Interview: Eon-Chef Teyssen: „Die kommerziell genutzte Kernkraft hat sich erledigt“
Der Eon-Chef tritt Ende März ab.
Foto: Jann Höfer für HandelsblattDüsseldorf. Kein Manager hat die Energiewirtschaft in den vergangenen zwei Jahrzehnten so geprägt wie Johannes Teyssen. Ende des Monats tritt der Eon-Chef ab. In seinem letzten Interview als CEO räumt er zum Abschied Fehler im Umgang mit Energiewende und erneuerbaren Energien ein: „Ich war anfangs ein Zweifler“, sagte Teyssen dem Handelsblatt. Er habe die Energiewende am Anfang für „so eine typisch deutsche Kopfgeburt“ gehalten. Aber: „Dann habe ich mich zu einem Mitgestalter gewandelt.“
Tatsächlich hat Teyssen, der mehr als drei Jahrzehnte bei Eon und den Vorgängerunternehmen gearbeitet hat und den Energiekonzern elf Jahre lang führte, radikal reagiert. Erst spaltete er die fossilen Kraftwerke ab, dann konzentrierte er Eon im Tauschgeschäft mit RWE auf die Sparten Netz und Vertrieb – und damit auf die Energiewende.
Die Kernkraft hat sich nach seinen Worten auch weltweit „erledigt“. „Ich glaube, es wird kein kommerziell arbeitendes Unternehmen wieder in Kernenergie investieren“, sagte Teyssen: „Kernkraft ist heute zu teuer, zu riskant und politisch zu brisant.“