Energie

Keine konkreten Hilfspläne EU-Kommission enttäuscht die Stahlbranche

Der Stahlbranche in Europa geht es schlecht: Konkurrenz unter anderem aus Asien und den USA erschwert das Geschäft. Die EU-Kommission macht Vorschläge zur Stärkung der Branche - doch die ist enttäuscht.
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Edelstahl-Gießerei: Die Rahmenbedingungen für die Branche sollen sich verbessern. Quelle: dpa

Edelstahl-Gießerei: Die Rahmenbedingungen für die Branche sollen sich verbessern.

(Foto: dpa)

StraßburgMit Fortbildungen für Stahlarbeiter und erschwinglicher Energie will die EU-Kommission der kriselnden Stahlbranche helfen. Wenn die Politik nicht handle, drohten weitere Jobverluste und Werksschließungen, warnte EU-Industriekommissar Antonio Tajani am Dienstag im Straßburger Europaparlament.

Zwischen 2007 und 2011 sei die Zahl der Jobs in der europäischen Stahlbranche um zehn Prozent eingebrochen. Neue Gesetze oder konkrete Investitionen stellte Tajani jedoch nicht in Aussicht - zur Enttäuschung der Industrie.

Tajani plädierte für bessere Rahmenbedingungen für die Branche. Die Hersteller dürften nicht zu sehr unter hohen Energiekosten leiden. In den USA profitiere die Industrie von neuer günstiger Energie, zum Beispiel aus Schiefergas.

Die Industrie ist enttäuscht von dem Aktionsplan. Das Papier enthalte zwar Ideen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Stahlhersteller zu sichern, sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff. „Doch leider fehlt es an konkreten Hinweisen, wie und wann politische Belastungen als Folge der europäischen Energie- und Klimapolitik abgebaut werden könnten.“

Bei der Ausbildung von Angestellten und Nachwuchs will die EU-Kommission helfen. Bei der Weiterbildung von Arbeitskräften könnten zum Beispiel Gelder aus dem Europäischen Sozialfonds oder dem Globalisierungsfonds genutzt werden, erklärte Tajani.

Die Kommission beklagte die weltweite Überproduktion, vor allem in China. Das Land ist seit Jahren unangefochten die Nummer eins unter den Stahlherstellern weltweit. China produziert fast so viel Stahl wie der Rest der Welt zusammen. Auch die USA, Russland, die Ukraine und die Türkei dürften in Zukunft mehr Stahl auf den Weltmarkt bringen.

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