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Energie

K+S im Übernahmekampf „Wir sind stark. Wir brauchen Potash nicht.“

Acht Milliarden Euro sind nicht genug: K+S-Chef Steiner lehnt das Übernahmeangebot von Potash rundweg ab. Die Kanadier wollen sich den deutschen Rivalen unbedingt einverleiben. Werden sie nocheinmal nachlegen?
Update: 02.07.2015 - 17:41 Uhr Kommentieren
Der Dax-Konzern lehnt das Angebot von Potash ab. Quelle: dpa
K+S Abraumhalde in Thüringen

Der Dax-Konzern lehnt das Angebot von Potash ab.

(Foto: dpa)

Kassel Der Salz- und Düngemittelhersteller K+S hat die Übernahmeavancen des kanadischen Rivalen Potash zurückgewiesen. „Wir sind gemeinsam mit dem Aufsichtsrat davon überzeugt, dass der vorgeschlagene Preis von 41 Euro je Aktie den fundamentalen Wert von K+S nicht angemessen reflektiert", sagte Vorstandschef Norbert Steiner am Donnerstag. „Dies gilt sowohl für unser Geschäft mit Kali- und Magnesiumprodukten als auch für unser Salzgeschäft.

Auch das neue Kali-Minenprojekt „Legacy" in Kanada, in das K+S bereits mehr als zwei Milliarden Euro investiert hat, sei darin vollkommen unberücksichtigt. Vorstand und Aufsichtsrat hätten daher entschieden, den Übernahmevorschlag von Potash abzulehnen: „Wir sind stark bei Kali und wir sind stark bei Salz. K+S braucht Potash nicht.“

Vor einer Woche hatte zunächst das Handelsblatt berichtet, dass sich Potash den kleineren Konkurrenten aus Deutschland einverleiben will. Der kanadische Düngemittelkonzern hatte betont, freundlich über eine Übernahme verhandeln zu wollen. K+S hatte sich zunächst nicht näher geäußert und nur erklärt, Reaktionsmöglichkeiten zu prüfen.

Steiner erklärte nun, die Transaktion sei nicht im Interesse von K+S. „Nach unserer Einschätzung will Potash eine Bewertungslücke ausnutzen, um K+S zu übernehmen und damit Kontrolle über Legacy zu erhalten.“ Potash habe nach Einschätzung von Vorstand und Aufsichtsrat kein nachhaltiges Interesse daran, die Düngemittel- und Salzaktivitäten in der jetzigen Form fortzuführen. Die Kanadier hätten zudem keine verbindlichen Zusagen zum Schutz der Interessen der weltweit mehr als 14.000 K+S-Beschäftigten gemacht.

K+S will Potash auch nicht in seine Bücher schauen lassen. „Wir haben den Vorschlag zurückgewiesen, deshalb macht es keinen Sinn, über eine Due Diligence zu sprechen“, sagte Finanzvorstand Burkhard Lohr in einer Telefonkonferenz mit Analysten. „Wir stehen im Wettbewerb mit Potash und werden unsere Bücher nicht für einen Konkurrenten öffnen.“

Feindliche Übernahmen – Tops und Flops
Potash und K+S
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Der kanadische Düngemittelhersteller Potash hat ein Übernahmeangebot in Höhe von rund acht Milliarden Euro für den Kasseler Konkurrenten K+S auf den Tisch gelegt. So wollen die Kanadier wieder zum Weltmarktführer für Kalisalze aufsteigen. Dafür sind sie bereit, einen Aufschlag von 40 Prozent auf den derzeitigen Aktienkurs zu bezahlen. K+S will das Angebot prüfen, hieß es zuletzt. Solche feindlichen – oder neutraler: unkoordinierten – Übernahmen gibt es immer wieder. So versuchte etwa...

(Foto: dpa)
Pirelli und Continental
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...der ehemalige Reifen- und Kabelhersteller Pirelli 1990, den Automobilzulieferer Continental zu übernehmen. Aufgefallen war der Versuch durch hohe Kurssprünge der Continental-Aktie. Doch die Übernahme konnte verhindert werden: Eine Abwehrfront deutscher Großunternehmen erwarb auf Bitten des damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder unter Federführung der Deutschen Bank eine Sperrminorität an Continental. Nach langem Kampf ging Pirelli die Liquidität aus, und Continental blieb vorerst eigenständig.

(Foto: dpa)
Krupp und Thyssen
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Erfolgreicher verlief die Übernahme des Dortmunder Anlagenbau- und Stahlkonzerns Hoesch durch Thyssen 1992. Auf diesem Plakat vor dem ehemaligen Verwaltungsgebäude von Hoesch in Duisburg wird jedoch bereits für eine spätere Fusion geworben: die zwischen Krupp und Thyssen. Ursprünglich hatte Krupp eine feindliche Übernahme des ungleich größeren Konkurrenten Thyssen geplant. Als die Pläne der Öffentlichkeit bekannt wurden, fusionierten die beiden Unternehmen stattdessen – nach Protesten von rund 30.000 Stahlarbeitern.

(Foto: ap)
Vodafone und Mannesmann
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Das erste Übernahmeangebot durch Vodafone lehnte der Mannesmann-Konzern 1999 ab. Nach geheimen Verhandlungen beschlossen die beiden Mobilfunk-Konzerne ein Jahr später dann doch eine „einvernehmliche“ Fusion – mit gerichtlichem Nachspiel. Denn die Abfindung für den Mannesmann-Vorstand um Klaus Esser gingen in die Millionen. Allein Esser soll an der Fusion 60 Millionen Mark verdient haben. Die gerichtliche Klärung zog sich bis 2006 – und endete mit einer Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldauflage von 1,5 Millionen Euro.

(Foto: ap)
WCM und Klöckner
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Nur die wenigsten Übernahmen versetzen Arbeitnehmer in Euphorie, doch das Übernahmeangebot der Frankfurter Beteiligungsgesellschaft WCM wurde von der Belegschaft des Stahlhändlers Klöckner einhellig begrüßt. Allein, der Vorstand wehrte sich mit Kräften – vergeblich. WCM stockte seinen Anteil von 40 auf 70 Prozent auf und versprach, keine Arbeitsplätze abzubauen. Rund drei Jahre später ging WCM insolvent und trat seine Klöckner-Anteile an Salzgitter ab.

(Foto: dpa)
Robert Bosch und Buderus
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Zwei Anläufe brauchte der Autozulieferer Robert Bosch, bis die Übernahme des Heiztechnik-Spezialisten Buderus im Jahr 2003 gelang. Von Bilfinger Berger übernahm Bosch ein 30-Prozent-Paket an Buderus – für 551 Millionen Euro. Der damalige Chef von Buderus, Uwe Lüders, galt als einer der schärfsten Kritiker des Deals – und gab nur kurze Zeit nach der Einigung seinen Chefposten auf.

(Foto: dpa)
INA/Schaeffler und FAG Kugelfischer
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670 Millionen Euro: So viel ließ sich der Wälzlagerhersteller INA/Schaeffler die Übernahme des Maschinenbauers FAG Kugelfischer kosten. Zuvor hatte FAG sich fünf Wochen lang heftig gegen die Pläne des Familienunternehmens gewehrt, bis der Deal im Oktober 2001 unter Dach und Fach war.

(Foto: dpa)

Vorstandschef Steiner sieht K+S gut aufgestellt. Der Konzern könne mit seinen Geschäftsbereichen „erhebliche Wertsteigerungen“ erzielen. Bis 2020 rechne er mit einem Anstieg des Betriebsgewinns (Ebitda) auf etwa 1,6 Milliarden Euro. 2014 lag dieser bei 895 Millionen Euro.

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