Interview mit Christian Bruch: Siemens-Energy-Chef: „Wasserstoff kann ein Milliardengeschäft für uns werden“
„Wir müssen die Profitabilität deutlich steigern und die Kosten extrem senken.“
Foto: Thorsten Jochim für HandelsblattMünchen. Der neue Energietechnik-Konzern Siemens Energy will das Geschäft mit Wasserstoff massiv ausbauen. „Wasserstoff kann für Siemens Energy ein Milliardengeschäft werden“, sagte Vorstandschef Christian Bruch im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Technologie könne zu einer tragenden Säule des neuen Konzerns werden.
Wasserstoff könnte jetzt den Durchbruch schaffen, sagte Bruch. Allerdings müssten die Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden: „Wir brauchen günstigere Strompreise, höhere CO2-Preise und vor allem einen konsequenten Ausbau der erneuerbaren Kapazitäten.“
Unternehmen wie Siemens Energy, RWE und Thyssen-Krupp sind auch zuversichtlich, weil Berlin und Brüssel in den vergangenen Monaten eine Reihe von Initiativen angestoßen hatten, um den Wasserstoff zu fördern. „Wir wollen bei Wasserstofftechnologien als Europäer gemeinsam die Nummer eins in der Welt werden und Arbeitsplätze in Europa nachhaltig sichern“, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) dem Handelsblatt.
Laut einer Studie im Auftrag der EU-Kommission könnten bis 2050 in der europäischen Wasserstoffindustrie mehr als 5,4 Millionen Arbeitsplätze entstehen bei einem Umsatz von mehr als 800 Milliarden Euro im Jahr.