Energie

Italienischer Energiekonzern Enel setzt auf Ökostrom und Afrika

Seine jüngste Strategie war wenig erfolgreich, deshalb verlagert der staatliche Energiekonzern Enel in Italien nun seine Aktivitäten: Das Unternehmen will stärker bei Ökostrom einsteigen und neue Märkte erschließen.
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Mit der Sonne auf dem Dach und dem Wind im Rücken will Enel von seinen aktuellen Problemen wegkommen. Quelle: Reuters
der Staatskonzern setzt auf Ökostrom

Mit der Sonne auf dem Dach und dem Wind im Rücken will Enel von seinen aktuellen Problemen wegkommen.

(Foto: Reuters)

MailandNach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr setzt der italienische Versorger Enel mit Milliarden-Investitionen auf erneuerbare Energien und das Geschäft in Schwellenländern. Die Kapazität der Ökostrom-Sparte solle in den nächsten fünf Jahren verdoppelt werden, teilte der Staatskonzern am Donnerstag mit. Zudem sollten in Regionen wie Lateinamerika und Afrika 18 Milliarden Euro investiert werden. Enel wolle so von der dort wachsenden Nachfrage profitieren, erklärte Konzernchef Francesco Starace. Die Mittel für die Investitionen will er zum Teil durch Anteilsverkäufe in Höhe von fünf Milliarden Euro hereinholen. Im vergangenen Jahr brach der Nettogewinn des hoch verschuldeten Unternehmens wegen Abschreibungen in Italien und der Slowakei um 84 Prozent auf 517 Millionen Euro ein.

Europas Strombranche hat mit einer durch die Wirtschaftsflaute geringen Nachfrage und niedrigen Preisen an den Strombörsen zu kämpfen. Zudem sind die Anpassungen an einen wachsenden Ökostrom-Bedarf schwierig. Unter dem Druck der Energiewende hatte schon E.ON angekündigt, sich aufzuspalten und auf das Ökostromgeschäft zu konzentrieren. Einen ganz so radikalen Schritt geht Enel vorerst nicht, wendet sich aber auch von großen herkömmlichen Kraftwerken ab und setzt verstärkt auf kleinere Projekte.

Die Pläne des neuen Enel-Chefs kamen an der Börse gut an: Die Aktie stieg in Mailand um mehr als drei Prozent.

Handelsblatt Energie Briefing
  • rtr
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