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Energie

Kampf um K+S Kali-Preisrutsch erhöht die Chancen für Potash

Mit seiner Übernahmeofferte beißt der kanadische Potash-Konzern bisher bei K+S auf Granit. Doch seit Juni sind die Preise für Kali stark gefallen – Analysten halten das Angebot von Potash nun für deutlich attraktiver.
24.09.2015 - 10:42 Uhr
Die Preise für Kali sind seit Juni um 12 Prozent gefallen. Quelle: dpa
K+S-Bergwerk Werra

Die Preise für Kali sind seit Juni um 12 Prozent gefallen.

(Foto: dpa)

Die Kaufofferte der Potash Corp. of Saskatchewan für ihren größten europäischen Konkurrenten K+S hat an Attraktivität gewonnen, sagen Analysten. Der im Juni gebotene Betrag von 7,85 Milliarden Euro sei durch den Rückgang des Kalipreises in der Zwischenzeit verlockender geworden.

Die K+S AG wies die Barofferte im Juni als zu niedrig zurück. Seither sind an den Kassamärkten in den USA die Preise für Kali um 12 Prozent gefallen, und Prognosen zufolge ist mit weiteren Rückgängen zu rechnen. Am Montag kündigte Mosaic, der größte US-amerikanische Anbieter, unter Hinweis auf die schwache Nachfrage an, die Förderung zurückzufahren.

Die Aktienkurse der Kalikonzerne sind im Einklang mit dieser Entwicklung gefallen. Die Titel von K+S haben seit Monatsbeginn 9,3 Prozent eingebüßt. Am Mittwoch gingen sie in Frankfurt bei 30,22 Euro aus dem Handel. Damit ist das Potash- Angebot von 41 Euro je Aktie attraktiv, urteilen der Analyst Nils-Peter Gehrmann von Hauck & Aufhäuser und Jeffrey Stafford von Morningstar Equity Research.

„Die Konzernleitung hält K+S mit 41 Euro je Aktie für unterbewertet; wir hingegen denken, dass das Unternehmen damit erheblich überbewertet ist“, schrieb Stafford in einer Studie vom Dienstag. Er hält 24 Euro je Aktie für einen fairen Preis. Sprecher von K+S waren nicht sofort erreichbar. Eine Sprecherin von Potash wollte sich nicht zu den Auswirkungen des Kalipreises äußern.

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    Gehrmann von Hauck & Aufhäuser schrieb in einer Kurzstudie, der kanadische Bieter werde vermutlich eine feindliche Übernahme anstreben. In jedem Fall seien die Chancen für eine Übernahme infolge der Marktturbulenzen gestiegen.

    Feindliche Übernahmen – Tops und Flops
    Potash und K+S
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    Der kanadische Düngemittelhersteller Potash hat ein Übernahmeangebot in Höhe von rund acht Milliarden Euro für den Kasseler Konkurrenten K+S auf den Tisch gelegt. So wollen die Kanadier wieder zum Weltmarktführer für Kalisalze aufsteigen. Dafür sind sie bereit, einen Aufschlag von 40 Prozent auf den derzeitigen Aktienkurs zu bezahlen. K+S will das Angebot prüfen, hieß es zuletzt. Solche feindlichen – oder neutraler: unkoordinierten – Übernahmen gibt es immer wieder. So versuchte etwa...

    (Foto: dpa)
    Pirelli und Continental
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    ...der ehemalige Reifen- und Kabelhersteller Pirelli 1990, den Automobilzulieferer Continental zu übernehmen. Aufgefallen war der Versuch durch hohe Kurssprünge der Continental-Aktie. Doch die Übernahme konnte verhindert werden: Eine Abwehrfront deutscher Großunternehmen erwarb auf Bitten des damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder unter Federführung der Deutschen Bank eine Sperrminorität an Continental. Nach langem Kampf ging Pirelli die Liquidität aus, und Continental blieb vorerst eigenständig.

    (Foto: dpa)
    Krupp und Thyssen
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    Erfolgreicher verlief die Übernahme des Dortmunder Anlagenbau- und Stahlkonzerns Hoesch durch Thyssen 1992. Auf diesem Plakat vor dem ehemaligen Verwaltungsgebäude von Hoesch in Duisburg wird jedoch bereits für eine spätere Fusion geworben: die zwischen Krupp und Thyssen. Ursprünglich hatte Krupp eine feindliche Übernahme des ungleich größeren Konkurrenten Thyssen geplant. Als die Pläne der Öffentlichkeit bekannt wurden, fusionierten die beiden Unternehmen stattdessen – nach Protesten von rund 30.000 Stahlarbeitern.

    (Foto: ap)
    Vodafone und Mannesmann
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    Das erste Übernahmeangebot durch Vodafone lehnte der Mannesmann-Konzern 1999 ab. Nach geheimen Verhandlungen beschlossen die beiden Mobilfunk-Konzerne ein Jahr später dann doch eine „einvernehmliche“ Fusion – mit gerichtlichem Nachspiel. Denn die Abfindung für den Mannesmann-Vorstand um Klaus Esser gingen in die Millionen. Allein Esser soll an der Fusion 60 Millionen Mark verdient haben. Die gerichtliche Klärung zog sich bis 2006 – und endete mit einer Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldauflage von 1,5 Millionen Euro.

    (Foto: ap)
    WCM und Klöckner
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    Nur die wenigsten Übernahmen versetzen Arbeitnehmer in Euphorie, doch das Übernahmeangebot der Frankfurter Beteiligungsgesellschaft WCM wurde von der Belegschaft des Stahlhändlers Klöckner einhellig begrüßt. Allein, der Vorstand wehrte sich mit Kräften – vergeblich. WCM stockte seinen Anteil von 40 auf 70 Prozent auf und versprach, keine Arbeitsplätze abzubauen. Rund drei Jahre später ging WCM insolvent und trat seine Klöckner-Anteile an Salzgitter ab.

    (Foto: dpa)
    Robert Bosch und Buderus
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    Zwei Anläufe brauchte der Autozulieferer Robert Bosch, bis die Übernahme des Heiztechnik-Spezialisten Buderus im Jahr 2003 gelang. Von Bilfinger Berger übernahm Bosch ein 30-Prozent-Paket an Buderus – für 551 Millionen Euro. Der damalige Chef von Buderus, Uwe Lüders, galt als einer der schärfsten Kritiker des Deals – und gab nur kurze Zeit nach der Einigung seinen Chefposten auf.

    (Foto: dpa)
    INA/Schaeffler und FAG Kugelfischer
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    670 Millionen Euro: So viel ließ sich der Wälzlagerhersteller INA/Schaeffler die Übernahme des Maschinenbauers FAG Kugelfischer kosten. Zuvor hatte FAG sich fünf Wochen lang heftig gegen die Pläne des Familienunternehmens gewehrt, bis der Deal im Oktober 2001 unter Dach und Fach war.

    (Foto: dpa)

    Andere Marktbeobachter sind nach wie vor skeptisch gegenüber einem möglichen Zusammenschluss. Angesichts der Kursverluste, die die Potash-Titel seit dem Gebot im Juni erlitten haben, würden die dafür vorgesehenen Mittel besser für einen Aktienrückkauf eingesetzt, argumentiert Ben Isaacson, Analyst bei der Bank of Nova Scotia in Toronto. „Man könnte sich auf den Standpunkt stellen, dass Potash das falsche Kaliunternehmen kauft“, schrieb er am Mittwoch in einem Kommentar.

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    • Bloomberg
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