarworld AG, im Sonnenschein. Die Quartalszahlen des Unternehmens verbreiten wenig sonnigen Stimmung. Quelle: dpa

Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzender der Solarworld AG, im Sonnenschein. Die Quartalszahlen des Unternehmens verbreiten wenig sonnigen Stimmung.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSolarworld hat dank der vom Industriekonzern Bosch gezahlten Mitgift für deren Erfurter Solarwerk erstmals seit Jahren wieder einen Gewinn verbucht. Bereinigt um Sondereffekte fiel im ersten Quartal allerdings operativ ein Verlust (Ebit) an, wie der Bonner Konzern am Dienstag mitteilte. Zudem sorgte der anhaltende Preisdruck bei Solarmodulen trotz kräftig gestiegener Absatzmengen für Umsatzeinbußen. An der Börse gerieten die Aktien unter Druck und notierten mit 28,34 Euro knapp sechs Prozent im Minus.

Europas größter Solarkonzern steigerte im ersten Quartal den Absatz um 41 Prozent auf 154 Megawatt (MW), während die Erlöse um rund zehn Prozent auf 99,4 Millionen Euro sanken. Das Ebit schnellte auf 127,4 Millionen Euro in die Höhe nach einem Minus von 32,3 Millionen vor Jahresfrist. Bereinigt um Sondereffekte aus der Übernahme der Bosch-Tochter verbuchte Solarworld einen Fehlbetrag von 8,2 Millionen Euro.

Um das Unternehmen vor der Pleite zu retten, verzichteten Solarworld-Gläubiger auf große Teile ihrer Forderungen. Damit erwirtschaftete der Konzern einen bilanziellen Sanierungsgewinn von 555,7 Millionen Euro, der im ersten Quartal einen Überschuss von 550,1 (Vorjahr: minus 44,1) Millionen Euro erbrachte.

Für das Gesamtjahr peilt Solarworld nach früheren Angaben einen Umsatz von mehr als 680 (Vorjahr: 455,8) Millionen Euro an. Operativ rechnet Konzernchef Frank Asbeck in diesem Jahr nochmals mit einem Verlust von 35 bis 20 Millionen Euro nach 431,6 Millionen im vergangenen Jahr. 2015 soll der Umsatz um 20 Prozent steigen und auch operativ schwarze Zahlen geschrieben werden.

Asbeck musste 2013 die Reißleine ziehen, nachdem sich bei dem Konzern über eine Milliarde Euro Schulden angehäuft hatten und das Grundkapital aufgezehrt war. Daneben sorgte die Konkurrenz aus Asien für einen ruinösen Preiskampf und der Absatz brach infolge der gekürzten staatlichen Fördersätze in Deutschland und anderen Ländern ein. Nach der Restrukturierung und den Kapitalmaßnahmen sitzt der Konzern noch auf Finanzschulden von rund 470 Millionen Euro.

Handelsblatt Energie Briefing
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1 Kommentar zu "Harter Preiskampf: Zukauf rettet Solarworlds Quartalsbilanz"

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  • Was schreibt Ihr da von einen Gewinn!!!?
    Das operative Geschäft erwirtschaftet KEINEN GEWINN. Somit ist das Ergebnis für Solarworld NEGATIV!

    Wegen der Boschübernahme konnte sich Solarworld etwas besser darstellen. Solarworld hat so zu sagen ein hochwertiges Inventar (Boschwerke) billigst eingekauft. Somit wird in der Bilanz ein Gewinn dadurch verbucht.
    Diesem Bilanzellen Gewinn müsste man jedoch noch die Risiko Rückstellung (zukünftiger Arbeitsplatzverlust der Bosch Solarmitarbeiter) dagegen rechnen.
    Nicht ohne Grund hat Bosch seine Werke (inkl. Mitarbeiter) so günstig an Solarworld verkauft.

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