Energie

Jahreszahlen Eon ist wieder in der Gewinnzone – und will bis zu 5000 Jobs abbauen

Neben dem Mega-Deal mit RWE bietet Konzernchef Teyssen den Aktionären solide Jahreszahlen. Nach dem Rekordverlust steht jetzt unter dem Strich wieder ein dicker Gewinn.
1 Kommentar

Warum der Energie-Deal 5000 Stellen kosten könnte

Warum der Energie-Deal 5000 Stellen kosten könnte

DüsseldorfDie Nachricht über den Mega-Deal mit Konkurrent RWE zur Übernahme von Innogy überstrahlte am Montagabend alles. Dabei ging eine positive Nachricht fast unter, die Eon-Chef Johannes Teyssen den Aktionären zeitgleich mitteilte: Der Energiekonzern hat das Geschäftsjahr 2017 mit einem Überschuss von 4,2 Milliarden Euro abgeschlossen.

Ein Jahr zuvor hatte Teyssen noch einen Rekordverlust von 16 Milliarden Euro einräumen müssen.

Im Vorjahr war die Bilanz durch gewaltige Abschreibungen im Zuge der Abspaltung von Uniper belastet worden. Im vergangenen Jahr hat Eon dagegen von einem Sondereffekt profitiert: Der Rückzahlung der Atomsteuer. Die musste der Bund nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts erstatten.

Aber auch operativ liefen die Geschäfte solide. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieb mit 3,1 Milliarden Euro zwar nur konstant – es lag damit aber am oberen Ende der prognostizierten Spanne von 2,8 bis 3,1 Milliarden Euro. Allerdings ist Eon auch für 2018 verhalten. Hier wird das Ebit in einer Spanne von 2,8 bis drei Milliarden Euro erwartet. Bis 2020 soll das Ebit dann aber jährlich um durchschnittlich drei bis vier Prozent steigen.

Die Nettoverschuldung sank – unter anderem wegen der Steuererstattung – um 27 Prozent auf 19,2 Milliarden Euro. Für 2017 schüttet Eon eine Dividende von 30 Cent je Aktie aus. Für 2018 stellt Teyssen 40 Cent in Aussicht.

„Im Ergebnis 2017 zeigt sich der Erfolg unserer bisherigen Strategie“, sagte Teyssen: „Schneller als ursprünglich erwartet haben wir die Lasten der Vergangenheit hinter uns gelassen, die Bilanz deutlich gestärkt und gehen nun aus einer Position der Stärke in die Transaktion mit RWE.“

Eon und RWE hatten zuvor ihren Deal besiegelt. Danach übernimmt Eon den von RWE gehaltenen 76,8 Prozent an Innogy und erhält im Gegenzug umfangreiche Aktivitäten.

Nach der geplanten Übernahme der Netz- und Vertriebsgeschäfte von Innogy könnten bis zu 5000 der über 70.000 Arbeitsplätze wegfallen, die die fusionierten Bereiche derzeit hätten, teilte Eon am Montagabend mit. Die Gewerkschaften Verdi und IGBCE hatten zuvor betont, sie gingen von einem Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen aus. Eon warb damit, dass gleichzeitig im kommenden Jahrzehnt wohl tausende neue Arbeitsplätze geschaffen würden.

Handelsblatt Energie Briefing
Startseite

Mehr zu: Jahreszahlen - Eon ist wieder in der Gewinnzone – und will bis zu 5000 Jobs abbauen

1 Kommentar zu "Jahreszahlen: Eon ist wieder in der Gewinnzone – und will bis zu 5000 Jobs abbauen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Großes Lob an den (neuen ?) HB-Redakteur Jürgen Flauger. Endlich lese ich mal kurz und knapp präzise Bilanz-Analysen (hier EON und RWE) mit Ausweis der relevanten betriebswirtschaftlichen Zahlen. Das wünschte ich mir auch bei der Berichterstattung über andere Unternehmen, z.B. Zalando. Hier wird mir immer erzählt, Zalando mache diesen oder jenen "Gewinn", ohne diesen Begriff zu präzisieren. Auch wird nie die Verschuldung genannt. Jürgen Flauger nennt dagegen EBITDA und Verschuldung. Und auf die beiden Kennzahlen kommt es an! Danke, HB und bitter öfter so.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%