Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Energie

Nach Kohlekompromiss RWE-Chef erwartet „signifikanten Stellenabbau“ nach Kohle-Aus

Der geplante Kohleausstieg wird aus Sicht von RWE-Chef Rolf Martin Schmitz auch Jobs bei dem Energiekonzern kosten. Es werde tiefe Einschnitte geben.
Update: 28.01.2019 - 01:27 Uhr Kommentieren
RWE-Chef Rolf Martin Schmitz erwartet „signifikanten Stellenabbau“ nach Kohle-Aus Quelle: dpa
Braunkohletagebau Garzweiler

Ein Braunkohlebagger fördert Kohle.

(Foto: dpa)

Berlin Der Energiekonzern RWE stellt sich nach dem Kompromiss für einen Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung auf einen Arbeitsplatzabbau ein. Wie viele Mitarbeiter betroffen sein werden, könne er heute noch nicht sagen, erklärte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz in einem Interview mit der „Rheinischen Post“ (Montagausgabe).

„Aber ich rechne mit einem signifikanten Abbau bereits bis 2023, der weit über die bisherigen Planungen und das durch normale Fluktuation mögliche hinaus geht. Dies betrifft unmittelbar bis Ende 2022 die Mitarbeiter der zu schließenden Kraftwerke.“ Mittelbar seien in den darauffolgenden Jahren dann auch Beschäftigte im Tagebau betroffen. Der Abbau werde sozialverträglich erfolgen.

RWE habe im rheinischen Revier in den vergangenen Jahren schon Kraftwerksblöcke für die Sicherheitsbereitschaft vom Netz genommen, sagte Schmitz. „Weitere Stilllegungen werden deshalb umso schwieriger und werden dann wohl auch große Auswirkungen auf das Tagebausystem haben.“

Positiv sei, dass die Kohlekommission ein fast einstimmiges Ergebnis erreicht habe. „Denn wir brauchen einen Konsens und Planungssicherheit.“ Wie die Umsetzung genau funktioniere und was das im Einzelnen für RWE heiße, müsse man erst einmal analysieren. „Klar ist aber, und dass sollte allen bewusst sein, in der Braunkohle wird es tiefe Einschnitte geben.“

Die Kohlekommission hatte in ihrem am Samstag vorgelegten Bericht vorgeschlagen, als schnellen Einstieg in den Kohleausstieg bis 2022 insgesamt sieben Gigawatt Kohlekapazität zusätzlich vom Netz zu nehmen, davon drei Gigawatt Braunkohle. In dem Bericht werden keine konkreten Kraftwerke für die Stilllegung genannt. Spätestens 2038 soll in Deutschland Schluss sein mit der Kohleverstromung.

Das Enddatum kann aber noch auf 2035 vorgezogen werden. Es gab nur eine Gegenstimme in dem 28-köpfigen Gremium aus Vertretern von Wissenschaft, Industrie, Gewerkschaften und Umweltgruppen. Um die Folgen für die betroffenen Braunkohlegebiete im Rheinland und in Ostdeutschland abzufedern, sind bis 2040 mindestens 40 Milliarden Euro vorgesehen. Als Entlastung für den von Experten allerdings erwarteten Strompreis-Anstieg soll es ab 2023 nach derzeitigem Stand jährlich etwa zwei Milliarden Euro für Unternehmen und Privathaushalte geben.

Schmitz sagte: „Das wird ein Kraftakt für alle und kann nur gelingen, wenn die Politik tatkräftig und verlässlich unterstützt. Und selbst dann werden wir sehen, ob ein so frühes Ausstiegsdatum am Ende überhaupt sinnvoll möglich ist.“

Der RWE-Chef äußerte sich auch zum Hambacher Forst, den RWE für den Braunkohleabbau eigentlich roden lassen will und der zum Symbol der Anti-Kohle-Bewegung geworden ist. Die Kohlekommission hatte den Erhalt des Waldes als „wünschenswert“ bezeichnet. Schmitz zeigte sich hier gesprächsbereit. „Wir werden prüfen, was sinnvoll machbar ist unter Berücksichtigung der Erfordernisse der weiteren Nutzung des Tagebaus und der Rekultivierung“, sagte er. „Ich gehe davon aus, dass man das Gespräch dazu mit uns suchen wird.“

Ebenfalls in einem Gespräch mit der „Rheinischen Post“ forderte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, dass die Bundesregierung nun zügig die gesetzliche Grundlage ausarbeitet. „Wir brauchen eine gesetzliche Fixierung dieser Maßnahmen“, so der CDU-Politiker. „Wir haben die Erwartung, dass bis Ende April diesen Jahres die Eckpunkte für das Maßnahmengesetz und das Planungsbeschleunigungsgesetz vorliegen.“

„Kommissionsbeschluss gibt Regionen auch nach Kohleausstieg eine Perspektive“

Handelsblatt Energie Briefing
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Nach Kohlekompromiss - RWE-Chef erwartet „signifikanten Stellenabbau“ nach Kohle-Aus

0 Kommentare zu "Nach Kohlekompromiss: RWE-Chef erwartet „signifikanten Stellenabbau“ nach Kohle-Aus"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote