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Energie

Illegale Abfallentsorgung? Durchsuchungen erschüttern K+S

K+S steht derzeit wegen des Übernahmeversuchs des Rivalen Potash im Fokus. Nun gerät der Kalikonzern auch ins Visier der Ermittler: Es geht um den Verdacht der illegalen Abfallentsorgung.
09.09.2015 Update: 09.09.2015 - 11:12 Uhr

Übernahmepoker um K+S scheint sich zuzuspitzen

Erfurt/Gerstungen Ermittler haben wegen des Verdachts illegaler Abfallentsorgung am Mittwoch Büro- und Geschäftsräume des Düngemittel- und Salzproduzenten K+S durchsucht. Es habe sich um vier Bürogebäude sowie zwei Privatwohnungen in Thüringen, Hessen und Rheinland-Pfalz gehandelt, wie das Thüringer Landeskriminalamt (LKA) in Erfurt mitteilte. Die Ermittlungen richteten sich gegen 15 Verantwortliche von K+S in Kassel, Unterbreizbach und Philippsthal sowie zwei Mitarbeiter des Thüringer Landesbergamtes. Es gehe darum, dass das Unternehmen Salzlauge in der Gerstunger Mulde in den Erdboden gepumpt haben soll.

K+S mit Sitz in Kassel - und mit mehr als 4000 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im Grenzgebiet von Hessen und Thüringen - teilte mit, der Konzern kooperiere in vollem Umfang mit den Ermittlungsbehörden. Zu den laufenden Ermittlungen wollte sich Unternehmenssprecher Michael Wudonig jedoch nicht äußern.

Insgesamt soll der Konzern nach LKA-Angaben von 1999 bis 2007 bei der Kali-Gewinnung 9,5 Millionen Kubikmeter Abfall in den sogenannten Plattendolomit versenkt haben. Die Genehmigung dafür erteilte das Landesbergamt, obwohl aus Sicht der Ermittler die wasserrechtlichen Voraussetzungen dafür nicht gegeben waren.

Aufgrund der geologischen Beschaffenheit der Gerstunger Mulde habe von vornherein damit gerechnet werden müssen, dass sich die versenkte Salzlauge unkontrolliert ausbreite. Der Mineralgehalt der versenkten Kalilauge sei etwa zehnmal höher als Meereswasser gewesen und habe damit eine Gefahr für das Grundwasser dargestellt.

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    Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Meiningen und die Durchsuchungen gehen auf eine Strafanzeige der thüringischen Gemeinde Gerstungen von 2008 zurück. Seither laufe ein umfangreiches Verfahren, dessen Ende derzeit noch nicht absehbar sei. Die Gemeinde Gerstungen liegt seit vielen Jahren mit K+S im Rechtsstreit über die Versenkung von Salzabwasser. Die Gemeinde sieht dadurch unter anderem die Trinkwasserversorgung gefährdet.

    Bisher hatte die Gemeinde erfolglos geklagt. Zuletzt hatte am 18. August das Verwaltungsgericht Kassel den erneuten Antrag der Gemeinde auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Klage gegen die Versenkerlaubnis der K+S Kali GmbH für den Zeitraum 2011 bis Ende 2015 abgelehnt. Die Gemeinde hatte daraufhin angekündigt, weitere rechtliche Schritte zu prüfen.

    Der Dax-Konzern K+S ist derzeit im Visier des kanadischen Konkurrenten Potash, die die Kasseler gerne übernehmen wollen. Potash hatte in einem unaufgeforderten Vorschlag 41 Euro je Aktie geboten. Die Kasseler haben dies als zu niedrig abgelehnt.

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    • dpa
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