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Energie

Johannes Teyssen Der Revoluzzer an der Eon-Spitze

Selten hat ein Konzernchef in Deutschland seinen Aktionären so viel zugemutet wie Eon-Chef Johannes Teyssen: Auf der Hauptversammlung muss er die Aufspaltung erklären – und verrät, warum sein Vorbild Google ist.
Update: 07.05.2015 - 11:54 Uhr 4 Kommentare
Der Eon-Chef hat seinen Aktionären viel zu erklären. Quelle: dpa
Joahnnes Teyssen

Der Eon-Chef hat seinen Aktionären viel zu erklären.

(Foto: dpa)

Essen Für die Eon-Aktionäre war es schon eine kleine Reise in die Zukunft. Als sie am Vormittag in die Essener Grugahalle kamen, war nichts mehr von Kohle und Kernkraft zu sehen. Ihr Unternehmen empfing sie mit all den hoffnungsvollen Geschäftsideen, mit dem es in Zukunft sein Geschäft machen will: Solarpaneelen, kleinen Hauskraftwerken und dem Modell eines Windparks. An Ständen konnten sich die Anteilseigner über erneuerbare Energien, dezentrale Energien, Stromspeicher und neue Forschungsvorhaben informieren. „Eon – gut unterwegs in die neue Energiewelt“, lautete die Botschaft. Und vor der Grugahalle warteten auch nur noch eine Handvoll Umweltaktivisten, die sich um den Müll aus Eons Atomkraftwerken sorgten.

Schon bald sollen Kohle und Kernkraft überhaupt keine Rolle mehr spielen. „Eon wird sich ganz darauf konzentrieren, die Energiezukunft zu gestalten“, stellte Vorstandschef Johannes Teyssen, zu Beginn der Hauptversammlung klar. Erneuerbare Energien, Energienetze und dezentrale Energielösungen seien die „Eckpfeiler der Energieversorgung von morgen und übermorgen“. „In diesen Märkten werden wir in Zukunft wachsen und damit Werte schaffen.“

Zum 1. Januar wird Eon die großen, mit Kohle, Gas und Atom betriebenen Kraftwerke in das Unternehmen Uniper abspalten. Ende Dezember erst hatte Teyssen die Aktionäre mit diesem Strategieschwenk überrascht. Zum Jahreswechsel soll die Trennung gesellschaftsrechtlich und organisatorisch vollzogen sein – und in einem Jahr sollen die Aktionäre bei der Hauptversammlung den Verkauf der Mehrheit beschließen.

Für Eon und die deutsche Energiebranche ist Teyssens neue Strategie eine richtige Revolution. Eon trennt schließlich nicht weniger als das bisherige Kerngeschäft ab. Und Teyssen weiß, was er den Aktionären zumutet. Viele würden das Unternehmen schon lange begleiten und würden die „stolze Geschichte“ von Eon und seinen Vorläufern Veba und Viag kennen, sagte der Manager, der selbst ein Viertel Jahrhundert im Unternehmen ist.

Schon in der Vergangenheit habe sich der Energiekonzern immer wieder neu erfinden müssen: Vom Mischkonzern zum integrierten Energiekonzern, der sich um alles im Bereich Strom und Gas kümmert. „Wie wir heute sehen, waren die Umbrüche der Vergangenheit nur der Auftakt zu viel fundamentaleren Veränderungen – zu einer Revolution der Energiewelt, die begonnen hat, alles umzustürzen, was hundert Jahre als feste Gewissheit galt“, erklärte Teyssen, „das Energiegeschäft, so wie wir alle es kennen, wird in den gegenwärtigen Umbrüchen zu einem vergangenen Kapitel Industriegeschichte.“ Wie und wo Energie erzeugt werde, wie sie transportiert und eingesetzt werde, verändere sich gerade fundamental.

Was sich hinter deutschen Firmennamen verbirgt
Innogy (Energiekonzern, Essen)
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Innogy ist ein Produkt der Aufspaltung von RWE. Das Unternehmen umfasst das Ökostromgeschäft, die Stromnetze und den Vertrieb des Energieriesen. Der Name kombiniert die Begriffe „Innovation“, „Energy“ und „Technology“ und wird bereits seit längerem im RWE-Konzern verwendet. 2002 übernahm der Energieversorger das britische Unternehmen Innogy, das daraufhin in RWE npower umbenannt wurde.

(Foto: Innogy)
RWE
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Der sogenannte RWE-Tower, Zentrale des Energiekonzerns RWE in Essen. Der Name des Unternehmens steht für Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk.

(Foto: dpa)
Haribo (Süßigkeitenhersteller, Bonn)
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1920 gegründete Johann „Hans“ Riegel in Bonn der Süßwarenkonzern Haribo. Die Unternehmensbezeichnung leitet sich aus den beiden ersten Buchstaben des Vor- und Nachnamens von Hans Riegel sowie den beiden ersten Buchstaben des Standortes (Bonn) ab.

(Foto: dpa)
Eon (Energiekonzern, Essen)
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Ein Kunstname, der an E wie Energie und „on“ wie einschalten erinnern soll. Den beiden Vorgängerunternehmen, aus denen Eon entstand, merkte man ihre Vergangenheit als preußische Staats-Holdings noch an: VEBA, die „Vereinigte Elektrizitäts- und Bergwerks AG“ und VIAG, die „Vereinigte Industrieunternehmungen AG“.

(Foto: dpa)
Uniper (Energiekonzern, Düsseldorf)
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Der Eon-Konzern hat sich aufgespalten. Die neue Gesellschaft, in der die Kraftwerksaktivitäten gebündelt werden, heißt „Uniper“. Der Name ist die Kurzform von „Unique Performance“, das zu deutsch „Einzigartige Leistungsfähigkeit“ bedeutet.

(Foto: Reuters)
Rewe (Einzelhandelskonzern, Köln)
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Der Name Rewe setzt sich zusammen aus „Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften“. Der deutsche Handelskonzern wurde am ersten Januar 1927 als Genossenschaft in Köln gegründet.

(Foto: AFP)
Uvex (Sportartikel, Arbeitsschutzprodukte)
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Das Fürther Unternehmen Uvex produziert Skibrillen und -helme, Fahrradhelme – und vor allem Arbeitsschutzprodukte wie Sicherheitshandschuhe und -brillen. Der Firmenname ist die Abkürzung für „Ultraviolet excluded“ – denn den UV-Schutz der Brillen zu optimieren sieht Uvex als Kernkompetenz an.

Der Handelsblatt Expertencall
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4 Kommentare zu "Johannes Teyssen: Der Revoluzzer an der Eon-Spitze"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Harald Meier
    Jetzt verdrehen Sie mal nicht die Realität! Der Energiemarkt richtet sich nach dem Energieträger aus. Und danach wie dieser Energieträger jederzeit zur Verfügung steht. Und bei den Energieträger Wind und Sonne handelt es sich um einen unzuverlässigen und nicht immer bzw. nicht nachfrageorientierten Energieträger. Somit sind die Erneuerbaren Energieträger Sonne und Wind komplett untauglich für eine Marktwirtschafts- Industrie und Wohlstandsgesellschaft. Darum benötigen die Erneuerbaren Energien (Windmühlen und Solarparks inkl Speicher) ein Subventions-Abgabenzwangsgesetz das sich da EEG schimpft. Und Subventionen = EEG ist immer marktfeindlich. Somit basiert die Energiewende auf einen marktfeindlichen EEG Gesetz.
    Verbreiten Sie also nicht solche Lügen und EE-Propagandamärchen und informieren Sie sich bzw. gehen noch mal in eine Weiterbildungsmaßnahme mit Schwerpunkt Volks- Betriebswirtschaft und Energietechnik. Danke!

  • Im Zusammenhang mit Kohle und Atom vom Markt zu sprechen zeugt ja wohl von grenzenloser Naivität.
    Ich kann mich noch an den Kohlepfennig erinnern. Darüber hinaus werden sich noch Generationen mit den Folgen des Kohlebergbaus beschäftigen dürfen. Auch kann ich verstehen, warum eon&Co.jetzt schnell die Atomkraftwerke aus betriebswirtschaftlichen Gründen loswerden wollen.
    Es klappt bestimmt, dass die Firmen sich aus ihrer Verantwortung stehlen. Aber was soll's, so funktioniert er eben, der Markt!

  • Hr. Theissen und alle jubelnden Aktionäre von EON machen einen gravierenden Denkfehler....Die sog. Erneuerbaren Energien" basieren auf einer politischen Energiewende und diese wiederum basiert auf einen MARKTFEINDLICHEN EEG (Gesetz). Und ein Geschäftsmodell, dass auf einen Subventions-Strompreistreibenden EEG (politisches und marktfeindliches) Gesetz aufbaut, ist ein Geschäftsmodell, dass kein marktfähiges Geschäft in sich tragen kann.

    Anstatt gegen den politischen Irrsinn einer Marktfeindlichen Energiewende = EEG vorzugehen, zerlegt Hr. Theissen lieber EON und steuert mit seiner "Energiewende Huldigung" an die Politik und Aktionäre lieber den Stromkonzern in die Unwirtschaftlichkeit.

    Energiewende/EEG = erst kommt die Lüge (Energie wenden zu können), dann der Betrug/Selbstbetrug (EEG) danach der Mangel (Energie- und Kosteneinsparung) und zum Schluss die Armut (Gewinneinbruch und Geschäfts- und Innovationsstillstand).

  • Na da hat Herr Theissen ja Glück, dass er sich nicht neu bewerben musste. Bei den "Erfolgen" in seinen durchwachsenen Lebenslauf!
    Unglaublich eigentlich, warum derselbe Manager, der jahrelang den Umbau der Energieversorgung ignorierte und blockierte den Mitarbeitern und Aktionären nun den Schwenk zu den Erneuerbaren verkaufen können soll.
    Jeder normale leitende Angestellte wird nach solch gravierenden Fehlern sofort freigestellt. Zu Recht!