Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Energie

Kommentar zu Deepwater Horizon Und nach dem Meer das Grundwasser?

Seite 2 von 2:
„Ob“ ist weniger die Frage als „wann“
USA fracken sich an die Spitze
Fracking in Pennsylvania
1 von 7

So sieht Ölförderung heute aus: In den USA boomt das Fracking. Dabei wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien ins Gestein gepresst, um schwer erreichbares Gas und Öl freizusetzen – hier im US-Bundesstaat Pennsylvania.

(Foto: dpa)
Ölarbeiter an einer Pipeline
2 von 7

Der unverminderte Fracking-Boom macht die USA zum größten Energieproduzenten der Welt – 2014 wuchs der Abstand sogar noch: 27 Millionen Barrel förderte das Land (ein Barrel sind 159 Liter). Allerdings wächst die Kritik.

(Foto: Reuters)
Protest gegen Fracking
3 von 7

„Fracking innerhalb von Stadtgrenzen verbieten“: Auch in den USA protestieren immer wieder Menschen gegen die besonders in Deutschland umstrittene Fördermethode, hier in Denver im US-Staat Colorado. Sie fürchten, dass die Chemikalien das Wasser vergiften. Der Boom hat Schattenseiten.

(Foto: ap)
Ölplattform vor der russischen Küste
4 von 7

Russland ist der wichtigste Öl- und Gaslieferant für Europa – damit leidet das Putin-Reich auch unter der schwachen Konjunktur auf dem Kontinent. Auch der milde Winter machte sich bemerkbar...

(Foto: dpa)
Russischer Ölkonzern Rosneft
5 von 7

Insgesamt förderte Russland im vergangenen Jahr 21 Millionen Barrel. Der niedrige Ölpreis trifft Russland hart: Ein wichtiger Teil der Einnahmen stammt aus dem Export, etwa des Staatskonzerns Rosneft.

(Foto: dpa)
Ölförderung in Saudi-Arabien
6 von 7

Saudi-Arabien besitzt nach Einschätzung von Experten die weltweit größten Ölreserven. Im Gegensatz zu den USA und Russland fördert das Königreich allerdings wenig Gas.

(Foto: dpa)
Ölraffinerie am Persischen Golf
7 von 7

Saudi-Arabien fuhr im vergangenen Jahr seine Förderung nicht zurück und produzierte 14 Millionen Barrel. So hielt das Königreich den Preis für den Schmierstoff der Weltwirtschaft niedrig.

(Foto: dpa)

Die US-Umweltbehörde EPA, nicht unbedingt als Freund der Öl- und Gasindustrie bekannt, hat in einer aktuellen Studie zwar festgestellt, dass die Frackingindustrie das Trinkwasser nicht systematisch belaste, aber die Betonung liegt auf „systematisch“. Es seien immer wieder Trinkwasserverunreinigungen gefunden worden, obwohl die Industrie versichert habe, es habe „niemals“ Zwischenfälle gegeben. Schlecht ausgeführte oder schlampig gewartete Bohrungen hätten giftige Chemikalien ins Trinkwasser freigesetzt. Oder Dreckwasser fand doch wieder einen Weg nach oben.

Auch die Deepwater Horizon hat nicht „systematisch“ das Meer verschmutzt. Aber Schlamperei und Vorsatz sind festgestellt worden. Wenn Sicherheitsmaßnahmen auf Profitgründen bis zum äußersten Rand des Erträglichen reduziert werden, sind solche Folgen unvermeidbar. Ein fallender Ölpreis setzt die Produzenten derzeit unter Druck zu sparen, wo eben möglich – und vielleicht darüber hinaus.

Ob es zu einer erheblichen und irreversiblen Trinkwasserverschmutzung in Ballungsgebieten kommen wird, ist weniger die Frage, als wann. Grundwasser folgt keinen Businessplänen und mit der Zeit kriechen die Chemie-Bohrlöcher immer näher an die Städte heran. Und bei weitem nicht alles Grundwasser wird durch Kläranlagen gereinigt. Das wissen auch die Farmer, die direkt aus dem Boden auf die Felder pumpen.

Die Folgen solcher Worst-Case-Szenarios sind realistisch gesehen genau so wenig abschätzbar wie die Langzeitfolgen des Atom-Gaus in Fukushima. Aber eines ist klar: 18 Milliarden Dollar an Strafe und 53 Milliarden Dollar an Kosten insgesamt sind viel. Aber auf keinen Fall das Ende der Fahnenstange. Die Einigung mit BP hat gezeigt, dass der Staat nicht einmal in den erzkapitalistischen USA bereit ist, die Gewinne zu privatisieren und die Kosten klaglos zu Lasten der Steuerzahler zu verstaatlichen. Das sollten Aktionäre bedenken.

Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "Kommentar zu Deepwater Horizon: Und nach dem Meer das Grundwasser?"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote