Energie

Milliardenbelastung Solartechnik verhagelt Bosch-Ergebnis

Der Umsatz des Autozulieferers Bosch klettert nur in Trippelschritten, gleichzeitig sorgt eine Investition in die Solarbranche erneut für heftige Belastungen. Der Überschuss bricht um weit mehr als die Hälfte ein.
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Das Sorgenkind des Bosch-Konzerns: die Solar-Sparte. Quelle: dpa

Das Sorgenkind des Bosch-Konzerns: die Solar-Sparte.

(Foto: dpa)

StuttgartDie verlustreiche Solartechnik zieht Bosch immer tiefer in den Keller. Die mit Milliardeninvestitionen aufgebaute Geschäftssparte brockte dem Autozulieferer - nach 2009 und 2011 - auch im abgelaufenen Jahr hohe Verluste und Abschreibungen ein, die den Gewinn um eine Milliarde Euro drückten, wie Bosch am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen sei daher 2012 auf rund 1,1 (Vorjahr: 2,7) Milliarden Euro oder zwei Prozent des Umsatzes eingebrochen. Ein Weg, um die Verluste zu stoppen, hat Bosch noch nicht gefunden und prüft weiterhin "alle denkbaren Möglichkeiten".

Bereits 2011 hatte Bosch wegen der mit Preisverfall, Subventionskürzungen und chinesischer Konkurrenz kämpfenden Solartechnik einen Einbruch des operativen Gewinns verbucht. Um sich aus eigener Kraft finanzieren zu können, muss der Konzern im Stiftungsbesitz und rund 306.000 Beschäftigten aber eine Marge von acht Prozent und ein jährliches Umsatzwachstum von ebenfalls acht Prozent erwirtschaften.

Von diesen Zielmarken entfernten sind die Schwaben zuletzt deutlich. Im vergangenen Jahr bremste vor allem die Konjunkturflaute in Europa Bosch aus: Der Umsatz mit Kfz-, Industrie- und Gebäude-Technik sowie Werkzeugen und Haushaltsgeräten stieg weltweit nur marginal um 1,6 Prozent auf den Rekordwert von 52,3 Milliarden Euro, obwohl Bosch in Nordamerika 17 Prozent mehr und in Asien fünf Prozent mehr umsetzte. Denn auf dem europäischen Kontinent drückte die Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise die Erlöse um zwei Prozent, in Südamerika fiel der Umsatz sogar 16 Prozent hinter das Vorjahr zurück. Schlechter verkaufte sich wegen der Absatzkrise der Autobauer in Europa und des schwachen Nutzfahrzeug-Geschäfts in China unter anderem Diesel-Technik - eine Domäne der Schwaben.

Auch vom laufenden Jahr verspricht sich der mit Zulieferern wie Continental und Denso konkurrierende Bosch-Konzern keine durchgreifende Besserung der Geschäftslage: 2013 sei im Vergleich mit 2012 "mit einem etwas besseren, aber keinem starken Umsatzwachstum" von etwa zwei Prozent zu rechnen, stellte Volkmar Denner in Aussicht, der Bosch seit Mitte vergangenen Jahres als siebter Geschäftsführungs-Vorsitzende in der 127-jährigen Unternehmensgeschichte führt.

Nach der "nicht zufriedenstellenden" Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr werde 2013 vordinglich an der Verbesserung der Ertragskraft gearbeitet. Eine operative Rendite von acht Prozent werde Bosch dennoch auch 2013 nicht erreichen, räumte Denner ein. Das Unternehmen wolle die Fixkosten drücken und strikte Obergrenzen etwa für Investitionen und Zukäufe einführen, um künftig auch Umsatzeinbußen von bis zu 20 Prozent ohne gesetzliche Kurzarbeit abfedern zu können.

Das Milliardengrab Solartechnik mit einem Umsatz von zuletzt weniger als einer Milliarde Euro und gut 3200 Beschäftigten hat Denner von seinem Vorgänger Franz Fehrenbach geerbt. Der hatte Ersol, Aleo und Voltwerk in den Konzern geholt. Mittlerweile führt Fehrenbach als Denners Chef den Bosch-Aufsichtsrat. Bereits 2009 hatte Bosch den Unternehmenswert der Solartechnik-Sparte um mehr als 400 Millionen Euro reduziert. 2011 kamen nochmals Abschreibungen von knapp 600 Millionen Euro hinzu. Siemens, mit denen Bosch zusammen Haushaltsgeräte fertigt, hat seinen verlustreichen Ausflug in die Stromerzeugung aus Sonnenlicht bereits für beendet erklärt und im Herbst den Verkauf der Solarenergie-Technik angekündigt.

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12 Kommentare zu "Milliardenbelastung: Solartechnik verhagelt Bosch-Ergebnis"

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  • Bosch hat exakt zwei Probleme bei der Diversifikation:

    1. Zeit: Bis dort eine Entscheidung durch ist, kann das dauern. Gerne auch mal Jahre. Nebeneffekt: Der Beschluss ist im allgemeinen Konsens so rundgeschliffen, daß die urspüngl. Intention auch mal vollkommen abhanden kommen kann.

    2. Man ist dermaßen überheblich, dass nahezu alle Zukäufe enthauptet und durch eigenes Management ersetzt werden. Wir Boschler können und wissen sowieso alles besser.

    Was soll dabei herauskommen?
    Offenkundig Diversifikationsmurks.

  • Zitat: "Jahresdurchschnitt etwa 30 Prozent"

    30 % der Nennleistung sind für eine WKA onshore aber ein Spitzenwert. Dass die mögliche Spitzenleistung nur an wenigen Wochen im Jahr erreicht wird und es viele Wochen gibt, wo die Stromernte deutlich geringer ist, liegt in der Natur der Windenergie.

    Es ist aber auch zu beachten, dass völlig windstille Tage die Ausnahme sind. Und das sind dann häufig Tage, wo die Sonne die fehlende Windenergie mehr als ersetzt. Wind und Sonne ergänzen sich über das Jahr gesehen recht gut.

    Wie dem auch sei: Die fluktuierenden, erneuerbaren Energien müssen durch Speicher und ein intelligentes Energiemanagement grundlastfähig werden.

    PS: Meine kleine 5 kWp-PV-Anlage erzeugt Strom für ca. 20 C / kWh - und die habe ich Mitte 2011 installieren lassen. (Vergütung 29 Cent/kWh) Die oben genannten 12,5-15 Cent/kWh für Mitte 2012 sind schon realistisch. Heute zahlt man weniger.

  • Bei Bosch hat man offensichtlich immer noch geschlafen, als die Tendenzen für jederman sichtbar waren:
    1.Planmäßige und daher voraussehbare Reduzierung der unverschämt hohen Einspeisevergütungen
    2.Herstellkostenvorteile und staatliche Subvention eigener Fertigung in China.

    Was, bitte schön, tun dort eigentlich Vorstand und Aufsichtsrat? Pennen die?

  • Stromgestehungskosten Wind Onshore: ca. 7,5 Cent/kWh
    Stromgestehungskosten Wind Offshore: ca. 15 Cent/kWh
    Stromgestehungskosten Solarandergie: zur Zeit ca. 12,5-15 Cent/kWh.
    ---------
    "Schöngerechnet mag das stimmen , realistisch ist es nicht !
    Wie wenig der Wind wehte - eine britische Untersuchung
    Im April 2011 wurde eine britische Studie bekannt, wonach Windkraftanlagen (Wind“parks“) weniger effizient sind als behauptet. Untersucht wurde die Stromerzeugung von „Windparks“ in Großbritannien zwischen November 2008 und Dezember 2010 von der Stuart Young Consulting. Nach Darstellung von Windkraftindustrie und Regierungsseite erreichen die Anlagen im Jahresdurchschnitt etwa 30 Prozent ihrer Nennleistung. Aber die Studie hat ergeben, dass während der Hälfte des untersuchten Zeitraums nur unter 20 Prozent der Kapazität erreicht worden sind und während eines Drittels der Zeit sogar unter zehn Prozent. Eine BBC-Bericht darüber ist hier zu finden: http://www.bbc.co.uk/news/uk-scotland-12985410

  • So ist das, wenn man der Lobby "Staatspolitikern" glauben schenkt! Die wollen nur ihre Klientel bedienen! Ob das funktioniert, interessiert die überhaupt nicht! Bosch: Selber denken ist angesagt!

  • Zitat: "Preußische Allgemeine Zeitung"

    Ein "Publikationsorgan der Neuen Rechten" ist natürlich die erste Adresse, wenn ich mich über erneuerbare Energien informieren will. (Ich bin nicht sicher, ob jeder hier die Ironie versteht, darum sage ich es lieber explizit: Das war Ironie)
    Woher kommt der Drang, nichts lernen und nichts verstehen zu wollen, sondern nur seine eigenen kruden Ideen bestätigt haben zu wollen?

    ....

    Die Solarmodule werden immer mehr dort gebaut werden, wo auch die Fernseher her kommen. Da hat ein Hochlohnland wie die BRD kaum eine Chance. Die Preise für Solaranlagen und für Windenergieanlagen werden weiter sinken und die fossilen Energieträger immer weiter verdrängen. Kernkraftwerke sind völlig außen vor und werden immer mehr ein Nischenprodukt und letztendlich Geschichte sein.

    Stromgestehungskosten Wind Onshore: ca. 7,5 Cent/kWh
    Stromgestehungskosten Wind Offshore: ca. 15 Cent/kWh
    Stromgestehungskosten Solarandergie: zur Zeit ca. 12,5-15 Cent/kWh.

    Stand Mitte 2012: Tendenz jeweils sinkend.

    http://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/veroeffentlichungen-pdf-dateien/studien-und-konzeptpapiere/studie-stromgestehungskosten-erneuerbare-energien.pdf

  • Die Solarfuzzies ruinieren ganz Deutschland!

    Kann man den Chinesen die mit dem eeg ergaunerten Subventionsmilliarden nicht einfach schenken? Dann müßten die sich immerhin bedanken und unsere schönen Hausdächer würden nicht sämtlich verunstaltet.

  • Der Irrsinn nimmt weiter seinen Lauf. Auf das sich die Menschheit endlich abschafft!

  • Die Energiewende nicht machbar, die Rechnung nicht bezahlbar

    In der Preußischen Allgemeine Zeitung vom 22. Oktober 2011 hat der Leser Dr. Gustav Krüger aus Herrenberg diese Rechnung aufgemacht: „Bei Windrädern rechnet man mit Kosten von einem Euro pro Watt Nennleistung. Also kostet der Ersatz der Leistung der Kernkraftwerke von 17000 Megawatt 17000 Millionen Euro. Die erbrachte Leistung der Windkraft beträgt nur ein Fünftel der Nennleistung, also braucht man 85000 Windräder zu einem Preis von 85000 Millionen, also 85 Milliarden Euro. Dazu die nötigen Leitungen. Ein Kilometer Hochspannungsleitung kostet im Durchschnitt eine Million. Jeder mag sich ausdenken, wie viel Kilometer Leitungen wohl benötigt werden.

    Aber das ist erst der Anfang. Für die Zeit der Windstille braucht man Energiespeicher. Die Leistung muss genau der der stillgelegten Kraftwerke entsprechen. Das ist beispielsweise die Leistung von 450 Walchensee-Wasserkraftwerken. Die Pumpspeicherwerke müssen in der vorgesehenen Zeit gebaut werden. Man weiß aber nicht einmal, wo das sein soll. Von einem Pumpspeicherwerk erhält man nur ein Viertel des zur Energiespeicherung gebrauchten Stroms wieder zurück. Die sogenannten Wirkungsgradverluste müssen ebenfalls durch Windräder aufgebracht werden. Also schätzungsweise nochmals 50000 Windräder. ….

    Dazu kommt eine ungeheure Kapitalvernichtung durch das Abschalten voll funktionsfähiger Kraftwerke. Auch abgeschriebene Kraftwerke sind nicht wertlos. Noch viel teurer wird alles, wenn man Solarstrom nutzen würde. Da helfen auch Sonnendächer nicht. Und das CO2? Das Märchen vom klimaschädlichen Kohlendioxyd sollte nicht mehr erzählt werden. CO2 ist ein lebenserhaltendes Nutzgas und je mehr Menschen es gibt, umso mehr CO2 wird zur Ernährung gebraucht. Ergebnis: Die Energiewende ist nicht machbar und die Rechnung nicht bezahlbar. Bitte nachrechnen!“

    Dr. Klaus Peter Krause

  • @Smokie2013
    Das schlimme bei dieser ideologischen merklischen Ethikenergiewende ist nicht nur, dass zu sehends das subventionierte Schneeballsystem der Erneuerbaren Energien zusammenbricht, sondern dass mit dieser Energiewende auf Basis es EEG auch die billigen Energieerzeuger von Kohle-Uran-und Gaskraftwerken zusammenbrechen. Das EEG sorgt dafür, dass die verordnete ideolgisch basierte Planwritschaft die freie Marktwirtschaft verdrängt hat. Die Folgen, die daraus entstehen, dass ideologisch diktierte Politik eine freie verbraucherfreundliche Marktwirtschaft ersetzt, hatten wir zu letzt mit der DDR auf deutschen Boden zu erleiden.
    Mit der diktierten Energiewende ala Merkel und den ökosozialistischen Gedankengut einer gesellschaftlichen Transformation, die auf Basis eines menschengemachten CO2-Klimawandelmärchen fusst, werden wir in Deutschland zukünftig eine nächse Mangelwirtschaftepoche geführt!
    Das Leben beruht auf Energieverbrauch und nicht auf Energieeinsparung!
    Energieeinsparung = Stillstand = (mangel) Armut!!!
    Verbrauch = Fortschritt = (sozialer) Wohlstand!!!

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