Klimaschutz: Energiewende in Gefahr: Ohne Fachkräfte sind die Klimaziele nicht erreichbar
Die Unternehmen müssen teilweise die Hälfte der Aufträge ablehnen.
Foto: dpaDüsseldorf. Die Wärmepumpe im Keller, eine Solaranlage auf dem Dach und die Batterie plus Wallbox in der Garage. Um die Energiewende zu schaffen, müssen Millionen von Geräten und Anlagen eingebaut, installiert und vernetzt werden. Die Nachfrage ist riesig – aber auch die Energiebranche steht vor einem massiven Fachkräftemangel: Es fehlen die Handwerker, Monteure und Elektriker, um die Wende umzusetzen.
So sollen bis 2030 nach den Plänen der Bundesregierung sechs Millionen Wärmepumpen installiert werden: „In diesem knappen Zeitfenster von neun Jahren fehlen unseren Betrieben allein dafür pro Jahr 60.000 Monteure“, rechnet Helmut Bramann, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (SHK) vor. Schließlich könne man ja nicht gleichzeitig auf Modernisierungen und Kundendiensteinsätze verzichten. Und der Fachkräftemangel nehme stetig zu.
„Die Ausbauziele werden am Fachkräftemangel scheitern“, ist Florian Meyer-Delpho, Mitgründer der Montageplattform Installion überzeugt. Das Start-up aus Köln vermittelt Handwerker für die Montage von Solaranlagen an Eon, Vattenfall, Enpal und andere. Die Nachfrage boomt. Für 2022 rechnen die Rheinländer mit einem Umsatz von 14 Millionen Euro – das wäre mehr als dreimal so viel wie im vergangenen Jahr. Der niederländische Energiekonzern Eneco hat im August investiert.