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Energie

Jahrestagung Energiewirtschaft Österreich Stromwirtschaft in Österreich macht beim Klimaschutz Tempo

Verbund-Chef Anzengruber ist zu großen Investitionen bereit. Österreich will bis 2030 seinen Strom nur noch aus erneuerbaren Energien produzieren.
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„Es gibt keine Einzelmaßnahme, die das Problem lösen kann“, sagt der Verbund-Chef. Quelle: Jenia Symonds de Montfort für Handelsblatt
Wolfgang Anzengruber auf der Jahrestagung Energiewirtschaft Österreich

„Es gibt keine Einzelmaßnahme, die das Problem lösen kann“, sagt der Verbund-Chef.

(Foto: Jenia Symonds de Montfort für Handelsblatt)

Wien Österreichs größter Stromerzeuger macht Druck, die Klimaziele schneller zu erreichen. „Wir sind nicht auf dem richtigen Pfad“, sagte Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber auf der Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft Österreich in Wien. „Wir hängen in der Warteschleife in Österreich. Doch die Zeit drängt“, sagte Anzengruber. Politik und Wirtschaft müssten schneller agieren, um die Klimaziele zu erreichen.

Der Verbund-Chef begrüßte ausdrücklich das ambitionierte Ziel der EU-Kommission, die Kohlendioxid-Emissionen in der Europäischen Union um 55 Prozent bis 2030 zu senken.

Der teilstaatliche österreichische Stromerzeuger will mit Investitionen mehr für den Klimaschutz tun. „Wir sind als Industrie bereit zu investieren. Wir haben die Mittel, aber wir sind keine Non-Profit-Organisation“, sagte Anzengruber am Mittwoch.

Der Konzern handelt aus einer Position der Stärke. Der Stromkonzern steigerte in den ersten neun Monaten sein Konzernergebnis um fast 60 Prozent auf 451 Millionen Euro. Die Erlöse legen um 28 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Anzengruber fordert ein umfassendes Klimapaket. „Es gibt keine Einzelmaßnahme, die das Problem lösen kann“, sagt der seit zehn Jahren amtierende Vorstandsvorsitzende. Er forderte einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien.

Österreich hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 vollständig seine Energie aus Wasserkraft, Windkraft und Sonnenenergie zu produzieren. Insbesondere die Windenergie solle von derzeit sechs auf 17 Terrawattstunden ausgebaut werden. Außerdem müsse die Stromproduktion durch Photovoltaik von einem Terrawattstunde auf 14 Terrawattstunden gesteigert werden. „Das wird eine enorme Herausforderung. Beginnen wir, daran zu arbeiten“, sagte Anzengruber.

Derzeit wird Österreich von einer Übergangsregierung unter der parteilosen Kanzlerin Brigitte Bierlein regiert. Sie wird in den nächsten Monaten von einer gewählten Regierung abgelöst. ÖVP und Grüne sondieren unter Hochdruck seit Wochen die Bildung einer Koalition unter Führung des früheren Bundeskanzlers Sebastian Kurz (ÖVP).

Über eine schwarz-grüne Koalition wäre der Verbund nicht unglücklich, wie es in Unternehmenskreisen heißt. Anzengruber fordert von der künftigen Regierung in Wien, schnell die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Er kritisierte die langen Genehmigungsfristen für Infrastrukturprojekte.

Großer Optimismus im Ministerium

Im österreichischen Wahlkampf spielte der Wasserstoff als Baustein der Klimapolitik eine große Rolle. ÖVP-Chef Kurz will die Alpenrepublik zum führenden Wasserstoff-Land in Europa machen. Der Verbund-Chef dämpfte in Sachen Wasserstoff aber allzu große Hoffnungen machen. „In den nächsten 20 Jahren sehen wir keinen signifikanten Wasserstoff-Anteil“, prognostizierte er.

Derzeit entwickelt der Konzern zusammen mit dem Stahlkonzern Voestalpine und Siemens eine Versuchsanlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff in Linz, die zu Beginn der nächsten Woche in Betrieb gehen wird.

„Wenn wir mehr Wasserstoff wollen, muss es ein grüner Wasserstoff sein“, betonte Anzengruber. Das Problem seien aber die hohen Kosten. Grüner Wasserstoff sei doppelt bis dreimal so teuer wie konventionell produzierter Wasserstoff. „Für eine industrielle Nutzung ist noch sehr viel zu tun“, sagte der CEO in Hinblick auf die Preisdifferenz.

Im österreichischen Ministerium für Nachhaltigkeit ist der Optimismus sehr viel größer. „Wir sind mit einem Faktor zwei schon sehr nah“, sagte Michael Losch, Energieexperte des österreichischen Ministeriums, zur Preisdifferenz. In der zweiten Hälfte des kommenden Jahrzehnts werde grüner Wasserstoff eine „bedeutende Rolle“ spielen. Kommende Woche gibt es ein Treffen zwischen Österreich und Deutschland, um gemeinsam das Thema Wasserstoff voranzutreiben.

Die neue EU-Kommission wird unterdessen einen europäischen Wasserstoff-Plan entwickeln. „Wir werden eine europäische Strategie für Wasserstoff entwickeln“, kündigte Florian Ermacora von der Generaldirektion der Kommission auf der Handelsblatt-Tagung in Wien an. Details nannte er nicht.

Er forderte eine „Energie-Außenpolitik“, um grünen Wasserstoff – also die Erzeugung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien – zu produzieren. „Wir müssen über Australien, über arabischen Ländern oder den Ausbau des LNG-Netzes nachdenken, um grünen Wasserstoff zu produzieren.“ Es dürfe keine Tabus im Kampf um die Dekarbonisierung geben.

Der Stromerzeuger Verbund spricht sich für eine Bepreisung des Kohlendioxid-Ausstoßes aus. „Ohne eine CO2-Bepreistung werden wir nicht durchkommen“, sagte Anzengruber. Deutschland und Österreich bepreisen derzeit noch nicht die Kohlendioxid-Emissionen. Schweden hingegen verlangt hingegen bereits 114 Euro pro Tonne CO2, in Frankreich sind es 45 Euro und in Großbritannien 21 Euro.

An einer kohärenteren Klimapolitik wird in Brüssel bereits gearbeitet. „Es wird einen Green Deal geben“, sagte Florian Ermacora. Die Basis eines solchen Pakets sei aber die Versorgungssicherheit und die Leistbarkeit. „Allein mit Wettbewerb und Markt geht es nicht“, sagte der Brüsseler Energieexperte. „Wir werden in jedem Bereich Subventionen brauchen, die vernünftig sind.“ Noch ist die neue EU-Kommission unter Präsidentin Ursula von der Leyen nicht im Amt.

Mehr: CEO Rainer Seele will den CO2-Ausstoß des Ölkonzerns deutlich senken. Dazu setzt der Manager auf eine umstrittene Speicher-Methode unter der Erde.

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1 Kommentar zu "Jahrestagung Energiewirtschaft Österreich: Stromwirtschaft in Österreich macht beim Klimaschutz Tempo"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • ...Politik und Wirtschaft müssten schneller agieren, um die Klimaziele zu erreichen....
    Das sollte weltweit das Ziel sein - nicht nur in Deutschland oder Österreich. Für eine weltweit revolutionäre Energienutzung kommen nun

    Die BERLINER NEUTRINO ENERGY Group testet ein Gerät zur Gewinnung von sauberem Strom aus kosmischer Strahlung. Holger Thorsten Schubart, CEO des deutsch-amerikanische Forschungsunternehmen hat die Entwicklung eines innovativen High-Tech-Materials auf Basis einer Vielzahl von dotiertem Kohlenstoff und Silizium zum Abschluss gebracht, mit dem ein Teil der kinetischen Energie von Partikeln des unsichtbaren Strahlungsspektrums in Elektrizität umgewandelt wird. Derzeit werden die ersten industriellen Muster des sogenannten NEUTRINO POWER CUBE, eines Geräts, das saubere Energie liefert, in Deutschland unter Laborbedingungen getestet. Neutrinos, hochenergetische Teilchen, die als Teil der kosmischen Strahlung des unsichtbaren Spektrums kontinuierlich auf die Erde treffen, sind nach jüngsten Untersuchungen eine unerschöpfliche Energiequelle. "Der Energieerhaltungssatz funktioniert. ", sagt der Physiker Professor Strauss, ein ehemaliger Forscher am Massachusetts Institute of Technology, USA, und Mitglied des wissenschaftlichen Rates der NEUTRINO ENERGY Group. Die Möglichkeit, Energie durch Wechselwirkung von Neutrinos mit Materie zu gewinnen, wurde am 18. Februar 2018 vom US-Energieministerium bestätigt. Und auch im Karlsruher Institut ist man sich bewusst dieser neuen Energie Ressource. Jetzt müssen Politik und Wirtschaft neue Türen öffnen, für die Energienutzung der Zukunft. Die Neutrinovoltaic wird die Photovoltaic Ergänzen und Ablösen.