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Energie

Kampf um Übernahme Energiekonzern Fortum steht bei Uniper kurz vor der Mehrheitsübernahme

Der finnische Energiekonzern Fortum hält schon 49,99 Prozent am Stromproduzenten Uniper. Die 50-Prozent-Schwelle kann er aber nicht so leicht nehmen.
Update: 01.02.2019 - 16:42 Uhr Kommentieren
Der finnische Energiekonzern will Uniper übernehmen – zur Not mit Hilfe des Finanzinvestors Elliott. Quelle: Reuters
Fortum

Der finnische Energiekonzern will Uniper übernehmen – zur Not mit Hilfe des Finanzinvestors Elliott.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDer finnische Energiekonzern Fortum war beim deutschen Stromproduzenten Uniper von Anfang an nicht willkommen. Als die Finnen im Herbst 2017 ankündigten, Eons Paket von 46,65 Prozent übernehmen zu wollen, wehrte sich das Uniper-Management energisch – und fürchtete schon damals eine Übernahme.

Jetzt kratzt Fortum tatsächlich an der Mehrheit: Inzwischen hält das Unternehmen 49,99 Prozent, wie es bei der Vorlage der Jahresbilanz mitteilte. Nach Abschluss des Übernahmeangebotes im Sommer 2018 , waren es noch 47,35 Prozent gewesen.

„Seit dem Closing haben wir unsere Beteiligung ausgebaut, um unsere Position bei künftigen Hauptversammlungen zu verbessern“, sagte Vorstandschef Pekka Lundmark jetzt. „Wir haben eine klare Vorstellung, wie Fortum und Uniper gemeinsam ‚den Energiekonzern der Zukunft‘ aufbauen können.“

Man wolle mit dem deutschen Unternehmen zusammenarbeiten, um diese Pläne umzusetzen, fügte er hinzu, hielt jedoch gleichzeitig fest: „Zu unserer Enttäuschung sind die Gespräche bislang aber nicht so vorangekommen wie erwartet.“ Uniper lehnte auf Anfrage einen Kommentar ab.

Jetzt ist es spannend, wie Fortum weiter vorgehen wird. Die Schwelle von 50 Prozent können die Finnen nicht ohne Weiteres übernehmen. Daran werden sie bislang von einer Auflage gehindert, die russische Aufsichtsbehörden gesetzt haben.

Fortum bekam in Russland, wo Uniper im großen Stil Strom produziert, zwar die Genehmigung für den Einstieg. Die russische Regierungskommission für ausländische Investments hielt dabei aber fest, dass Fortum keine Mehrheit an Uniper erlangen darf.

Begrenzter Einfluss aufs Management

Dabei hängt diese Beschränkung nach Einschätzung der Finnen an einer kleinen technischen Frage, die das Uniper-Management leicht lösen kann. Uniper betreibt mehrere Kraftwerke in Russland, wozu auch eine als strategisch wichtig betrachtete Anlage zur Trinkwasseraufbereitung gehört. Nach Einschätzung des Fortum-Managements müsste Uniper nur diese kleine Aktivität verkaufen, um die Bedenken in Russland zu zerstreuen.

Sollte das Uniper-Management nicht selbst versuchen, das Hemmnis in Russland aus dem Weg zu räumen, könnte das Fortum-Management bei der nächsten Hauptversammlung Druck ausüben. Es könnte einen Antrag unterstützen, den der Hedgefonds Elliott schon bei der vergangenen Hauptversammlung eingereicht hatte, der aber vertagt wurde.

Elliott forderte eine Sonderprüfung, die unter anderem das Verhalten des Managements im Genehmigungsverfahren in Russland prüfen soll. Auf der nächsten Hauptversammlung könnte dieser oder andere Anträge auf die Tagesordnung kommen.

Elliott war parallel zu Fortum bei Uniper eingestiegen – und hat sich inzwischen knapp 17 Prozent gesichert. Elliott dürfte auf eine Komplettübernahme von Uniper durch Fortum und eine entsprechend hohe Abfindung spekulieren. Fortum und Elliott haben also ein gemeinsames Interesse, dass das Uniper-Management die Hürden in Russland aus dem Weg räumt.

Es bleibt aber abzuwarten, wie sich Fortum positioniert. In den vergangenen Wochen war schon spekuliert worden, Fortum und Elliott könnten gemeinsame Sache machen. Anderseits können die Finnen mit der nun faktisch sicheren Mehrheit auf der Aktionärsversammlung aber auch jeden Antrag blockieren.

In Branchenkreisen heißt es stets, die Finnen hätten bei Uniper einen langen Atem. Den könnten sie auch gebrauchen. Aktuell sind die Möglichkeiten, den Einfluss auf das Management auszubauen, begrenzt. Sämtliche Aufsichtsräte, die das operative Geschäft beaufsichtigen, sind bis 2022 gewählt.

Die beiden Unternehmen sprechen zwar über Kooperationen. Lundmark hat nun aber erneut betont, dass er mit den Fortschritten unzufrieden ist. Ähnlich hatte er sich vor zwei Wochen auf dem Energie-Gipfel des Handelsblatts geäußert.

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