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Energie

Milliarden-Rückstellungen Wo die Altlasten der Energieversorger schlummern

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Kernkraftwerks-Rückbau verschlingt Unsummen
Die schmutzigsten Kohlekraftwerke Deutschlands
Kraftwerk Schkopau - Luftverschmutzung reduziert
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Platz 10: Kohlekraftwerk Schkopau von Eon

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat den Schadstoffausstoß der Kohlekraftwerke in Deutschland ausgewertet und die schlimmsten Luftverschmutzer ermittelt. Auf dem zehnten Platz findet sich das Braunkohlekraftwerk Schkopau in Sachsen-Anhalt. Das Werk, das laut Greenpeace jedes Jahr 4770 Tonnen Schwefeldioxid und 3320 Tonnen Stickoxide ausstößt, gehört dem Energieversorger Eon. Der Kraftwerkspark des Unternehmens ist im Vergleich zu seinen Konkurrenten jedoch insgesamt umweltfreundlicher. Acht der neun gesundheitsschädlichsten Kraftwerke gehören Vattenfall und RWE.

(Foto: dpa)
Kraftwerk Schwarze Pumpe
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Das Braunkohle-Geschäft von Vattenfall steht zum Verkauf.

(Foto: dpa)
Eon - Bilanz
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Platz 8: Kohlekraftwerk Schloven von Eon

Das Kohlekraftwerk in Gelsenkirchen ist sowohl das einzige Steinkohlekraftwerk unter den Top-10 der größten Luftverschmutzer, als auch nur eines von zwei Kohlekraftwerken unter den größten zehn Dreckschleudern des Eon-Konzerns überhaupt. Konzernchef Johannes Teyssen (Foto) hat in den vergangenen Jahren vielmehr in Gas investiert und verfügt somit nur über einen verhältnismäßig kleinen Kohlekraftwerkspark.

(Foto: dpa)
Sonne hinter Kraftwerk
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Platz 7: Kraftwerk Neurath von RWE

Auf dem siebten Platz findet sich wieder ein Kraftwerk von RWE. Es stößt jedes Jahr laut Greenpeace 3190 Tonnen Schwefeldioxid und 11.700 Tonnen Stickoxide aus.

(Foto: dpa)
Greenpeace demonstriert gegen Kraftwerksbau Boxberg
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Platz 6: Kraftwerk Boxberg von Vattenfall

Auch das Kraftwerk Boxberg gehört zu den größten Umweltverschmutzern Deutschlands. Es ist das zweitgrößte Braunkohlenkraftwerk Vattenfalls in Deutschland. Es produziert 15.600 Gigawatt Strom im Jahr und versorgt damit 3,1 Millionen Haushalte.

(Foto: dpa)
Braunkohlekraftwerke in Nordrhein-Westfalen
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Platz 5: Kraftwerk Frimmersdorf von RWE

Das RWE-Braunkohlekraftwerk Frimmersdorf steht hinter der Gemeinde Gustorf bei Grevenbroich im Kreis Neuss. Jedes Jahr stößt das Kraftwerk 5620 Tonnen Schwefeldioxid, 9070 Tonnen Stickoxide und 257 Tonnen Feinstaub aus.

(Foto: dpa)
Linkspartei fordert Strompreis-Begrenzung per Gesetz
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Platz 4: Kraftwerk Weisweiler von RWE

Den vierten Platz belegt das Kraftwerk Weisweiler von RWE. Der erste Strom wurde dort bereits 1955 produziert. Bis 1975 wurden acht Blockanlagen in Betrieb genommen. Jedes Jahr verschmutzt das Werk die Luft mit 3060 Tonnen Schwefeldioxid und 12.700 Tonnen Stickoxiden.

(Foto: dapd)

Inmitten der Krise drücken die Altlasten noch stärker. RWE gibt allein für die Rückstellungen für den Bergbau – inklusive des Braunkohletagebaus – im Geschäftsbericht 2012 2,9 Milliarden Euro an. Eon führt die Rückstellungen nicht separat auf, sondern hat sie unter „Umweltschutzmaßnahmen und ähnliche Verpflichtungen“ integriert. Kurzfristig sind dort 101 Millionen Euro, langfristig 836 Millionen Euro ausgewiesen. Hinzu kommen die Rückstellungen für den Abriss der Kernkraftwerke. Eon hat die Kosten für den Rückbau seiner Kernkraftwerke derzeit mit 16,1 Milliarden Euro in den Büchern stehen, RWE mit 10,2 Milliarden Euro.

Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft schätzt die Kosten für den Rückbau aller Atomkraftwerke und die Entsorgung des entstandenen Atommülls in Deutschland auf insgesamt 25 bis 43 Milliarden Euro. Der Rückbau eines Kraftwerkes summiert sich auf eine Milliarde Euro. Im Falle einer Insolvenz der zuständigen Versorger muss der Staat all diese Kosten übernehmen.

Ob die Rückstellungen reichen werden, ist unklar. Das Geld für die Rückstellungen können Unternehmen im Prinzip anlegen, wo sie wollen. Wo die Energiekonzerne die Rückstellungen investiert haben, darüber weiß man nichts. „Im Grunde ist über die Rückstellungen nur wenig bekannt“, sagte der Bottroper Energiewissenschaftler Wolfgang Irrek im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“. „Wir wissen nicht, von welchen Kosten für Rückbau und Entsorgung die Konzerne ausgehen, wie viel für einzelne Kernkraftwerke zurückgestellt ist, und wie schnell sich die Beteiligungen versilbern lassen. Wir tappen ziemlich im Dunkeln.“

Auch für den Bergbau ist die Verantwortung der Konzerne gewaltig: Im Ruhrgebiet hat die Bezirksregierung Arnsberg als Obere Bergbehörde knapp 14.000 sogenannte Tagesöffnungen (Schächte, Stollen) erfasst, bei denen die Rechtsnachfolger identifiziert sind. Ein Großteil entfällt dabei auf die Energieunternehmen. RWE schreibt die Bezirksregierung Arnsberg 1900 Schächte zu, Eon ist sogar für 5500 Tagesöffnungen im Ruhrgebiet verantwortlich.


Zum Vergleich: Die RAG (ehemals Ruhrkohle), seit ihrer Gründung 1969 für den Bergbau in Nordrhein-Westfalen verantwortlich, werden 4000 Schächte zugeordnet, das Land NRW ist für 1800 zuständig, für die es keinen Rechtsnachfolger mehr gibt.

Handelsblatt Energie Briefing
In der Tiefe drohen Milliarden-Sanierungen
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15 Kommentare zu "Milliarden-Rückstellungen: Wo die Altlasten der Energieversorger schlummern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Liebes HB
    "Die Atom- und Bergbaualtlasten waren bisher kein Problem....." schreiben Sie. Wieso das jetzt ein Problem ist?? Doch nicht wegen Veränderungen gleich welcher Art auf dem Energiemarkt! Steuerrechtlich und betriebswirtschaftlich ist er zwingend notwendig, Rückstellungen für zukünftige Maßnahmen in die Bilanz einzustellen, wie sie bekannt geworden sind. Und das ist offensichtlich NICHT geschehen. Es handelt sich hier um grobe Managementfehler. Bei den Altlasten Atomkraftwerke beziehe ich mich auf eine Quelle der SZ vor ca. 6 Monaten. Danach ist aufgrund von Kompetenzgerangel im Bund zwischen Finanzaufsicht und Atomaufsicht es überhaupt nicht möglich, die Rückstellungen für den Rückbau von AKW zu überprüfen. Demnach gibt es KEINE verlässlichen Angaben darüber. Bekannt ist aus Hamm: jährliche Kosten für das "Abklingen" der Strahlung 18 Mio. €, und das mal 10 Jahren sind 180 Mio., ohne dass ein Stein abgetragen wurde. Und von der Kohle wissen wir, dass die Bürger und gewerblichen Unternehmen 21 Milliarden € über erhöhte Abwasserkosten für die Renaturierung des Emschergebietes bezahlen müssen.
    Das Problem ist doch: Energie ist weltweit bezogen auf die Gewinnungskosten und Entsorgungskosten - und Klimaauswirkungen - viel zu billig. Für 3 Std. Arbeitslohn nach Mallorca fliegen?-geht doch nicht! Und jeder subventioniert leider anders. Da ist das EEG mir direkter Belastung gar nicht so schlecht. Habe meinen Stromverbrauch um 1500 kwh gesenkt.

  • Gott wie blöde muss man sein, um nicht zu erkennen, dass man das, was man an Material aus der Erde rausholt auch wieder reinfüllen muss danach? Frage mich warum nicht längst ein paar umliegende Berge nach unten verfrachtet wurden? So werden sich nur immer neue Löcher im Boden auftun. Mit Beton verfüllen... wie dämlich und teuer ist das denn?

    Hey Entscheider, holt die Kumples zurück und lasst sie die Stollen von unten nach oben mit Abraum verfüllen! Das schafft Arbeitsplätze und erhöht die Sicherheit für die Gegenden!


  • ...und das fällt den Jungs von RWE und Co heute morgen beim Frühstücksei ein, dass Instandhaltung, Rückbau und Müllbeseitigung Geld kostet, nachdem dem sie jahrelang x Mrd.€ verdient haben und, ja für was eigentlich verballert haben??? ...und interessanterweise wird nach der sog. Energiewende ja nicht weniger Strom verbraucht oder verkauft und der Strom ist ja nicht billiger geworden...das einzige was weht tut ist der erfolgsverwöhnte Blick auf die Ergebnisse, die nach den "plötzlichen" Rückstellungen nicht mehr ganz so gigantisch aussehen und es nicht mehr ganz so viel zu verteilen gibt...alles heiße Luft!

  • @ Angelika

    Leider hat die AfD bisher noch kein wirkliches Alternativkonzept zur Energiewende vorgelegt. In ihrem Wahlprogramm findet sich allerdings die Forderung, die Subventionierung der "erneuerbaren" Energien nicht über den Preis, sondern mit Steuermitteln zu finanzieren.

    Im Kern steckt darin natürlich eine Korrektur. Denn es ist angesichts der Pleitehaushalte unserer staatlichen Körperschaften vollkommen ausgeschlossen, dass eine solche Subventionierung in dem gigantischen Umfang, wie sie bisher über die Strompreise geschieht, fortgesetzt werden kann.

    Es kann sich also nur um Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Rahmen der bestehenden Forsuchungsetats bei Universitäten und Forschungsgesellschaften handeln. Irgendwo im Netz habe ich einen Entwurf eines AfD-Energieprogramms gelesen, in dem genau diese Konsequenz gezogen wird. Ich hoffe, dass sich der Vorstand noch vor der Wahl das zu eigen macht. (Ich selbst bin kein Mitglied und habe keinen Einfluss.)

    Damit jedenfalls könnte ich leben: Wenn ein Uni-Institut mit Windmühlen experimentiert und junge Leute darüber Dissertationen schreiben, ist m.E. nichts dagegen zu sagen. Forschung und Entwicklund sind immer wichtig. Die Welt bleibt nicht stehen.

    Fazit: In der AfD gibt es Ansätze zu einer Kehrtwende in der Energiepolitik, die aber leider noch nicht sehr deutlich sind. Ich wähle die AfD vor allem wegen ihrer Europolitik und hoffe, dass sie auch in der Energiepolitik zu einer wirklichen Alternative wird.

    Die Blockparteien jedenfalls müssen dezimiert werden.

  • Wenn man auch den Energiewahnsinn der Kanzlerin stoppen will, hilft nur noch Alternative für Deutschland. Die können rechnen ...

  • Ich stimme Vandele zu. Die Probleme der Versorger kommen daher, dass der Staat sie in ganz großem Stil enteignet, also bestohlen hat und fortwährend weiter bestiehlt.

    Ich rechne aber fest damit, dass nach der Wahl eine Kehrtwende in der Politik erfolgt, weil es einfach nicht mehr anders geht.

    Niemand kann die ins Astronomische steigenden Kosten der Energiewende bezahlen. Und die Stromversorgung Deutschlands kann niemals auf der Basis von Windmühlen und Solardächern funktionieren. Das geht abgesehen von dem ungelösten und im Rahmen der heute bekannten Physik prinzipiell unlösbaren Speicherproblem auch deshalb nicht, weil weder Windmühlen noch Solardächer die erforderliche Frequenzstabilität im Netz herstellen können. Das können nur ausreichend viele Synchrongeneratoren in konventionellen Kraftwerken.

    Nach der Wahl werden unsere traumtänzerischen Politiker gezwungen sein, diese Realitäten anzuerkennen. Sie werden daher die Garotte, die sie den Versorgern um den Hals gelegt haben, lockern und am Ende entfernen.

    Frau Merkel hat übrigens die Öffentlichkeit durch die Blume bereits darauf vorbereitet. Sie hat in einem Gespräch mit dem Handelsblatt gesagt im April gesagt: "Erneuerbare und konventionelle Energien müssen in ein vernünftiges Verhältnis gebracht werden." Im Klartext heißt das, dass keine neuen "erneuerbaren" Energieen installiert werden sollten. Als Physikerin weiß sie natürlich, dass ihre Energiepolitik Unsinn ist. Und sie rudert offensichtlich langsam zurück. Die Wahrheit wird sie wohl erst nach der Wahl sagen.

    Fazit: Die Versorger haben nach meiner Überzeugung noch eine große wirtschaftliche Zukunft in Deutschland vor sich.

  • Im Ruhrgebiet hat man im Laufe von 150 Jahren gut 7 Mrd. to Kohle gefördert. Das entspricht etwa 7 km3. Bei 4400 km2 entspricht dies etwa einer durchschnittlichen möglichen Absenkung von 2m. Letztere dürfte natürlich schwanken.

    Sofern man vermeiden möchte, dass sich nicht ein paar grosse Seen bilden, wird man einen erhebliche technischen Aufwand treiben müssen.

    Wenn man die Versorger im Zuge der Oekoreligion schlachtet, werden diese nicht für die Beseitigung mit aufkommen. Die Hauptlast wird von der RAG Stiftung getragen.

    Vandale

  • Hallo Frank, ich gehe davon aus, dass die Kostenbilanz die beste Energiebilanz darstellt.

    All diejenigen kommerziellen Atomkraftwerke denen die Politik in Deutschland eine Chance gegeben hat mehr als 10 - 12 Jahre zu laufen dürften mehr Energie erzeugt haben als Herstellung und Betrieb gekostet hat.

    Bei den umweltschädlichen Windmühlen und Solaranlagen ist dies, zumindest wenn man eine Stromspeicherung inkludiert, sehr unwahrscheinlich.

    Vandale

  • Abgesehen davon geht es uns prächtig, wir jammern auf hohem Niveau und die deutsche Wirtschaft wächst kräftig.

    Aber der Proletarier hat nichts davon...
    Lohnquote deutlich gesunken...

  • 1. E.On und RWE geht es besch... Die Aktionäre wissen das. Und dennoch darf der deutsche Stromverbraucher dank EEG bluten.

    2. Der deutsche Steuerzahler finanziert den Bau neuer Atomkraftwerke in anderen EU-Staaten, derweil in Deutschland die Energiewende beschossen wurde. Ein Schuft, wer böses dabei denkt.

    3. Deutschland finanzierte kräftig die Solarbranche in China, welche deutsche Solarunternehmen in den Ruin getrieben hat. Ein Schuft, ...

    Was uns Steuerzahlern noch bevorsteht zur Rettung aller notleidenden Ländern, Banken, Einwanderern, Unternehmen, zur Durchfütterung der Politikaste und Arbeitsunwilligen, und das auf hohem Niveau, dürfte zumindest nach den Vorstellungen von rot/rot/grün locker mehr 100 % des Erwerbseinkommen überschreiten. Ein Schuft, ...

    Abgesehen davon geht es uns prächtig, wir jammern auf hohem Niveau und die deutsche Wirtschaft wächst kräftig.

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