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Energie

Mittlerer Osten Emirate investieren Milliarden in erneuerbare Energien

Das größte Solarkraftwerk der Welt steht im Mittleren Osten. Die Aufbesserung der hauseigenen CO2-Bilanz kann Abu Dhabi gut gebrauchen.
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Die Emirate investieren Milliarden in den Ausbau erneuerbarer Energien. Quelle: Reuters
Abu Dhabi

Die Emirate investieren Milliarden in den Ausbau erneuerbarer Energien.

(Foto: Reuters)

Abu Dhabi Die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate ist für viele nicht das Erste, was ihnen zum Thema Energiewende in den Sinn kommt: die extravagante Wüstenstadt Abu Dhabi, die überhaupt nur existiert, weil dort in den 60ern eines der größten Ölvorkommen der Welt gefunden wurde.

Ihren Reichtum haben die Golfstaaten ebenso wie ihr mächtiger Nachbar Saudi-Arabien dem schwarzen Gold zu verdanken. Das Straßenbild ist bestimmt von wuchtigen SUVs. An einen Abschied vom Öl denkt hier kaum jemand.

Und trotzdem investieren die Emirate gleichzeitig Milliarden in den Ausbau erneuerbarer Energien. Das größte Solarkraftwerk der Welt steht nicht in Europa, sondern im Mittleren Osten. Die Kapazität von Noor Abu Dhabi soll ausreichen, um 90.000 Menschen mit Strom zu versorgen.

Damit verringert sich der Kohlendioxid-Ausstoß um eine Million Tonnen pro Jahr, was in etwa dem von 200.000 Autos entspricht. Und bei einem Strompreis von zwei Cent die Kilowattstunde Solarenergie rechnet sich die Investition hierzulande schnell. Bis 2050 wollen die Vereinigten Arabischen Emirate 163 Milliarden Dollar investieren, um den Anteil erneuerbarer Energien am Strommix auf 50 Prozent zu steigern. In Dubai sollen es sogar 75 Prozent werden.

Die Aufbesserung der hauseigenen CO2-Bilanz kann Abu Dhabi gut gebrauchen. Denn auch wenn die USA, China und Indien insgesamt weltweit Spitzenreiter sind, sieht es bei einer Pro-Kopf-Rechnung schon ganz anders aus. Dort regiert Katar einsam an der Spitze – das Emirat mit seinen 1,8 Millionen Einwohnern hat mit 49,2 Tonnen pro Kopf den höchsten Kohlenstoffdioxid-Verbrauch der Welt.

Und: Schon auf den Plätzen vier und fünf tauchen mit Kuwait (25,2 Tonnen) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (24,7 Tonnen) zwei weitere Staaten aus dem Mittleren Osten in der Liste auf.

Solarenergie aus der Wüste

Auch Abu Dhabis Nachbaremirat Dubai investiert deswegen in neue Energieformen. Hier entsteht ein Solarpark, der bis 2030 fertiggestellt werden und 5000 MW Strom produzieren soll. Künftig muss jeder Neubau eine Solaranlage haben. Schon jetzt ist Dubai der weltweit führende Sonnenstromproduzent.

Neben der Solarenergie setzen die arabischen Staaten, anders als Deutschland, neuerdings auch wieder vermehrt auf Atomkraft. In Abu Dhabi sind zurzeit gleich mehrere Kraftwerke im Bau, und auch Saudi-Arabien will seine Nuklearenergie ausbauen. „Wir werden in Zukunft deutlich mehr auf Atomkraft setzen“, kündigt der neue saudische Energieminister Abdulaziz Bin Salman Al Saud am Montag auf der Weltenergiekonferenz in Abu Dhabi an.

Mehr: Alle drei Jahre kommen die Schwergewichte der Energiebranche auf der Weltenergiekonferenz zusammen. Eigentlich müsste die Wende von Öl und Gas zu erneuerbaren Energien im Mittelpunkt stehen, aber die Realität ist eine ganz andere.

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