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Interview Thyssen-Chef will starke Krupp-Stiftung erhalten

Heinrich Hiesinger will die mächtige Rolle der Krupp-Stiftung bei dem angeschlagenen Stahlkonzern erhalten. Sie gilt als Bollwerk gegen eine feindliche Übernahme. Doch der Einfluss der Stiftung ist umstritten.
18.08.2013 - 13:38 Uhr Kommentieren
Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger: „Mythos der 25 Prozent muss einmal geradegerückt werden“. Quelle: dpa

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger: „Mythos der 25 Prozent muss einmal geradegerückt werden“.

(Foto: dpa)

Frankfurt Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger will die mächtige Rolle der Krupp-Stiftung erhalten. "Es ist ganz wichtig, dass wir einen verlässlichen Ankeraktionär haben und auch erhalten. Das tut uns gut", sagte Hiesinger in einem Interview dem Magazin "Der Spiegel". Ohne diese Stütze wäre der Umbau des Konzerns viel riskanter, sagte Hiesinger.

Die Krupp-Stiftung hält gut 25 Prozent an Thyssen-Krupp und entsendet drei Vertreter in den Aufsichtsrat des Stahlkonzerns. Sie gilt als Bollwerk gegen eine feindliche Übernahme. Um die Kassen des hoch verschuldeten Konzerns zu füllen, hat Hiesinger eine Kapitalerhöhung ins Spiel gebracht. Sollte es dazu kommen, würde die Stiftung wohl nicht mitziehen können und ihre Sperrminorität verlieren.

Der "Mythos der 25 Prozent muss einmal geradegerückt werden", sagte Hiesinger. Es gehe letztlich nicht darum, "wie viel Prozent die Stiftung hält, sondern um ihr Entsenderecht in den Aufsichtsrat und wie man dort Mehrheiten bekommt und ungewollte Entscheidungen verhindern kann". Dafür brauche man nicht unbedingt drei Aufsichtsräte und auch nicht 25 Prozent. "Dafür reicht auch weniger etwa 20 Prozent", sagte Hiesinger. Zu Höhe und möglichem Zeitpunkt einer Kapitalerhöhung äußerte sich der Thyssen-Krupp-Chef nicht. Es hätten sich aber bereits "eine ganze Reihe von Interessenten gemeldet, die gerne dabei wären".

Das Hilfsangebot von RAG-Stiftungs-Chef Werner Müller für den angeschlagenen Konzern wies Hiesinger zurück. "Wir haben Erfolge vorzuweisen, eine überzeugende Story und Perspektiven", sagte er. "Wenn die RAG-Stiftung daran glaubt, kann sie unsere Aktien am freien Markt kaufen".

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    Das Unternehmen steckt in der tiefsten Krise seit der Fusion von Thyssen und Krupp im Jahr 1999. Im Gesamtkonzern schrieb Thyssen-Krupp inklusive der verlustträchtigen Übersee-Stahlwerke in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2012/13 nach Anteilen Dritter einen Verlust von 983 Millionen Euro. Bei dem Verkauf der Übersee-Stahlwerke kann Hiesinger immer noch keinen Erfolg vermelden. "Wir verhandeln intensiv mit einem führenden Bieter", bekräftigte Hiesinger. "Und so lange wir bei der Klärung der strittigen Punkte weiterkommen, machen die Verhandlungen auch Sinn."

    Thyssen-Krupp wird zudem von Kartellverstößen erschüttert. Wegen illegalen Preisabsprachen mit anderen Schienenherstellern verhängte das Bundeskartellamt hohe Bußgelder gegen den Konzern, zudem fordern Unternehmen wie die Deutsche Bahn Schadenersatz. Daneben ist der Konzern wegen des Verdachts von illegalen Absprachen bei Stahl für die Autobranche ins Visier des Bundeskartellamts geraten.

    Aus dem "Amnestieprogramm", in dem die Mitarbeiter ohne Sorge vor Schadenersatzansprüchen oder Kündigungen auf Missstände aufmerksam machen sollten, hätten sich keine Hinweise ergeben, bekräftigte Hiesinger. "Doch die Ermittlungen sind erst am Anfang. Falls man etwas finden sollte, ginge es um gewaltige Größenordnungen".

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    • rtr
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