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Kommentar zu Thyssen-Krupp Heinrich Hiesinger und die Last der Vergangenheit

Thyssen-Krupp ist als stolzer Stahlkonzern großgeworden. Doch die Glanzzeit ist vorbei. Überkapazitäten und Billigimporte aus China drücken die Preise. Vor welchen Problemen Chef Heinrich Hiesinger steht. Ein Kommentar.
24.11.2016 - 09:04 Uhr 4 Kommentare

Thyssenkrupp kämpft sich langsam aus der Stahlkrise heraus

Essen Als Heinrich Hiesinger vor knapp sechs Jahren den Vorstandsvorsitz beim kriselnden Traditionskonzern Thyssen-Krupp übernahm, trat er mit einer ganz klaren Agenda an: Konzentration auf die Technologiebereiche rund um Aufzüge, Autokomponenten und Anlagenbau und raus aus dem Stahl. Das entspricht seiner Überzeugung und deckt sich mit den Interessen der Investoren, an der Spitze der schwedische Großaktionär Cevian.

Zwar ist Thyssen-Krupp als Stahlkonzern groß geworden, doch die guten Zeiten sind längst vorbei. Weltweite Überkapazitäten drücken auf die Preise, gleichzeitig drängen verstärkt Stahlimporte vor allem chinesischer Hersteller auf die wichtigen Märkte Europa und den USA.

Das Geschäft ist schwankungsanfällig und kapitalintensiv. Das zeigt sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr: Wieder einmal verhagelte die Entwicklung auf den Werkstoffmärkten die Bilanz des Konzerns. Die Technologiebereiche sorgten dagegen für die Stabilität, die der Ruhrkonzern so dringend braucht.

Doch so schnell wird Hiesinger die Lasten der Vergangenheit nicht los. Zwar treibt er das Thema Konsolidierung voran und möchte am liebsten seine Stahlsparte mit den europäischen Werken des indischen Tata-Konglomerats in Großbritannien und den Niederlanden fusionieren. Doch inzwischen mehren sich die Zweifel, ob sich diese Lösung – wenn überhaupt – in absehbarer Zeit und dann noch mit einem positiven Ausgang für Thyssen-Krupp realisieren lässt.

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    Zu viele Hürden haben sich inzwischen aufgebaut: Der Brexit, der abrupte Führungswechsel bei Tata, die Ungewissheit über die Zukunft der maroden britischen Werke, der Widerstand in der eigenen Belegschaft – das alles spricht gegen eine schnelle Lösung. Und eine Alternative, wie etwa ein Zusammengehen mit dem deutschen Konkurrenten Salzgitter, sind nicht in Sicht. Dessen Vorstandschef lehnt solch ein Vorgehen ab – und genießt dabei die Rückendeckung seines Hauptaktionärs, des Landes Niedersachsen.

    Hiesinger kann das alles nicht gefallen. Aber vorerst bleibt ihm nichts anderes übrig, anstatt des großen Wurfs eine Politik der kleineren Schritte zu verfolgen. Sein Stahlchef Andreas Goss hat schon die Aufgabe bekommen, bis zum Frühjahr 2017 eine Strategie vorzulegen, wie die Sparte in den kommenden fünf Jahren eine Milliarde Euro einsparen kann. Das hilft dem Konzern, aber auch dem Stahlbereich.

    Derart auf Effizienz getrimmt, kann sie sich im internationalen Wettbewerb besser behaupten. Damit steigt die Attraktivität und somit auch die Chance, einen Partner auf Augenhöhe zu finden. Hiesingers Strategie könnte doch noch zum Ziel führen – wenn auch später als von ihm gedacht.

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    4 Kommentare zu "Kommentar zu Thyssen-Krupp: Heinrich Hiesinger und die Last der Vergangenheit"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Das waren nicht die Grünen, dies sind die Auswirkungen der Globalisierung !!
      Hier sind die Lohnstückkosten einfach zu hoch, zu hohe Steuern, Bürokratismus ohne Ende da muss man die Konsequenzen tragen.

      Wieso glaubt man eigentlich hier, dass man eine Anspruch auf höhere Löhne hat und Luxus-Gesundheitsvorsorge, wenn ein chinesischer Wanderarbeiter in einer Gitterbox wohnt und 2$ im Monat verdient und die gleiche Arbeit verrichtet !

      Herr, lass Hirn regnen !!

    • Erst wenn der letzte GRÜNE von dannen ist ... kehrt Normalität ein. Das sind Bastarde.

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • Die Chinesen haben die deutsche Solar, Wind und Stahlindustrie durch ihre Billigexporte kaputt gemacht. Nach dem Kauf von weiteren Schlüsseltechnologien und Erwerb wichtiger Firmen und deren Knowhow wird der Industriestandort Deutschland bald trockengelegt. Auch die deutsche Autoindustrie wird bald folgen.

      Und unsere Politiker labern weiter was von Freihandel.

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