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Energie

Nach Fusion mit Innogy Eon plant großen Stellenabbau in Großbritannien

Der Energiekonzern greift bei der verlustreichen britischen Vertriebsgesellschaft N-Power durch. Die Gewerkschaft sorgt sich um 4.500 Mitarbeiter.
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Der Energiekonzern will das britische Geschäft neu aufstellen. Quelle: dpa
Eon-Zentrale

Der Energiekonzern will das britische Geschäft neu aufstellen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Nach der Übernahme durch Eon kommen auf die britischen Beschäftigten von Innogy harte Zeiten zu. Der neue Eigentümer hat für die verlustreiche Vertriebstochter von Innogy in Großbritannien, N-Power, eine harte Sanierung angekündigt – offenbar verbunden mit einem gewaltigen Stellenabbau.

„Das ist natürlich ein sehr schmerzhafter Anpassungsprozess“, sagte Eon-Chef Johannes Teyssen während der Telefonkonferenz zum Zwischenbericht für die ersten neun Monate. Zu einem potenziellen Stellenabbau wollte er sich zwar nicht äußern. Darüber müsse man erst mit den Arbeitnehmervertretern sprechen, sagte er.

Teyssen erklärte aber, dass von den 5.800 N-Power-Mitarbeitern nur 1.300 im profitablen Geschäft mit Großkunden aus Industrie und Gewerbe arbeiten. Die restlichen 4.500 Mitarbeiter im verlustreichen Geschäft mit Privat- und kleineren Gewerbekunden müssen sich dagegen Sorgen machen. Die Gewerkschaft Unison schätzt den zu erwarteten Stellenabbau in einer Presseerklärung auf exakt diese Größenordnung.

Eon und Innogy kämpfen seit Jahren mit Problemen auf dem britischen Markt. Der Wettbewerb dort ist hart und die Regulierung scharf. Zuletzt führte die Aufsichtsbehörden sogar Preisobergrenzen ein. Hinzu kommen bei Innogy-Tochter N-Power, die gut drei Millionen Kunden mit Strom und Gas versorgt, hausgemachte Probleme wie eine lange Zeit veraltete IT.

In den ersten neun Monaten wies das Unternehmen beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) einen Fehlbetrag von 167 Millionen Euro aus – noch einmal mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Eon UK selbst versorgt knapp fünf Millionen Kunden, kämpft auch mit Problemen, arbeitet aber profitabel.

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Eigentlich konnte Teyssen hoffen, mit den Problemen von N-Power nichts mehr zu tun zu haben. Innogy wollte die Tochter in ein Joint-Venture mit dem britischen Konkurrenten SSE einbringen. Die Pläne scheiterten aber.

N-Power soll profitabel arbeiten

Jetzt greift Teyssen nach der Übernahme von Innogy, die im September abgeschlossen wurde, aber energisch durch. Ab 2022 soll das kombinierte UK-Geschäft mindestens 100 Millionen Pfund Ebit erwirtschaften und damit einen positiven Free Cash Flow erzielen. Für die Restrukturierungen plant Eon mit einem Aufwand von 500 Millionen Pfund.

„Wir haben konkrete Vorschläge erarbeitet, wie wir in UK nachhaltig profitabel arbeiten können“, sagte Teyssen. „Während unsere Tochter in UK sich mit großen Anstrengungen des Management und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit neuen, innovativen Produkten, Services und schmerzhaften Effizienzsteigerungen trotz aller Herausforderungen in der Gewinnzone hält, ist unsere Einschätzung zu N-Power, dass das Unternehmen aus eigener Kraft keinen Turnaround schaffen wird.“

Deshalb will Eon die Privat- und kleineren Gewerbekunden von N-Power künftig von Eon UK auf einer gemeinsamen IT-Plattform betreuen lassen. N-Power soll nur noch die großen Industrie- und Gewerbekunden separat bedienen. Die verbleibenden Aktivitäten von N-Power werden im Laufe der nächsten zwei Jahre restrukturiert.

Mehr: Nach der Übernahme von Innogy hat Eon mit dem verlustbringenden Vertriebsgeschäft in Großbritannien zu kämpfen. Die Blitzanalyse der Zahlen.

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