Heizungen: Rheinmetall steigt ins Geschäft mit Wärmepumpen ein
Der Verkauf des Kerngeschäfts hat eine Debatte darüber ausgelöst, wie autark Deutschland Schlüsseltechnologien produzieren können muss.
Foto: ReutersDüsseldorf, Berlin. Der Rüstungs- und Autozulieferkonzern Rheinmetall erschließt sich überraschend ein neues Geschäftsfeld: den boomenden Markt für Wärmepumpen. Der Konzern wird einen führenden deutschen Heizungshersteller mit einer zentralen Wärmepumpen-Komponente beliefern: Verdichtern. Das wurde dem Handelsblatt aus Kreisen des Konzerns bestätigt.
Verdichter, auch Kompressoren genannt, komprimieren in der Wärmepumpe ein Kältemittel und erzeugen so die Wärme. Sie sind entscheidend für die Qualität einer Wärmepumpe, wie ein Motor für ein Auto. So drücken es mehrere Vertreter der Heizungsbranche aus. Einer sagt: „Der Verdichter ist das Herzstück einer Wärmepumpe.“
Dieses Herzstück soll Rheinmetall künftig bauen. Der Konzern hat einen Großauftrag für die Herstellung von Kältemittelverdichtern im Volumen von 770 Millionen Euro erhalten. Das hat Rheinmetall selbst Ende Dezember 2022 bekannt gegeben. Offen blieb, wer der Kunde ist – und dass die Verdichter in Wärmepumpen eingebaut werden sollen.
In Unternehmenskreisen wurde dem Handelsblatt der deutsche Mittelständler Viessmann als Auftraggeber genannt. Diese Information ist aber offenbar brisant: Rheinmetall wollte sich auf Anfrage nicht näher zu dem Thema äußern. Und Viessmann wies die Information auf Anfrage sogar zurück. Ein Sprecher teilte mit, Viessmann habe keinen Großauftrag an Rheinmetall vergeben. „Das Unternehmen beliefert uns auch nicht mit Verdichtern.“